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Allergien- die Haut setzt sich zur Wehr
Die Tierärztin und derzeitige Präsidentin der
Deutschen Gesellschaft für Veterinäre, Frau Dr. Peters , und Herr Dr. Koch,
Inhaber einer Tierklinik und Wegbereiter der Veterinärdermatologie, berichten
über den aktuellen Erkenntnis stand" Allergien bei Katzen".
Auch Katzen haben Allergien. Heute weiß man , das verschiedene
Erkrankungen, deren Ursachen früher fälschlicherweise als Hormonstörungen
oder Verhaltensprobleme angesehen wurden, auf allergische Reaktionen zurückzuführen
sind. Dazu zählen beispielsweise:
- die psychogene Alopezie, d.h. der Haarverlust durch übermäßiges
putzen;
- der eosinophile Granulomkomplex, der eine geschwulstartige
Hautveränderung bezeichnet;
- die miliare Dermatitis, eine meist durch Flohbisse
hervorgerufene Hautveränderung.
Durch das inzwischen größere Interesse des Katzenbesitzers, solche Erkrankungen vom Tierarzt genauer untersuchen zu
lassen, und durch neue ,besser Methoden in der Diagnostik werden Allergien bei
der Katze zunehmend häufiger bestätigt.
Bei Allergien reagiert der Organismus übermäßig auf normalerweise harmlose Substanzen in der Umgebung wie
Blütenpollen, Hausstaub, Hausstaubmilben
oder Futterbestandteile. Die erhöhte Bereitschaft zu solchen Reaktionen gilt
als erblich, doch hängt es von weitern Faktoren ab, ob es zu
Krankheitserscheinungen kommt oder nicht.
Grundsätzlich gilt ,das einer allergischen Reaktion immer
eine Sensibilisierung des Organismus, also der Erstkontakt mit dem
Allergienauslöser vorausgehen muss. Bei erneutem Kontakt mit dem Allergen
werden eine Vielzahl von Substanzen freigesetzt, die Juckreiz und Entzündungen
hervorrufen. Bei der allergischen Sofortreaktionen treten Symptome innerhalb
von 30 Minuten und 6 Stunden auf. Verzögerte allergische Reaktionen zeigen
sich erst nach eineigen Tagen. Dann ist ihr Auslöser natürlich noch schwerer
herauszufinden.
Symptome an Haut und Haar
Häufig tritt Juckreiz auf, der allerdings nicht immer
einfach zu erkennen ist. Manche Tiere lecken sich stark (was als verstärktes
Putzverhalten fehlinterpretiert werden kann) ,andere fallen nur durch
unterschiedlich ausgeprägten Haarausfall auf. Betroffen sind alle Stellen, wo
Lecken leicht möglich ist, also Bauch, Beine, bei manchen Katzen auch der Rücken
sowie alle Kombinationen hieraus. Da keine Veränderungen der Haut selbst
auftritt und der Großteil der Tiere sich niemals in Anwesenheit oder
Sichtweite ihrer Besitzer leckt, Wird häufig eine Hormonstörung oder
Verhaltensstörung als Ursache für die Haarlosigkeit vermutet.
Die meistverbreiteten Allergien bei Katzen sind die
Flohallergien sowie die atopische Dermatitis, bei der Allergieauslöser über
die Haut aufgenommen werden und dort Entzündungen hervorrufen. Entgegen langläufiger
Meinungen sind nur 1 bis 6 % aller in der Praxis vorgestellten
Hauterkrankungen mit einer Futterallergie in Zusammenhang zu bringen. Auslöser
sind in den meisten Fällen sehr spezifische Eiweißverbindung (
beispielsweise in Hühnereiern, Rindfleisch oder Milch), mit denen die Tiere in
der Regel bereits monate- oder jahrelang in Kontakt kamen. Farb- und
Konservierungsstoffe sind ebenfalls als Allergieauslöser möglich. Nach
unseren Erfahrungen werden sie als Ursache allerdings meistens überschätzt.
Speziell bei der Futterallergie kann es zu
Magen-Darm-Problemen kommen, häufig tritt aber auch Juckreiz im
Gesichtsbereich zwischen Auge und Ohr auf ( oft verwechselt mit Ohrmilben!)
aber auch Juckreiz am ganzen Körper.
