- ALLGEMEINES
- Was sind Dosis?
- Ich möchte eine Katze, was soll ich tun?
- Wie komme ich an eine Katze?
- Tierheim/Tierschutz-/Katzenschutzverein
- Züchter
- Fundtiere
- Tierärzte
- Was brauche ich alles, um eine Katze aufnehmen zu können?
- Katzenklo
- Kratzbaum
- Futter
- Spielzeug
- Was kostet mich die Katzenhaltung?
- Grundausstattung
- Laufende Kosten
- Tierarzt
- Gibt es eine Krankenkasse für Katzen?
- Katze entlaufen - was tun?
- Welche Katze ist für mich geeignet?
- Rassekatze oder Mischling?
- Jungtier oder erwachsene Katze?
- Wohin mit der Katze im Urlaub?
- ERNÄHRUNG
- Welche Futter gibt es?
- Warum sind Premiumfutter so teuer?
- Trocken- oder Nassfutter?
- Was sollte auf keinen Fall gefüttert werden?
- Leckerchen für die Katze
- Katzenfutter selbst gekocht
- Ist vegetarische Ernährung sinnvoll?
- Kann ich meiner Katze normale Lebensmittel geben?
- Welches ist das Idealgewicht?
- Sie muss abnehmen! Wie stell ich das an?
- Was soll sie trinken?
- GESUNDHEIT
- Was kann ich tun, damit meine Katze gesund bleibt?
- Welche typischen bzw. häufigen Katzenkrankheiten gibt es?
- Katzenseuche (Feline Parvovirose, Panleukopenie)
- Katzenschnupfen
- Feline Leukämie ("Leukose")
- Tollwut
- FIP (Feline infektiöse Peritonitis)
- FIV ("Katzen-Aids")
- Niereninsuffizienz
- Diabetes mellitus
- Toxoplasmose
- Wogegen kann und soll geimpft werden?
- Was sind typische Krankheitssymptome? Worauf deuten sie hin?
- Erbrechen
- Durchfall
- Verstopfung
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Blut im Urin
- Harnverhalten
- Sehr häufiges Wasserlassen
- Schlittenfahren
- Appetitlosigkeit
- Starker Durst
- Mundgeruch
- Niesen, Schnupfen
- Husten
- Verklebte Augen
- Häufiges, heftiges Kratzen
- Belag in den Ohren
- Humpeln, Hinken, Schmerzen beim Bewegen
- Knoten
- Plötzliche starke Gewichtsabnahme
- Plötzliche starke Gewichtszunahme
- Krämpfe
- Was tun gegen Parasiten?
- Flöhe
- Zecken
- Milben
- Darmparasiten (Würmer)
- Meine Katze wird alt. Was bedeutet das eigentlich?
- Was sind typische Altersbeschwerden?
- Was ist mit dem Narkoserisiko?
- Meine Katze ist allergisch
- Futtermittelallergien
- Kontaktallergien
- Atemwegsallergien
- Meine Katze braucht Medikamente. Wie verabreichen?
- Kann ich meine Katze gefahrlos selbst behandeln?
- Medikamente der Humanmedizin
- Alternative Medizin
- Wie finde ich einen guten Tierarzt/eine geeignete Tierklinik?
- Was kostet eine Behandlung?
- Wie finde ich einen guten Tierheilpraktiker?
- Wenn gar nichts mehr hilft...
- Der Tod eines Tieres
- Meine Katze muss eingeschläfert werden? Wie geht das vor sich?
- Darf ich meine Katze im Garten begraben?
- Wo finde ich die Geschichte von der Regenbogenbrücke?
- FORTPFLANZUNG
- Sterilisieren oder Kastrieren?
- Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Kastration?
- Kater
- Katze
- Besondere Berücksichtigung von Pärchen
- Was spricht für eine Kastration?
- Woran erkennt man die Geschlechtsreife?
- Wie kann ich uns auf die Geburt und die Zeit danach vorbereiten?
- Unsere Katze ist trächtig. Wie sorgen wir für sie?
- Geburt
- Aufzucht
- Mutterloses Junges - was nun?
- Bekommen kastrierte Kater dickere Köpfe?
- Meine Katze ist trotz Kastration rollig
- Kann ich nicht die Pille geben?
- VERHALTEN
- Meine Katze pinkelt nicht ins Klo, was soll ich tun?
- Die Katze ist aggressiv
- Meine Katze kratzt an Tapeten
- Katzensprache
- Verständigung zwischen Katzen
- Verständigung zwischen Katze und Mensch
- Verbote und Erziehung
- Verbote
- Erzieherische Maßnahmen
- Neue Mitbewohner
- Wenn eine andere Katze/ein anderes Tier einzieht
- Wenn es menschlichen Nachwuchs gibt
- Spielen
- Seltsame Klo-Gewohnheiten
- Treteln mit den Vorderpfoten
- Kratzen an der Schlafzimmertür
- Sie bringt sich ständig in Gefahr
- Scharren vor dem Futternapf
- Beißen beim Kraulen

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Im Roman "Felidae" von Akif Pirinçci bezeichnet der alte Kater
Blaubart die Menschen etwas abfällig als "Dosenöffner". Dosi ist die
etwas freundlichere Kurzform davon.
Bevor man sich für die Haltung einer Katze entscheidet, sollte man
kritisch überprüfen, ob man dem Tier ein gutes Zuhause geben kann. Neben
den anfallenden Kosten gehört dazu auch eine Portion Toleranz. Wer es
nicht verkraften kann, wenn die Katze mal eine Tapete ankratzt, auf den
Teppich kotzt oder eine Vase umwirft, der wird wahrscheinlich nicht viel
Spaß an ihr haben. Auf keinen Fall sollte man sich spontan entscheiden
oder das Tier gar verschenken, ohne die Lebensumstände vorher genau
geprüft zu haben. Hierzu gehört auch die Berücksichtigung der Tatsache,
dass Katzen deutlich über 20 Jahre alt werden können.
Durch die Sorglosigkeit bzw. Gleichgültigkeit mancher Menschen
(Stichwort Kastration) gibt es sehr viele Katzen. Zu viele Katzen, um
jeder von ihnen ein gutes Zuhause geben zu können. Es ist also kein
Problem, eine zu bekommen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf
die im Folgenden und unter 1.7 etwas näher eingegangen
wird.
1.3.1 Tierheim/Tierschutz-/Katzenschutzverein
Eine der tierfreundlichsten Möglichkeiten, an eine Katze zu kommen,
besteht darin, das nächste Tierheim oder eine Katzenhilfe-Organisation
aufzusuchen und sich dort von einem Stubentiger adoptieren zu lassen.
Die Kosten dafür können sehr variieren. In einem kleinen, ländlichen
Tierheim mag man vielleicht um eine Schutzgebühr in Höhe von 30 EUR pro
Katze bitten, in einer großen Stadt kann sich die Schutzgebühr auch auf
100 EUR belaufen. Dafür erhält man ein geimpftes und - je nach Alter -
auch bereits kastriertes Tier.
1.3.2 Züchter
Wer lieber ein Tier einer besonderen Rasse haben möchte, sollte sich
zuerst über die in seiner Nähe wohnenden Züchter informieren (siehe auch
1.7.1). Dazu kann man den zuständigen Zuchtverein
befragen, einen Blick in die Zeitung werfen oder auch Fachmagazine
studieren (z.B. "Katzen"), wie es sie in jedem Supermarkt gibt.
Zum Preis können hier keine näheren Angaben gemacht werden. Es kommt
auf die Rasse an und auf den Züchter selbst.
1.3.3 Fundtiere
Manchmal kommt man zur Katze wie die berühmte "Jungfrau zum Kinde".
