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Gehirn u. Nerven |
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Themen der Seite:
biologische Computer,
Katzenintelligenz, Nervensystem,
Botenstoffe, Kontrolle
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Biofeedback und das Gehirn |
Alle Sinnesorgane und die Hormondrüsen des Körpers
senden Informationen an das Gehirn. Dieses wertet die chemischen Signale aus und
weist den Körper mittels des Nervensystems an, wie er reagieren soll. Das
Gehirn übermittelt auch Instruktionen an die Hauptdrüse im Hormonsystem der
Katze, die Hypophyse oder Hirnanhangdrüse. Die Informationen aus dem Gehirn
regen die Hypophyse zur Bildung von Hormonen an, die Funktionen und Aktivitäten
wie die Stoffwechselrate und das Sexualverhalten steuern. Dazu ist sehr viel
Energie notwendig. Das Gehirn macht zwar weniger als ein Prozent des
Körpergewichts aus, erhält aber 20 Prozent des vom Herzen ausgepumpten Bluts.
Alle Hormone, die die Körperfunktionen steuern und aufrechterhalten oder das
Verhalten der Katze regulieren, unterliegen der direkten oder indirekten
Kontrolle des Gehirns. In beiden Fällen sendet das Gehirn chemische Botschaften
an den Hypothalamus, der die Hypophyse kontrolliert. Die Hypophyse wiederum
produziert die Hormone, die anderswo Vorgänge stimulieren.
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| Steuerung
der Körperfunktionen |
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Im Gehirn erzeugte Hormone steuern die meisten
alltäglichen Körperfunktionen. Der Hypothalamus tief im Gehirn erzeugt das
Antidiuretische Hormon (ADH), das die Konzentration des Urins überwacht und das
Ocytocin, das bei der Kätzin die Wehen und den Milchfluss anregt. Die Hypophyse
produziert eine Reihe von Hormonen. Ein wachstumsförderndes Hormon und sein
Gegenteil, ein wachstumshemmendes Hormon, regulieren die Produktion des
Wachstumshormons im Katzenhirn. Die Produktion dieses Hormons geht nach dem
Welpenalter weiter, doch seine Bedeutung für die ausgewachsene Katze ist
ungeklärt. Das Thyrotrope Hormon (Thyreotropin) regt die Schilddrüse an, die
den Stoffwechselumsatz reguliert. Das Adrenocorticotrope Hormon (ACTH)
stimuliert die Adrenalindrüse zur Ausschüttung von Cortisol als Reaktion auf
Stress oder Gefahr. Die Bildung von Geschlechtshormonen, Eizellen und Sperma
wird bei der Kätzin durch das Follikelstimulierende Hormon (FSH) und beim Kater
durch das Luteinisierende Hormon (LH) reguliert. Ein erst neuerdings entdeckter
hormonaler Kontrollmechanismus betrifft das Melanin. Die Hypophyse produziert
das Melanocytstimulierende Hormon (MSH), das die Melaninsynthese in der
Zirbeldrüse anregt. Das Melanin ist an der Auslösung der Schlafzyklen
beteiligt und überwacht die innere Uhr des Körpers, die den Tag- und
Nach-Rhythmus aufrechterhält.
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| Die
Nebennierendrüsen |
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Die Nebennierendrüsen, die den beiden Nieren
aufsitzen, bestehen aus der Nebennierenrinde und dem davon eingeschlossenen
Nebennierenmark. Die Nebennierenrinde erzeugt Cortisol und andere Hormone, die
für den Stoffwechsel zuständig sind und die Reaktion des Körpers auf
Verletzungen bestimmen. Das Nebennierenmark bildet Epinephrin und Norepinephrin,
bekannter unter den Namen Adrenalin und Noradrenalin. Diese Hormone steuern den
Herzschlag und die Erweiterung der Blutgefäße. Die Nebennierendrüsen sind ein
wesentlicher Bestandteil des Biofeed-Regelkreises. Dieses System reguliert die
Kampf-oder-Flucht-Reaktion und hat eine ganz unmittelbare Auswirkung auf das
Katzenverhalten. Der Biofeedback-Mechanismus bestimmt die Wesenseigenschaften,
die Verträglichkeit und die Zähmbarkeit einer Katze.
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| Der
biologische Computer |
Über all diesen Aktivitäten thront das Gehirn. Das
Gehirn ist ein unvorstellbar kompliziertes Informationsspeichersystem, das aus
Milliarden von spezialisierten Zellen, den sogenannten Neuronen, besteht, von
denen jede bis zu 10000 Verbindungen zu anderen Zellen aufweist. Die Neuronen
kommunizieren untereinander mit chemischen Botenstoffen, den Neurotransmittern.