Die mühsame Suche nach dem Allergieauslöser
Da die Hautveränderungen keinen direkten Hinweis auf die
Allergieursache geben, wird für die Diagnose ein möglichst detaillierter
Vorbericht gebraucht. So ist ein Flohbefall bei einer Katze mit Freilauf wahrscheinlicher als eine
Futterallergie und es empfiehlt sich, zuerst auf Parasiten zu untersuchen, bevor eine "Allergieabklärung" erfolgt.
Ähnliche Hautveränderungen bei anderen Tieren des selben Haushaltes oder
sogar beim Tierbesitzer deuten daher eher auf eine ansteckende Ursache ( Flöhe,
Milben oder Hautpilze ) als auf eine Allergie hin, deren Auftreten bei allen
Tieren gleichzeitig extrem unwahrscheinlich ist. Um sicher zu sein ,dass keine
Futterallergie vorliegt, ist eine spezielle Futterumstellung erforderlich.
Dabei erfolgt die Diagnose der Futterallergie in 2 Stufen: Zunächst gibt man
eine so genannte Eliminationsdiät, welche aus nur einer Eiweiß- und einer
Kohlenhydratquelle besteht. Empfehlenswert sind z.B. Wild, Ente, Kaninchen, Ziege
und spezielle Fischarten, eher ungeeignet sind Futterbestandteile, mit denen die
allergische Katze vorher schon häufig Kontakt hatte( wie z.B. Rind und Milchprodukte.) Als Kohlenhydrate sind gekochter unbehandelter Reis und
Kartoffeln geeignet. Diese Eliminationsdiät wird 3 bis 12 Wochen konsequent durchgeführt, bis eine Besserung eintritt.
In der Zweiten Phase wird systematisch abgeklärt, welche
Stoffe eine Allergie hervorrufen und welche nicht. Allergische Reaktionen
zeigen sich dabei meistens nach 1-3 Tagen, seltener einige Stunden nach Fütterung.
Auf der Basis derartiger Tests kann dann ein entsprechendes Futter ausgesucht werden. Während der gesamten Testphase müssen alle Leckereien
,Kauspielzeug, Vitamintabletten echt. vermieden werden. Solche Vorgehensweise ist gerade bei Katzen nicht immer
einfach: Katzen mit Freilauf müssen im Haus gehalten werden. Manche
akzeptieren womöglich das neue Futter nicht ,bekommen doch irgendwelche Leckereien usw. Wenn man nicht selbst kochen will oder die
Katze frisst das
Futter nicht, gibt es heute die Möglichkeit , ein Allergenarmes Fertigfutter
zu nehmen. Allerdings enthalten nur wenige so genannte "Diäten für
Tiere mit Futterallergie" nur eine Eiweiß- und eine Kohlenhydratquelle. Es
empfiehlt sich von einem Tierarzt beraten zu lassen. Auch diese Futter sollte
dann ausschließlich gefüttert werden.
Linderung ist möglich
Wie bei allen Allergien, sollte das auslösende Allergen
vermieden werden, was bei frei laufenden Katzen allerdings meist unmöglich
ist. Mit verschiedenen Medikamenten kann versucht werden, Juckreiz und Entzündungsreaktionen
zu vermindern. Als bei Katzen relativ gut wirksame Alternativen zum manchmal
unumgänglichen Kortison gelten bestimmte Antihistamininka, die den Juckreiz bekämpfen, sowie Mastzellstabilisatoren in Tablettenform ,die den Austritt der
Juckreiz auslösenden Stoffen aus den Entzündungszellen verhindern. Auch
bestimmte ungesättigte Fettsäuren können helfen, die Symptome deutlich zu
verbessern .Diese Präparate müssen auf Dauer gegeben werden ,wenn die
Allergieauslöser nicht ermittelt oder vermieden werden können. Bei allen
allergischen Katzen sollten unbedingt Flöhe und andere Parasiten konsequent
behandelt werden, um sie als Ursachen für Juckreiz auszuschließen. Denn nur
bei 10 bis 15% aller Allergien bei Katzen handelt es sich um eine Futterallergie
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