Da sitzt mit einemmal ein hilfsbedürftiges Katzenkind vor der Tür und
begehrt Einlass, oder man entschließt sich, den Streuner aufzunehmen,
der einem aufgefallen ist.
Die rechtliche Seite sieht so aus, dass auch Tiere "Fundsachen"
sind, d. h. man muss sie bei der Polizei und/oder beim örtlichen
Tierheim als gefunden melden. Damit wird ganz normal die sechsmonatige
Fundfrist in Gang gesetzt, nach deren Ablauf einem das Fundtier erst
"richtig" gehört.
Es könnte durchaus sein, dass das zugelaufene Tier irgendwo sehr
schmerzlich vermisst wird. Dann gibt man dem eigentlichen Eigentümer mit
der Anzeige beim Tierheim die Möglichkeit, sein vermisstes
Familienmitglied wiederzufinden.
Meldet sich der rechtmäßige Eigentümer innerhalb der Fundfrist, darf
man für das Tier angefallene Kosten (Futter, Streu, eventuell TA)
geltend machen und Erstattung fordern.
1.3.4 Tierärzte
Auch über einen TA kann man zu seinem neuen Lebensgenossen kommen.
TÄ wissen meist, welcher ihrer Kunden gerade Katzennachwuchs abzugeben
hat. Im Warteraum der Praxis hängen oft auch entsprechende Zettel aus.
Einfach mal fragen.
Gar nicht viel. Wenn es dringend ist und schnell gehen muss (weil z.
B. das frierende Katzenkind sofort ins Haus muss), tut es eine
Plastikschüssel, etwa 5 cm hoch gefüllt mit Sand oder Erde, als Klo und
ein Kompottschälchen als Wasserschale. Das Futter kann auf einer
Untertasse gereicht werden. Als Liegeplatz wird sich sicher ein Sofa
oder bequemer Sessel finden lassen.
1.4.1 Katzenklo
Zieht die Katze richtig ein, sollte vom sandgefüllten
Klo-Provisorium umgestiegen werden auf die Profiversion - ein richtiges
Katzenklo.
Es gibt verschiedene Versionen: Mit Deckel oder ohne, mit
Geruchsfilter oder Einstiegsklappe. Durchsichtig, in dezenten Farben
oder ganz futuristisch und poppig. Grundsätzlich ist der Katze egal, wie
ihr Klo aussieht. Hauptsache, sie passt hinein.
Manchmal allerdings bestehen Vorlieben, Deckel oder Einstiegsklappe
betreffend. Manche Tiere bevorzugen eine Toilette ohne Deckel, andere
hassen die Klappe. Bei heiklen Tieren kann es beim Ignorieren solcher
Abneigungen sogar zur Verweigerung der Klobenutzung kommen, und sie
werden unsauber (siehe auch 5.1 und 5.8). In den meisten Fällen gibt es aber keine
Probleme, und jedes Klo wird genutzt. Man sollte allerdings ein wenig
auf die Größe achten, die Katze sollte schon bequem hineinpassen. Es
kommt sonst auch leicht zu "Unfällen", wenn das Hinterteil des Tieres
hinausragt. Gegen das Hinausscharren der Streu gibt es extra aufsetzbare
"Ränder" oder Katzentoiletten mit besonders hohen Wänden.
1.4.2 Kratzbaum
Katzen sind Raubtiere und entsprechend mit Waffen ausgerüstet. Neben
ihren Zähnen sind das die Krallen. Die Krallen wachsen ständig nach, vom
Aufbau her ähneln sie Zwiebeln, mit vielen Schichten. Die oberste
Schicht wird regelmäßig abgestoßen, so bleiben die Krallen scharf.
An den Hinterpfoten wird die Krallenpflege durch die Katze mit den
Zähnen betrieben, die oberste Schicht wird abgeknabbert. Für die
Vorderpfoten benötigt die Katze eine Fläche zum Kratzen - dadurch wird
die inzwischen stumpfe Schicht "abgezogen". Wenn die Katze also am Sofa
oder an den Tapeten kratzt, ist das keine Böswilligkeit, sondern absolut
notwendige (!) Körperpflege.
Will man seine Einrichtung schonen, kommt man um die Anschaffung
eines Kratzbaumes (oder auch Kratzbrettes) nicht herum. Im Handel gibt
es zahlreiche verschiedene Modelle, in allen nur denkbaren Farben,
Formen, Größen und Preislagen. Wofür man sich entscheidet, bleibt dem
eigenen Geschmack überlassen. Jedoch sollte man unbedingt auf Stabilität
und Sicherheit des Katzenmöbels achten!
Eine Katze kann durch einen umfallenden, schweren Kratzbaum nicht
nur dauerhaft von der Benutzung abgeschreckt werden, sondern sogar
getötet! Wegen billiger Verarbeitung herausragende Nägel oder Klammern
können das Tier böse verletzen. Also lieber ein bisschen mehr ausgeben
und auf solide Verarbeitung achten. Und, ganz wichtig, auf absolut
sichere Verankerung des Kratzbaumes an Wand und Zimmerdecke achten!
Möchte man seinem Tier etwas Besonderes bieten und hat ein klein
wenig Talent, kann man natürlich auch selbst etwas bauen. Mit
Kanthölzern, Brettern, Teppichresten oder Sisalseil kann man seiner
Fantasie freien Lauf lassen. Obige Sicherheitshinweise gelten aber
selbstverständlich auch hier!
1.4.3 Futter
Alle Fragen zum Thema "Futter" werden detailliert im Abschnitt 2, "Ernährung", behandelt. Hier lediglich der
allgemeine Hinweis, dass nur spezielles Katzenfutter gegeben werden
darf. Hundefutter zum Beispiel ist nicht geeignet. Hunde und
Katzen haben ganz verschiedene körperliche Bedürfnisse.
1.4.4 Spielzeug
Katzenspielzeug gibt es wie Sand am Meer. Dafür gibt es keine
direkten Empfehlungen. Einige Katzen können sich stundenlang mit einem
Wollknäuel beschäftigen, andere wiederum polieren sich bei dem Anblick
gelangweilt die Krallen. Alle Teile, egal ob im Haushalt vorhanden oder
zugekauft, sollten allerdings unverschluckbar sein.
An käuflichem Spielzeug kommen meist mit Katzenminze ("Catnip")
gefüllte Bällchen und Spielmäuse am besten an. Auch so genannte
"Katzenangeln" werden oft heiß geliebt, das sind biegsame
Kunststoffstäbe, an deren Ende eine Plüschmaus hängt. Nicht zu vergessen
die Laserpointer, mit denen man zur Jagd auf einen kleinen, durchs
Zimmer flitzenden Lichtpunkt animieren kann.
ABER: So leicht man seinem Tier damit eine Freude machen kann
- manche dieser harmlos wirkenden Spielzeuge können eine Katze schwer
verletzen und sogar töten! Bei den kleinen Spielmäusen sollte man
unbedingt Augen und Nase entfernen! Diese Teile werden oft mit einem
scharfkantigen, spitzen Plastiksockel in das Spielzeug appliziert.
Verschluckt die Katze diese Teile, können schwere Verletzungen der
Verdauungswege die Folge sein!
Sehr beliebt sind Spielmäuse aus echtem Fell. Allerdings ist die
"Gewinnung", Herkunft und Herstellung der dafür verwendeten Felle
zweifelhaft. Meist kommen sie aus Asien; wie dort teilweise mit Katzen
und anderen Tieren umgegangen wird, ist wohl hinlänglich bekannt. Als
sichere, preisgünstige und tierfreundliche Alternative zu den Fellmäusen
gelten Sisalmäuse.