Bei einer sieben Wochen alten Katze flitzen die Botschaften mit fast 400 km/h
durch das Gehirn. Diese Geschwindigkeit nimmt mit dem Alter ab, doch neueren
Studien zufolge kann dieser Abbau rückgängig gemacht werden. Ältere Katzen,
die mental angeregt werden, können tatsächlich ein schwereres Gehirn bekommen.
Die Gewichtszunahme ist nicht auf neue Hirnzellen, sondern auf mehr Verbindungen
zwischen den vorhandenen zurückzuführen.
Die Fähigkeit des Gehirns, Informationen zu speichern, ist genetisch
vorprogrammiert. Manche gespeicherten Daten sind instinktiv oder angeboren und
steuern das Sexualverhalten, die Reviermarkierung, die Aggressivität und im
Welpenalter eingegangene Bindungen. Das Katzengehirn kann aber auch neue Daten
aufnehmen, etwa die Art und Weise, wie ein Katzentürchen benutzt oder Nahrung
beschafft wird. Anatomisch ähnelt das Gehirn der Katze dem aller anderen
Säugetiere. Das Kleinhirn steuert die Muskeln, das Großhirn ist für das
Lernen, Emotionen und Verhalten zuständig und der Hirnstamm für das
Nervensystem. Ein Netzwerk von Zellen, das sogenannte limbische System,
integriert wahrscheinlich Instinkt und Lernen. Der Konflikt zwischen dem, was
eine Katze instinktiv tun möchte, und dem, was das Lernen sie zu tun zwingt,
wird vermutlich hier ausgetragen.
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| Katzenintelligenz |
Schaltkreise und Hormone bilden den Rahmen, in dem
sich die Persönlichkeit entfaltet. Diese Struktur ist von Katze zu Katze
verschieden und durch Vererbung beeinflusst. Sie ist freilich nur ein Teil des
Gesamtphänomens; Entwicklung beruht auch auf Lernen. So wie der Mensch sich bei
der Geburt instinktiv durch Laute mitteilen möchte, aber zuerst die Sprache
erlernen muss, so werden auch Katzen mit dem Instinkt geboren, ihr Territorium
zu markieren und zu verteidigen oder für ihren Lebensunterhalt zu jagen, doch
sie müssen lernen, wie das geht. Katzen, die nicht zu jagen brauchen, um zu
überleben, entwickeln einfach nie die für die Jagd zuständigen
Gehirnbereiche. Viele jagen dennoch, sind aber nicht so erfolgreich wie jene,
die das Jagen erlernt und praktiziert haben. Verwilderte Katzen erlangen ein
gesundes Misstrauen gegen andere Tiere und Menschen, denn Katzen sind klein und
gegenüber solchen Widersachern relativ wehrlos. Wenn wir Kätzchen in unserer
Wohnung aufziehen, greifen wir aktiv in die Entwicklung ihres Gehirns, ihrer
Biofeedback-Mechanismen und ihres Verhaltens ein. Eine Katze, die vor ihrer
siebten Lebenswoche von Menschen aufgezogen wird, hat ein modifiziertes
Biofeedback. Sie lernt, dass Menschen ungefährlich sind - ein Wissen, das sich
ihrem Gehirn und ihren hormonellen Reaktionen auf uns fest einprägt.
Manche Leute glauben, Katzen könnten nichts lernen; sie sind scheinbar unfähig
dazu, weil ihr Gehirn für eine solitäre Lebensweise ausgelegt ist und kaum auf
soziales Lernen anspricht, das wir als "Rudeltiere" ganz
selbstverständlich nutzen. Katzen gehorchen in der Regel nicht, um gelobt zu
werden, weil eine Belobigung für einen einzelgängerischen Jäger keinen
Überlebensvorteil darstellt, aber sie können unsere Wünsche erfüllen, wenn
sie dafür eine Futterbelohnung erhalten.
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| Das
Nervensystem |
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Das Nervensystem, die Gesamtheit der
erregungsleitenden und erregbaren Organe, koordiniert alle Körpervorgänge und
Lebensäußerungen der Katze. Es arbeitet eng mit dem Hormonsystem zusammen, mit
dem es durch das Gehirn und die Hypophyse verbunden ist, um alle natürlichen
Funktionen des Tiers Sekunde für Sekunde, Tag für Tag aufeinander abzustimmen.
Während die Hormone langsam, aber langfristig wirken, reagiert das Nervensystem
mit seinen phantastisch komplizierten Vernetzungen schnell, exakt und direkt auf
innere wie äußere Vorgänge. Einige Bereiche des Nervensystems werden von der
Katze bewusst kontrolliert; andere funktionieren scheinbar automatisch, werden
aber in Wirklichkeit auf tieferen, unbewussten Ebenen gesteuert. Informationen
wandern in zwei Richtungen durch das Nervensystem: Sensorische Nerven
informieren das Gehirn darüber, wie sich die Katze fühlt, und motorische
Nerven leiten Informationen vom Gehirn weg und teilen dem Körper mit, was er
dann tun soll.