Der Laserpointer sollte so eingesetzt werden, dass der Lichtstrahl
niemals direkt in das Katzenauge fallen kann. Schwere Augenverletzungen
bis hin zur Blindheit können sonst die Folgen sein. Sicherer ist da z.
B. eine kleine Taschenlampe, die meistens den gleichen Spielspaß
garantiert, wenn der Lichtpunkt hell genug ist.
Eine Katze sollte niemals unbeaufsichtigt mit Schnüren, Bändern und
Gummis spielen können! Auch die "Katzenangel" gehört nach dem Spielen
wieder sicher beiseite geräumt. Jedes Jahr erhängen oder erwürgen sich
zahlreiche Katzen beim Spielen damit!
Gleichermaßen gefährlich ist das Spielen mit normalen Gummibändern:
Oft werden sie verschluckt und verursachen lebensbedrohliche
Darmverschlüsse. Gleiches gilt für die Zugbänder der "Gelben Säcke",
Wolle, Geschenkbänder und das obendrein giftige Lametta!
Ungefährlich, billig und für die Katze trotzdem hochinteressant
hingegen sind zum Beispiel zusammengeknülltes Papier, die schon
erwähnten Sisalmäuse, Tischtennis-Bälle, mit Katzenminze gefüllte und
zusammengedrehte alte Socken oder auch Kunststoff-Verschlusskappen von
Wasserflaschen.
Alles in allem ist eine Katze normalerweise eine sehr erschwingliche
Lebensbereicherung. Und für nur wenig mehr kann man sich selber und
seiner Katze eine große Freude machen, indem man gleich zwei Tiere hält.
Auch Tiere können seelisch vereinsamen. Und als Mensch hat man für nur
ein paar Euro mehr im Monat die Freude, seinen glücklichen Tieren beim
Spielen, Kuscheln und gegenseitigen Putzen zusehen zu können.
1.5.1 Grundausstattung
Kurz zusammengefasst benötigt man für die Haltung einer Katze
Folgendes:
- Zwei Futterschüsseln, die rutschfest und leicht zu reinigen sein sollten. Die Preise liegen zwischen 3 und 10 EUR.
- Ein billiges Katzenklo - eigentlich eine schlichte, rechteckige Plastikschüssel - bekommt man schon für etwa 9 EUR. Die Preise steigen schnell an, wenn man lieber etwas haben möchte, was in den Farben zur Wohnungseinrichtung passt, oder ein Klo mit Deckel und/oder Filter (bis 50 EUR und mehr).
- Einen stabilen Katzentransportkorb. Ab und an muss man mit dem Tier zum TA. Dann die Katze bitte nicht einfach auf dem Arm dahin bringen! Auch das ruhigste und liebste Tier kann sich schnell erschrecken (z. B. durch einen plötzlich bellenden Hund) und versucht dann alles, um zu entkommen. Jedes Jahr gehen so etliche Tiere auf Nimmerwiedersehen verloren! Stabile Körbe aus Kunststoff bekommt man ab ca. 20 EUR. Nach oben gibt es keine Grenzen. Geflochtene Weidenkörbe sehen hübsch aus, sind aber undicht, wenn die Katze hineinpinkelt, lassen sich schlecht reinigen und/oder desinfizieren und sind obendrein nicht immer ausbruchsicher.
- Ein Kamm oder eine Bürste sind sehr nützlich. Besonders zu Zeiten des Fellwechsels bewahrt man seine Katze so davor, sehr viele Haare zu verschlucken und sich häufig übergeben zu müssen. Der Preis einer solchen Bürste liegt zwischen 5 und 10 EUR.
- Ohne eine Kratzgelegenheit geht gar nichts. Die Preise schwanken von etwa 9 EUR für ein billiges Kratzbrettchen bis hin zu mehreren Tausendern für die Luxusausgabe einer "Kratz- und Spiellandschaft".
- Spielzeug nach Wahl (unbedingt Sicherheitshinweise unter 1.4.4 beachten!). Hier variieren die Preise zwischen wenigen Cent und vielen Euro. Nicht immer muss das teuerste Spielzeug das Beste sein. Viele Katzenbesitzer haben schon die leidvolle Erfahrung gemacht, dass teuer bezahltes Spielzeug von der Pelznase völlig ignoriert wurde, ein Pappkarton, ein Flaschenverschluss oder eine alte Zeitung aber stundenlangen Spielspaß bescherte.
1.5.2 Laufende Kosten
Selbst bei so genanntem Premiumfutter belaufen sich die Futterkosten
nur auf etwa 50-75 Cent am Tag (siehe 2.2). Leckerchen
- bei hoffentlich sparsamem Einsatz (siehe auch 2.5) -
kosten etwa 5 EUR im Monat. Auch bei Streu gibt es große Preisspannen,
aber für eine Katze muss man mit etwa 20 EUR im Monat rechnen.
1.5.3 Tierarzt
Hat man eine rundum gesunde Katze, muss man nur einmal im Jahr für
die Impfungen (siehe 3.3) zum TA. Wird die Katze mal
krank, hat einen Unfall oder chronische Beschwerden, kann es schnell ins
Geld gehen. Dazu mehr unter 3.11. Eine einfache
Untersuchung (Check-Up) des Tieres mit einer Auffrischimpfung gegen
Katzenschnupfen und -seuche kostet ca. 25-30 EUR.
1.5.4 Gibt es eine Krankenkasse für Katzen?
Nach dem aktuellen Stand bieten zwei Versicherer (Agila und Ülzener)
eine Krankenversicherung für Haustiere an. Die monatlichen Beiträge
liegen zwischen 15 und 80 EUR. Die Gegenleistungen sind unterschiedlich:
Vom Bezahlen eines gedeckelten Betrages bis hin zum dreifachen Satz der
GOT. Meistens ist das Eintrittsalter des Tieres auf fünf Jahre begrenzt.
In der WDR-Sendung ServiceZeit wurden die Versicherungen vor einiger
Zeit vorgestellt. Das Fazit war: Es ist meistens sinnvoller, monatlich
einen festen Betrag beiseite zu legen. Hierzu kann man z. B. ein
Unterkonto anlegen, welches nur für Tierarztkosten genutzt wird. Am Ende
hat man meistens ein besseres Ergebnis als bei jeder Versicherung, zumal
das Geld auch noch verzinst wird.
Einen Test von Krankenversicherungen für Tiere gab es in der Ausgabe
Juni 1997 der Zeitschrift "Finanztest". Die beiden genannten
Gesellschaften haben Webseiten: http://www.agila.de/ und
http://www.uelzener.de/.
Viele von uns kennen die Situation, wenn Katz verschwindet... sei
es, dass ein Freigänger nicht von seiner Tour zurückkommt oder eine bis
dahin wohlbehütete Wohnungskatze durch einen dummen Zufall durchs offene
Fenster entwischt. Jetzt ist es von Vorteil, wenn Katz tätowiert
und/oder mit einem Chip versehen (und natürlich auch registriert!) ist,
so dass der Finder sofort weiß: Es handelt sich nicht um einen
herrenlosen Streuner. Katzen kann man bei verschiedenen Organisationen
registrieren lassen, z. B. bei TASSO (http://www.tiernotruf.org)
oder dem Deutschen Tierschutzbund (http://www.tierschutzbund.de/service/index.htm).
Wohnungskatzen, die noch nie draußen waren, verstecken sich meist in
unmittelbarer Nähe. Hier hat es sich bewährt, Futter rauszustellen und
vor allem nachts zu suchen und leise zu rufen.
In jedem Fall sollte man mit einem guten Foto der Katze einen
Suchzettel fabrizieren und möglichst flächendeckend verteilen. Wenn die
Katze bei TASSO (s. o.) registriert wird, sollte gleich ein gutes Foto
mitgeschickt werden, denn dann können im Falle eines Falles recht
brauchbare Suchplakate angefordert werden. Der erste Anruf sollte dem
örtlichen Tierheim gelten, ebenfalls wichtig sind die Tierärzte am Ort.
Auch eine Anzeige in der Tageszeitung kann Erfolg bringen. Je mehr Leute
von der Suche wissen, desto eher ist mit Erfolg zu rechnen.
Weitere Tipps gibt es unter: http://www.christelw.de/katzen/tierschutz/entlaufen.html
und http://www.sabine-brandl.de/katzen.html
Das Wichtigste aber ist: Nicht zu schnell aufgeben. Viele Katzen
sind auch noch Wochen und Monate nach ihrem Verschwinden wieder zu Hause
aufgetaucht.
Zumeist steht für den Wunsch nach einer Katze zunächst ein
Katzenbaby Pate, häufig ein putziges kleines Tierchen aus der
Katzenfutter- oder Katzenstreu-Fernsehwerbung. Bevor man sich aber von
so verführerischen Bildern zu übereilten Entschlüssen verleiten lässt,
sollte man sich ein wenig über das Wesen der Katze an sich sowie über
die Eigenarten verschiedener Rassen und Altersstufen informieren - damit
die Traumkatze nicht zum Alptraum wird.
1.7.1 Rassekatze oder Mischling?
Über diese Frage entscheidet letztlich der persönliche Geschmack. Im
Prinzip sind alle Katzen, ob Edel- oder Feld-Wald-Wiesen-Katze, gleich:
wunderbar verschieden, individualistisch, eigensinnig und unberechenbar.
Allerdings hat jede Rasse ein paar besondere Eigenheiten, über die man
sich vor Anschaffung des Tieres informieren sollte. Zum Beispiel sind
Orientalen sehr gesellig (= nicht als Einzelkatze geeignet), gesprächig
und menschenfixiert. Langhaarkatzen benötigen intensive Fellpflege.
Infos über die charakteristischen Merkmale der einzelnen Rassen gibt's
bei den Züchterverbänden oder in entsprechenden Katzenbüchern.
Rassekatzen gibt es nicht nur beim Züchter. Wenn es kein Jungtier
sein soll, lohnt sich ein Blick in Tierheime und Katzenschutzhäuser,
denn auch Rassekatzen werden ausgesetzt, abgeschoben, zu
Scheidungswaisen oder verlieren ihren Menschen durch den Tod.
Wenn man sich an einen Züchter wendet, sollte man darauf achten,
dass die Tiere in die Familie integriert sind, also von klein auf an
Menschen gewöhnt und zutraulich sind. Ein seriöser Züchter gibt seine
Jungkatzen frühestens mit zwölf Wochen ab, händigt dem Käufer den
vollständig ausgefüllten Impfpass und die kompletten Papiere der Katze
aus. Die Grundimmunisierung ist abgeschlossen, die Tierchen sind
entwurmt. Ein guter Züchter gibt bereitwillig Infos über die Art der
bisherigen Fütterung sowie Tipps für den richtigen Umgang mit den
Kleinen und will eine Menge über das künftige Zuhause seiner
Katzenkinder wissen.
In seriösen Züchter-Vereinen ist es verboten, Jungtiere an
Tierhandlungen zu verkaufen. Rassekatzen, die in Tierhandlungen verkauft
werden, sind meist aus dem Ausland und/oder von Züchtern ohne
Vereinszugehörigkeit.
Rassekatzen haben ihren Preis: Welpen gibt es ab ca. 500 EUR, je
nach Rasse. Ältere Tiere (aus der Zucht genommene Spätkastraten oder an
den Züchter zurückgegebene Tiere) sind deutlich günstiger zu haben. Auch
"fehlerhafte" Katzen (falsche Fellfarbe, nicht ganz "typischer"
Körperbau etc.) kann man zu Liebhaberpreisen bekommen. Ein Züchter, der
hingegen für einen Verzicht auf Stammbäume einen hohen Preisnachlass in
Aussicht stellt, ist unseriös, da die von Katzenvereinen eingehobene
Stammbaumgebühr sehr gering (ca. 40 EUR) ist. Meist sind solche Züchter
wegen Unkorrektheiten aus ihrem Verein ausgeschlossen worden und können
deshalb keinen gültigen Stammbaum beibringen.
Mischlinge bekommt man von privat, von Katzenschutzorganisationen,
Tierheimen, Tierärzten. Wie sie sich charakterlich und körperlich
entwickeln, ist meist nicht abzusehen - es sei denn, man kennt die
Elterntiere. Sie stecken also voller - meist positiver - Überraschungen.
Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass sie gesund wirken. Sie
sollten sauber und munter sein und keine übergroße Ängstlichkeit zeigen.
Jungtiere von privat sind häufig noch nicht geimpft und entwurmt -
unbedingt erfragen und das neue Familienmitglied baldmöglichst einem TA
vorstellen.
1.7.2 Jungtier oder erwachsene Katze?
Das hängt am ehesten von den persönlichen Lebensumständen ab.
Katzenbabys sind süß, drollig, verspielt - und wahnsinnig
anstrengend. Sie haben nichts als Unfug im Kopf, machen viel kaputt,
haben einen enormen Energieüberschuss und müssen noch eine Menge lernen.
Wer die Zeit und die Nerven hat, ein Jungtier aufzuziehen, sollte gleich
an die Anschaffung von zwei Katzen denken. Dann hat das Kleine einen
Kumpel, mit dem es sich austoben und seine für die Entwicklung nötigen
Kampfspielchen exerzieren kann. Das schont die Wohnungseinrichtung, Haut
und Nerven des Dosis und macht sehr viel Freude.
Vorsicht mit "Wildlingen" (Jungtiere, die in den ersten Lebenswochen
keinen Menschenkontakt hatten); sie sind kaum für Katzenanfänger
geeignet.
Ein älteres Tier ist etwas ruhiger, meist schon ein wenig erzogen
(weiß i. a. wenigstens, was "nein" heißt). Auch Ex-Tierheimbewohner
müssen übrigens nicht psychisch gestört sein. Die meisten leben sich
schnell ein, fassen bald Vertrauen und begreifen, dass ihr neuer
Versorger es gut mit ihnen meint. Die Geduld, die zu Anfang
möglicherweise vonnöten ist, wird meist schnell mit besonderer
Anhänglichkeit belohnt.
- Mitnehmen: Im Allgemeinen die schlechteste Lösung, denn Katzen lieben Ortsveränderungen nicht. Handelt es sich allerdings um eine Art zweites Zuhause der Katze, in das sie regelmäßig "verschleppt" wird - kein Problem.
- Privat unterbringen. Siehe oben. Ein "zweites Zuhause" wird relativ gut akzeptiert.
- Katzenpension: Unbedingt vorher anschauen. Welche Impfungen werden verlangt, die bei reiner Wohnungshaltung bisher nicht nötig waren?
- Zu Hause versorgen lassen. Das kommt der Natur der Katze am ehesten entgegen. Sie bleibt in vertrauter Umgebung, bekommt zweimal täglich Futter, Wasser, Streicheleinheiten von Menschen, die sie kennt. In Frage kommen dafür Verwandte, Freunde, Nachbarn oder Catsitter. Catsitting funktioniert am besten auf Gegenseitigkeit. Dann hat man die Gewähr, dass der Betreuer sich mit Katzen auskennt, sie mag und tun wird, was er kann, um bei eigener Abwesenheit auch seine Katze gut betreut zu wissen. Catsitter findet man über Catsitting-Clubs in den Städten (Kleinanzeigen), über holiday-petcare (http://www.holiday-petcare.de) und über Catsitter-Listen von Futterherstellern.