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| Zentral
und Peripher |
Das Nervensystem wird in das zentrale und das
periphere unterteilt. Das zentrale Nervensystem umfasst das Gehirn und das
Rückenmark - das Kommandozentrum des Körpers und die Schnellstraße für die
zweibahnige Übermittlung der Nervenimpulse. Das periphere Nervensystem
empfängt Informationen über Temperatur, Tasteindrücke und Schmerzen und
leitet Befehle an die Muskeln weiter. Es besteht aus den Hirnnerven und den
spinalen oder peripheren Nerven.
Die Hirnnerven sind zuständig für die Gesichtsmuskeln und die Weiterleitung
von Informationen der Sinnesorgane. Sie verlaufen unterhalb des Gehirns zum
Hirnstamm. Die Spinalnerven gehen vom Rückenmark in dessen ganzer Länge aus
und verbinden die Extremitäten mit dem Zentralnervensystem.
Die Unterteilung des Nervensystems dient dem besseren Verständnis, ist aber
keine physische Trennung. Viele Nervenzellen liegen teils im Zentralnervensystem
und teils im peripheren System.
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| Chemische
Botenstoffe |
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Das Nervensystem besteht aus Nervenzellen oder
Neuronen und unterhält Zellen, die Strukturen bilden und Myelin produzieren.
Ein Neuron ist bedeckt mit zweigähnlichen Gebilden, den sogenannten Dendriten,
die Botschaften von anderen Zellen empfangen. Jede Zelle besitzt auch einen
langen schwanzartigen Fortsatz, der Axon genannt wird und Botschaften an andere
Nervenzellen oder direkt an Organe übermittelt. Alle diese Botschaften werden
von Neurotransmittern weitergeleitet. Das sind chemische Substanzen, die in den
Axonen gebildet werden und die winzige Lücke zwischen den Nervenzellen, den
synaptischen Spalt, überwinden. Neuronen berühren einander nie. In jedem
Augenblick, selbst im Tiefschlaf, sendet und empfängt das Nervensystem einer
Katze zahllose Botschaften. Jede Zelle verschickt dabei gewöhnlich Botschaften
an Tausende von anderen Zellen.
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| Willkürliche,
automatische und unbewusste
Kontrolle |
Willkürliche Kontrolle
Das periphere Nervensystem besteht aus Millionen von Nervenfasern, die zu
einzelnen Nervensträngen gebündelt sind. Diese leiten Informationen der Haut
und der Muskeln zum Gehirn und Anweisungen vom Gehirn zurück zu den Muskeln.
Einzelne Nervenfasern, die von einer einzigen Zelle ausgehen, können bis zu 30
cm lang sein. Die gesamte Struktur gleicht anatomisch einem weitverzweigten
Wurzelsystem.
Automatische Kontrolle
Das vegetative (autonome) Nervensystem überwacht die unwillkürlichen
Funktionen und Aktivitäten. Solange eine Katze entspannt und streßfrei ist,
ist der Parasympathicus zuständig. Unter Streß übernimmt der Sympathicus
sofort die Kontrolle, er beschleunigt den Puls, weitet die Pupillen und leitet
Blut zu den Muskeln, damit sie unverzüglich in Aktion treten können.
Unbewusste Kontrolle
Viele Funktionen des Nervensystems werden bewusst oder willkürlich gesteuert.
Wenn eine Katze ein Beutetier erblickt, kontrolliert sie bewusst ihre Muskeln,
damit sie sich auf das Opfer stürzen kann. Sinnesnerven leiten Botschaften zum
Gehirn weiter, und motorische Nerven leiten Botschaften zurück zu den Muskeln
und stimulieren sie, so kontrolliert zu funktionieren, wie es für einen
präzisen Beutesprung notwendig ist.
Andere Aktivitäten geschehen dagegen unwillkürlich. Das gilt in der Regel für
die inneren Organe, etwa die Regulierung des Herzschlags und der Atmung und die
vielen Verdauungsvorgänge. Solche unwillkürlichen Aktivitäten werden vom
vegetativen Nervensystem gesteuert. Das vegetative System besteht aus zwei
Teilen, einem sympathischen und einem parasympathischen. Der erste fördert
Aktivität, der zweite hemmt sie. Bei einer entspannt ruhenden Katze koordiniert
der Parasympathicus die unwillkürliche Aktivität: Die Pupillen sind entspannt,
Puls und Atmung langsam und regelmäßig. Gerät die Katze unter Streß,
übernimmt der Sympathicus die Kontrolle; er regt den Hypothalamus und die
Hypophyse im Gehirn an, die Nebennierendrüsen zur Kamp-oder-Flucht-Reaktion zu
stimulieren. Diese Abläufe sind zwar komplex, erfolgen aber blitzschnell.
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Katzen-Life-Team:
Tom u. Daniela Döppers
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