- Einen Kurzurlaub (Wochenende z. B.) verkraften Katzen auch unbetreut, wenn sie zu zweit sind und ihnen genügend Futter (Trofu oder Futterautomat), Wasser und saubere Klos zur Verfügung stehen.

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Industriell hergestellte Fertigfutter sind als so genannte Nass-
oder Trockenfutter erhältlich. Unabhängig davon lassen sich beide Arten
in Standardfutter und Premiumfutter unterteilen. Ersteres findet sich in
praktisch jedem Lebensmittelgeschäft oder Supermarkt von diversen
Herstellern, während Premiumfutter fast ausschließlich über den
Tierbedarfsfachhandel vertrieben wird. Daneben sind so genannte
Ergänzungsfuttermittel im Handel erhältlich, die entweder aus
Inhaltsstoffen bestehen, welche nicht den gesamten Nährstoffbedarf der
Katze abdecken (z. B. Futter, die ausschließlich aus Fisch bestehen)
oder bestimmte Substanzen erhalten, die Mangelerscheinungen ausgleichen
sollen (z. B. Vitaminpräparate). Die Zusammensetzung des Futters wird
auf den Verpackungen angeführt. Leider bedienen sich die Hersteller
dabei oftmals einer eher schwer verständlichen Ausdrucksweise. Was die
Angaben auf den Packungen bedeuten, und wie man anhand dieser Angaben
die Qualität des Futters feststellt, wird bei Cats-Country (http://www.cats-country.de/futteret.htm)
erläutert. Umfassende weiterführende Hinweise zur Katzenernährung:
http://www.keinwitz.de/katzenernaehrung.html
http://de.geocities.com/ulrichlang2001/futter.html
http://www.christelw.de/katzen/futter/
http://www.ndh.net/home/schlangen/kib.html
(Grundlagen, Rezepte für gesunde und kranke Katzen)
Das sind sie eigentlich gar nicht. Premiumfutter werden aus
hochwertigen Rohstoffen hergestellt, die aufgrund ihrer besseren
Verwertbarkeit in wesentlich geringeren Mengen bereits den
Nährstoffbedarf der Katze decken und zur Sättigung führen. Daher reichen
wesentlich geringere Mengen zur Fütterung aus, was den Preis pro
Mahlzeit deutlich nach unten korrigiert. Man kann sich den Kostenfaktor
ähnlich dem zwischen Junkfood und einem exquisiten Menü aus feinsten
Zutaten vorstellen.
Rechenbeispiel:
Eine 100 g-Tüte des Futters der Marke W. kostet 39 Cent. Laut
Fütterungsempfehlung werden pro Tag 400 g benötigt, also 1,56 EUR. Das
höherwertige Futter der Firma I. kostet dagegen 0,79 EUR pro 170
g-Dose. Dieses deckt aber den gesamten Tagesbedarf eines Tieres. Somit
fällt der Preisvergleich von 1,56 EUR zu 0,79 EUR zugunsten des
Premiumfutters aus.
Das entscheidet im Endeffekt der persönliche Geschmack der Katze. Im
Gehalt unterscheiden sich beide Futtersorten praktisch nicht, wobei beim
Nassfutter das als Feuchtigkeit enthaltene Wasser mitbezahlt wird. Bei
Trockenfutterfütterung ist darauf zu achten, dass der Katze genügend
Trinkwasser bereit steht, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken (siehe 2.11). Der früher berechtigte Hinweis, dass
Trockenfutter zu Harnwegproblemen bei Katern führen kann, ist heute,
zumindest in Bezug auf Premiumtrockenfutter, nicht mehr
aufrechtzuerhalten. Die Futter sind mittlerweile so zusammengesetzt,
dass ein falscher pH-Wert des Urins vermieden wird.
Generell ist für den menschlichen Geschmack zubereitete Nahrung
nicht als Katzenfutter geeignet (siehe auch 2.8). Tabu
sind schokoladenhaltige Lebensmittel: Schokolade enthält Theobromin,
einen Stoff, den die Katze nur so langsam abbauen kann, dass er sich bis
zu einer giftigen Dosis anreichern kann. Des weiteren ist nicht jede
Sorte Fleisch, vor allem roh, geeignet als Katzennahrung. Rohes
Schweinefleisch kann z. B. für den Menschen harmlose Herpesviren
enthalten, die bei Katzen die tödliche Aujeszky'sche Krankheit
(Pseudowut) hervorrufen. Einige Schinken- und Salamisorten enthalten
rohes Schwein und fallen daher ebenfalls unter dieses Verbot. Bei rohem
Geflügel besteht die Gefahr von Salmonelleninfektionen, so dass
Geflügelfleisch besser durchgegart gefüttert werden sollte. Außerdem
kann rohes Fleisch die Erreger der Toxoplasmose enthalten (siehe 3.2.9).
Dass Alkohol auf keinen Fall als Tiernahrung taugt, sollte
selbstverständlich sein. Zurückhaltung ist auch bei allen Naschereien
und Süßspeisen angebracht. Wozu diese führen, kann mancher Dosi an sich
selbst auf der Waage und beim Zahnarzt sehen.
Wer seine Katze verwöhnen will, wird von einem riesigen Angebot
geradezu erschlagen. Bei den zahlreichen im Handel erhältlichen
Produkten gilt das Gleiche wie beim Futter: auf die Inhaltsstoffe
achten. Auch Leckereien sollten zuckerfrei sein, möglichst wenig
Kohlehydrate enthalten und nicht aus allen möglichen Schlachtabfällen
bestehen. Gut geeignet sind z. B. einzelne Brocken einer dafür
reservierten Trockenfuttersorte, Hefetabletten, frische Krabben, kleine
Stückchen milder Käse - alles, was Katz besonders gern mag und aus der
Hand fressen kann. Das können sogar kleine Stücke rohen Gemüses sein (z.
B. Gurke oder roter Paprika, siehe auch 2.8).
Dabei sollte aber unbedingt beachtet werden, dass auch Leckerchen
Energie liefern. Wenn viel nebenbei gegeben wird, müssen die
Hauptmahlzeiten entsprechend kleiner ausfallen.
Nicht nur aus Diätgründen, auch als besonderes Leckerchen, oder weil
man selbst bestimmen will, was die Katze serviert bekommt, kann jeder
seine Katze auch mit selbst Gekochtem füttern. Soll das Tier dauerhaft
so ernährt werden, dann sind bei der Zusammenstellung der Nahrung
unbedingt die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse der Katze zu
berücksichtigen, um einer Mangelernährung vorzubeugen.
Katzen sind Raubtiere und Fleischfresser. Ihr Gebiss und ihr
gesamter Verdauungsapparat sind nicht für die Verarbeitung von
Pflanzenkost geeignet. Katzen benötigen Pflanzen nur als Ballaststoffe
sowie als Hilfe beim Auswürgen von Haarballen (Katzengras). Im Gegensatz
zum Menschen kann die Katze den lebenswichtigen Stoff Taurin nicht
selbst herstellen, sondern ist auf tierische Nahrung angewiesen, um die
notwendige Menge aufnehmen zu können. Es werden vereinzelt
Nahrungsergänzungsmittel zur vegetarischen Ernährung von Katzen
angeboten, die den Mangel an Taurin, Arachidonsäure sowie Vitamin A und
B12 in vegetarischer Ernährung ausgleichen sollen. Hierbei besteht aber
die große Gefahr einer Mangelversorgung oder Überdosierung. Letztlich
muss jeder für sich entscheiden, ob seine eigene Moralvorstellung nicht
zu einer Qual für das Tier wird.
Ausprobieren. Fast alles, was Mensch isst und Katz mag, darf sie
haben - in geringen Mengen. Tabu sind stark/scharf gewürzte, salzreiche,
essig- und zuckerhaltige oder schwer verdauliche Lebensmittel (z. B.
Hülsenfrüchte, Kohl), außerdem Süßigkeiten, Schokolade, Alkoholisches,
Koffeinhaltiges und rohe Zwiebeln (siehe auch 2.4).
Kein Problem sind Milchprodukte (Quark, Joghurt), Reis, Nudeln,
Kartoffeln, gedünstete Gemüse, gekochtes Fleisch und gedünsteter Fisch
(salzfrei oder wenigstens salzarm gegart).
Das Idealgewicht einer Katze lässt sich nicht in Kilogramm
ausdrücken, da Körperbau, Größe und evtl. Rasse eine entscheidende Rolle
spielen. Unter http://www.odo.in-berlin.de/fbmi.html
gibt es eine Tabelle, anhand derer man überprüfen kann, ob die eigene
Katze Normalgewicht hat oder nicht. Allgemein könnte man sagen: Schlanke
Katzen sind gesünder und leben länger. Ob eine Katze schlank ist, kann
man sehen. Genaueres ergibt ein Abtasten (Vorsicht bei kitzligen
Katzen!): Wenn die Rippen fühlbar sind, ist das Tier nicht zu dick. Sind
sie nicht mehr problemlos tastbar, ist Abspecken angesagt (siehe 2.10).
- FdH: Weniger füttern, Gebettel ignorieren, keine Leckerchen zwischendurch. Übergewicht langsam (!) abbauen; zu schnelle Abnahme kann zum Leberschaden führen. Funktioniert problemlos (bis auf die nervliche Belastung des ständig belagerten Dosis) bei Einzel-Wohnungskatzen und bei Wohnungskatzen in Mehr-Katzen-Haushalten, wenn sie an einen eigenen Futternapf gewöhnt sind. Fehlt diese Voraussetzung, müssen die Katzen vermutlich an getrennte Fütterung gewöhnt werden.
- Ist das erwünschte Gewicht erreicht, kann kalorienreduziertes Futter gegeben werden, damit die Katze sich satt fühlt. Zum Abnehmen selbst taugt es nicht.
- Bewegung verschaffen: spielen, spielen, spielen... Ganz Bewegungsfaule kann man wenigstens dazu animieren, ihr Futter zu "jagen": Trofubrocken einzeln durch die Wohnung schnipsen.
- Bei Freigängern: Versuchen festzustellen, ob er/sie sich woanders mit durchfüttern lässt. Falls ja, die mitleidige Seele bitten, das Tier nicht weiter zu mästen.
- Wasser: Das ideale Getränk für Katzen. Die Vorlieben der Tiger
sind allerdings unterschiedlich. Manche mögen es frisch, manche
abgestanden, manche nur aus dem tropfenden Hahn, aus dem
Zimmerbrunnen, aus der noch feuchten Bade- oder Duschwanne. Da Trinken
wichtig ist, sollte man der Katze entgegenkommen und ihre persönlichen
Vorlieben beachten. Das Gießwasser, das sich in Blumenuntersetzern
sammelt, ist allerdings nur dann geeignet, wenn kein Pflanzendünger
und/oder Pflanzenschutzmittel (auch "biologische"!) verwendet wird,
und auch dann nur bedingt. Besser ist, wenn Katz an dieses Wasser
nicht herankommt. Auch die Toilette ist keine geeignete Trinkschale -
weniger wegen der Hygiene als wegen der Gefahr, kopfüber in den
Abfluss zu rutschen und zu ertrinken (Tiefspüler, Kleinkatzen). Wenn
eine Katze sehr wenig trinkt, kann das auch daran liegen, dass ihre
Wasserschale am "falschen" Platz steht. Viele Katzen ignorieren den
direkt neben dem Futter stehenden Wassernapf oder baden bestenfalls
ihre Pfoten darin. Wassernäpfe in einigen Metern Entfernung, auf der
Fensterbank, im Nebenzimmer dagegen werden gerne angenommen.
- Milch: Kein Getränk, sondern ein energiereiches Lebensmittel, das
von vielen Katzen nur schlecht vertragen wird. Nicht an Milch gewöhnte
Katzen können den Milchzucker nicht verwerten und bekommen von Milch
Durchfall.
- Mit Wasser verdünnte Milch oder Kondensmilch:
Geeignet für Wasserverweigerer, die Milch vertragen.
- Katzenmilch: Kein Getränk, sondern Leckerli. Mögen viele Katzen
nicht.
- Joghurt, Quark (evtl. mit Wasser verdünnt): Geeignet
für Wasserverweigerer.
- Warmes Wasser unters Nassfutter
gemischt: Geeignet für ganz Trinkfaule - sofern sie "Suppe"
mögen.

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- Gesund ernähren, siehe 2.1 bis 2.8
- Mit Beschäftigung, Streicheleinheiten, Ansprache, Spielen belohnen. Leckerlis sparsam einsetzen, siehe 2.5
- Dafür sorgen, dass sie genügend trinkt, siehe 2.11
- Infektionskrankheiten vorbeugen, siehe 3.3.
- Warme, vor Zugluft geschützte Schlafplätze anbieten.
- Parasiten vorbeugen bzw. bekämpfen (auch bei reinen Wohnungskatzen!), siehe 3.5
- Regelmäßige Gesundheitsschecks beim TA durchführen lassen - wichtig vor allem für ältere Katzen (ab etwa sieben Jahre), siehe 3.6, und sich mit den wichtigsten veterinärmedizinischen Fachbegriffen vertraut machen; hierbei hilft:
http://www.veteribaer.de/Fachbegriffe.htm
- Katzengras oder Malzpaste zur Verfügung stellen, damit die Katze beim Putzen aufgenommene Haare loswerden kann. Zumindest während des Fellwechsels regelmäßig kämmen oder bürsten, Langhaarkatzen täglich (!) ausgiebig kämmen.
- Nicht fett und faul werden lassen: ausreichend, aber eher knapp ernähren und spielen, spielen, spielen. Auch Katzen rosten, wenn sie rasten.
- Auf verdächtige Zeichen achten: Veränderungen von Klobenutzung, Kotbeschaffenheit, Fressverhalten, Trinkverhalten, Putzverhalten, Allgemeinbefinden; siehe auch 3.4
- Unfällen vorbeugen: Haushaltsgifte (Putz-, Wasch-, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Körperpflegemittel, Pflanzenschutzmittel, -dünger), Medikamente, Zigaretten und giftige Pflanzen außer Katzenreichweite schaffen (in der Giftpflanzendatenbank der Uni Zürich kann man nachschauen, ob eine Pflanze giftig ist oder nicht:
http://www.vetpharm.unizh.ch/giftdb/giftf.htm). Türen, die von allein zuschlagen könnten, sichern. Katzen nicht unbeaufsichtigt in Räumen lassen, in denen Fenster aufgekippt sind. Balkon mit Katzennetz sichern. Kratzbaum so stabil aufstellen, dass er nicht mitsamt der Katze umfallen und sie erschlagen kann. Heiße Herdplatten abdecken (Topf mit Wasser draufstellen). Plastiktüten wegräumen. Waschmaschine/Trockner vor dem Anschalten auf Katzenfreiheit überprüfen. Wenn Katz gern auf den Heizkörpern liegt, kann er/sie beim Abspringen mit den Krallen im Abdeckgitter
hängen bleiben: gegebenenfalls abnehmen oder abdecken. Kein gefährliches Spielzeug (Gummibänder, Geschenkbänder, kleine spitze oder scharfkantige Gegenstände, die verschluckt werden könnten) herumliegen lassen, gekauftes Katzenspielzeug auf riskante Bestandteile überprüfen (z. B. Augen von Spielmäusen; allgemein gelten die gleichen Kriterien wie bei Spielzeug für Kleinkinder, siehe auch 1.4.4).
In den folgenden Unterpunkten versuchen wir, einige der verbreiteten
Katzenkrankheiten vorzustellen. Beim geringsten Verdacht auf das
Vorliegen eines der beschriebenen Symptome empfehlen wir, unbedingt
einen TA aufzusuchen.
3.2.1 Katzenseuche (Feline Parvovirose, Panleukopenie)
Die Katzenseuche wird durch das feline Parvovirus ausgelöst und ist
eine hochansteckende Infektionserkrankung. Das Virus ist in der Umwelt
äußerst widerstandsfähig und findet sich in allen Körpersekreten der
Katze. Die Aufnahme des Virus erfolgt über die Mund- und
Nasenschleimhäute, wo es sich auch vermehrt.
Die Katzenseuche beginnt bereits drei bis sechs Tage nach einer
Infektion mit massiven Störungen des Allgemeinbefindens in Form von sehr
hohem Fieber, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Danach tritt im Falle
einer so genannten perakuten Verlaufsform innerhalb von zwölf bis 36
Stunden der Tod ein. In ihrer so genannten akuten Form stellen sich dann
äußerst heftige und blutige Durchfälle ein, bei starker plötzlicher
Verringerung der weißen Blutkörperchen (Panleukopenie). Durch den hohen
Flüssigkeitsverlust sterben die meisten Tiere an akutem
Kreislaufversagen. Trotz intensiver tierärztlicher Betreuung überleben
nur wenige Tiere. Die Diagnose der Katzenseuche gelingt über den
Nachweis der Parvoviren im Kot.
Zum Glück hat die Katzenseuche heute ihren Schrecken verloren, da es
einen wirksamen Impfschutz gibt (siehe 3.3).
3.2.2 Katzenschnupfen
Der Katzenschnupfen ist eine sehr ernsthafte Erkrankung für eine
Katze, nicht zu vergleichen mit unserem Schnupfen. Viele
unterschiedliche Erreger des Katzenschnupfens sind heute bekannt, wie
verschiedene Viren, Mikroben und Bakterien. Die Ansteckungsgefahr ist
groß, die Übertragung erfolgt im direkten Kontakt der Tiere.
Bereits wenige Tage nach einer Infektion zeigt sich der
Katzenschnupfen in häufigem Niesen, und bald gesellen sich schleimiger
Nasenausfluss, kräftiges Speicheln und Tränenfluss dazu. Die Katze hat
Fieber um 40°C. Sie atmet zunehmend durch den Mund und verweigert jede
Futter- und Flüssigkeitsaufnahme. Wenn die Katze jetzt nicht in
tierärztliche Behandlung kommt, können Augenschädigungen bis hin zur
Erblindung verbleiben, in seltenen Fällen kann es zum Tod der Katze
kommen.
Die Behandlung des Katzenschnupfens richtet sich nach den Symptomen,
in jedem Fall muss aber ein Antibiotikum über eine ausreichende Zeit
verabreicht werden. Der Besitzer kann die Behandlung unterstützen, indem
er die Verklebungen und Verkrustungen der Nasenöffnungen durch feuchte
Tücher auflöst und entfernt, damit die Nasenatmung wieder möglich wird.
Man muss unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten,
notfalls muss der TA mittels Infusion helfend eingreifen.
Es wird häufig eine chronische Verlaufsform des Katzenschnupfens
beobachtet, d. h. es zeigen sich immer wieder in unterschiedlicher
Heftigkeit die beschriebenen Krankheitsbilder.
Gegen Katzenschnupfen gibt es Schutzimpfungen (siehe 3.3).
3.2.3 Feline Leukämie ("Leukose")
Das feline Leukämievirus (FeLV) kann eine Vielzahl
unterschiedlichster Erkrankungen bei der Katze hervorrufen, wobei Tumore
der weißen Blutkörperchen (Leukämie, oder veraltet Leukose) eher selten
sind. Häufiger werden Blutarmut, Lymphknotentumore, vom Knochenmark
ausgehende Tumore sowie Störungen des Immunsystems und
Magen-Darm-Traktes beobachtet.
Die Übertragung erfolgt über den Speichel und den Kot. Da das Virus
in der Umwelt nur wenige Minuten überlebensfähig ist, ist zur
Übertragung ein enger Kontakt mit anderen Katzen nötig. Die
Ansteckungsgefahr nimmt mit der Größe einer Katzenpopulation zu. Die
überwiegende Zahl der infizierten Katzen kann das Virus erfolgreich
eliminieren, bei einem Teil der Katzen verbleibt es aber im Körper.
Eine Diagnose einer FeLV-Infektion erfolgt durch einen direkten
Nachweis des FeLV in einer Blutprobe. Bei positivem Ausgang muss diese
Blutuntersuchung nach ein paar Wochen wiederholt werden, erst bei
erneutem positiven Ergebnis ist die Diagnose gesichert.
Bei dauerhafter FeLV-Infektion ist keine Heilung im Sinne einer
Entfernung der FeLV möglich. Solche Katzen sterben innerhalb von drei
bis fünf Jahren an den angeführten FeLV-assoziierten Erkrankungen. In
erreger- und stressarmer Umgebung (ausschließliche Wohnungshaltung)
haben sie jedoch eine längere Überlebensdauer zu erwarten.
Es gibt eine FeLV-Schutzimpfung mit ausreichendem Impfschutz für
Freigänger und Katzen in mittelgroßen Katzenpopulationen (siehe 3.3).
3.2.4 Tollwut
Die Tollwut ist eine Viruserkrankung, die nach dem Tierseuchengesetz
(TierSG) meldepflichtig ist. Liegt kein gültiger Impfnachweis vor, kann
eine Katze im Verdachtsfall eingeschläfert oder in Quarantäne genommen
werden, sofern sie sich in einem Tollwutsperrbezirk aufhielt.
Das Tollwutvirus wird hauptsächlich durch Bisse von infizierten
Nagern übertragen, es kann aber auch über die Mundschleimhaut beim
Verzehr infizierter Tiere aufgenommen werden.
Achtung! Die Katze kann die Tollwut durch Bisse auf den Menschen
übertragen! Das Tollwutvirus verliert im austrocknenden Speichel seine Infektiosität
in wenigen Stunden, in ungekühlten Kadavern in etwa einem
Tag und in gekühltem Gewebe in mehreren Tagen.
Nach einer Infektion vermehrt sich das Virus zunächst im
Muskelgewebe, bevor es über die Nervenbahnen ins Hirn gelangt, wo es
sich stark ausbreitet. Das Virus verbreitet sich darüber hinaus in die
Augennetzhaut und die Speicheldrüsen.
Nach zehn bis 15 Tagen kommt es zum Ausbruch der Tollwut, die in
drei Stadien durchlaufen wird. In den ersten ein bis zwei Tagen kommt es
zu auffälligen Verhaltensveränderungen (scheue Tiere werden zutraulich
oder umgekehrt), vergrößerten Pupillen und erhöhter Temperatur. Daran
anschließend zeigen sich über zwei bis vier Tage hinweg Muskelzuckungen,
Koordinationsstörungen der Hinterläufe, Schluckbeschwerden und erhöhte
Speichelproduktion sowie ein deutlich aggressives Verhalten. Das letzte
Stadium führt innerhalb von ein bis vier Tagen zum Tod durch
fortschreitende Lähmung, begleitet von großer Angst.
Man kann die Katze durch eine Tollwutschutzimpfung sehr gut schützen
(siehe 3.3).
3.2.5 FIP (Feline infektiöse Peritonitis)
Die feline infektiöse Peritonitis ist eine Infektionserkrankung, die
nicht sicher nachgewiesen werden kann, vor der es keinen zuverlässigen
Schutz gibt und für die keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt sind. Sie
führt immer zum Tod der Katze. Am häufigsten erkranken junge Katzen
zwischen sechs Monaten und zwei Jahren und ältere Tiere ab 14 Jahren.
Man kennt zwei verschiedene Verlaufsformen, die trockene FIP und die
feuchte FIP. Bei letzterer kommt es wegen des entzündeten Bauchfells,
Herzbeutels und Brustfells zu massiven Ergüssen in die entsprechenden
Körperhöhlen. Dies führt zum typischen "Wasserbauch". Bei der trockenen
Form bleiben Flüssigkeitsabsonderungen der entzündeten Organe aus.
Allerdings werden auch Mischformen beider Verlaufsformen der FIP
beobachtet.
Die Krankheitserscheinungen beim Ausbruch einer feuchten FIP sind
vielfältig: Meist verweigert die Katze die Nahrung, magert ab und sieht
ganz offensichtlich krank aus. Dann kommt es zu einer starken Zunahme
des Bauchumfanges, und Fieber setzt ein. Die trockene FIP wird von
weniger klaren Symptomen begleitet: Auch hier treten Appetitlosigkeit
und Gewichtsverlust ein. Darüber hinaus beobachtet man häufig Blutarmut,
Gelbsucht und manchmal Probleme mit den Augen und dem Nervensystem.
Die Ursachen für FIP sind noch nicht abschließend geklärt. Heute
geht man davon aus, dass es zunächst zu einer Infektion mit völlig
harmlosen und überall in der Umwelt anzutreffenden felinen enteralen
Coronaviren (FECV) kommt. Die überwiegende Mehrheit aller Katzen regiert
mit einer funktionierenden Immunantwort. Leider mutieren diese FECV
recht häufig, weshalb manchmal mutierte FECV entstehen können, die die
gefährliche FIP auslösen können. Diese Viren nennt man dann FIP-Viren.
Eine Katze infiziert sich also nicht mit FIPV, sondern mit FECV. FIPV
entstehen erst durch Mutation in der Katze.
Seit 1991 ist eine Schutzimpfung gegen FIP namens Primucell® der
Firma Pfizer auf den Markt, der direkt in die Nase der Katze geträufelt
wird. Der Impfschutz wirkt über Antikörper in den Schleimhäuten der
Nase, des Mundes und des Rachens, die die über den Mund und die Nase
aufgenommenen FECV noch vor Eintritt in den Körper bekämpfen sollen. Die
Wirksamkeit dieser Impfung wird in der Fachwelt allerdings äußerst
kontrovers diskutiert. Weitgehend einig ist man sich darüber, dass eine
Impfung nur für Katzen zu empfehlen ist, die noch nie Kontakt mit
Coronaviren hatten. Aber selbst dann liegt die Schutzwirkung bei
deutlich unter 100 Prozent. FIP ist vor allem in größeren
Katzenbeständen ein Problem, also in Tierheimen und Katzenzuchten, da
dort sehr viel mehr Katzen mit Coronaviren Kontakt hatten, als dies bei
Katzen in Einzelhaltung ohne Freigang der Fall ist.
Weitere Details sind der von Michael Grimm geschriebenen Mini-FAQ zu
FIP zu entnehmen, die unter http://www.odo.in-berlin.de/mini-FIP-FAQ.html
zu finden ist.
3.2.6 FIV ("Katzen-Aids")
FIV steht für "felines Immunschwäche Virus", und die durch dieses
Virus verursachte Erkrankung wird in Analogie zu HIV auch "Katzen-Aids"
genannt. Es besteht keine Gefährdung des Menschen durch FIV-infizierte
Katzen.
Das Virus ist in der Umwelt nur wenige Minuten überlebensfähig, es
wird hauptsächlich durch Bisse übertragen. Deshalb unterliegen
Freigänger in Gegenden hoher Katzendichte einem erhöhten Risiko, sich in
Revierstreitigkeiten mit dem FIV-Virus zu infizieren. Des weiteren kann
es zu einer Infektion beim Deckakt kommen, und infizierte Muttertiere
können das Virus auf ihre Welpen übertragen. Bei normalen sozialen
Kontakten existiert hingegen nur ein sehr geringes Infektionsrisiko.
Eine infizierte Katze bleibt über viele Jahre hinweg gesund, bevor
allmählich eine Beeinträchtigung des Immunsystems erkennbar wird: Es
häufen sich gesundheitliche Probleme mit unbekannter Ursache, wie
häufiges Fieber, Lymphknotenschwellungen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust; aber auch Verhaltenstörungen sind möglich.
Diese Phase der Erkrankung kann von wenigen Monaten bis ein paar
Jahre anhalten, bevor ein mit dem menschlichen AIDS vergleichbares
Krankheitsstadium ausbricht: Die Katze verliert stark an Gewicht, und
die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen sinkt drastisch. Außerdem
kommt es vermehrt zu entzündlichen Erkrankungen der Haut, der Mund- und
Nasenhöhle sowie zu chronischem Durchfall.
In diesem angeschlagenen Zustand treten vermehrt Infektionen auf.
Das Immunsystem der Katze ist so geschädigt, dass es trotz bester
tierärztlicher Hilfe unweigerlich zum Tod kommen wird.
Die Diagnose erfolgt über einen Bluttest. Es gibt keine Heilung
einer FIV-Infektion, man kann nur die begleitenden Erkrankungen
behandeln, und derzeit ist in Deutschland noch keine Schutzimpfung
zugelassen (siehe auch 3.3). Die wirksamste Vorbeugung
besteht in der Vermeidung der Übertragung von Katze zu Katze.
Ähnlich wie beim Menschen gibt es für Katzen eine antivirale
Chemotherapie mit Retrovir(R), die die Lebensqualität der Katze erhöhen
und die Lebenserwartung verlängern kann. Diese Therapie bedarf aber
einer regelmäßigen Überwachung der Blutwerte, weshalb es abzuwägen gilt,
ob man stressanfälligen Tieren die regelmäßigen TA-Besuche zumuten will.
3.2.7 Niereninsuffizienz
Bei Niereninsuffizienz arbeitet ein großer Teil des Nierengewebes
nicht mehr richtig. Feststellen kann man sie meist erst, wenn schon
mindestens 60-70 Prozent des Filtergewebes der Nieren geschädigt sind.
Die Diagnose chronische Niereninsuffizienz (CNI) bedeutet nicht, dass
die Katze sofort eingeschläfert werden muss. Da aber bereits ein
Großteil der Nieren irreparabel zerstört ist, muss von nun an u. a. die
Ernährung umgestellt werden.
Die Nieren sind Filter, die das Blut von Stoffwechselabfällen
reinigen, so dass diese über den Urin ausgeschieden werden. Wenn die
Filter nicht mehr richtig arbeiten, vergiftet der Körper langsam. Die
Auswirkungen sind z. B. Erbrechen, Durchfall, stumpfes Fell,
Nickhautvorfall, Unsauberkeit. Bei vielen (nicht allen!) CNI-Katzen wird
ein zu hoher Blutdruck festgestellt. Daher werden seit kurzem auch
ACE-Hemmer (blutdrucksenkende Mittel) eingesetzt. Bei mangelndem Appetit
kann man Vitamin B-Tabletten verabreichen oder Eisen-Vitamin
B-Komplex-Injektionen geben lassen. Sollte der Phosphorspiegel im Blut
zu hoch sein und/oder die Katze beim besten Willen kein Diätfutter
fressen wollen, gibt es Präparate (u. a. Ipakitine), die den
Phosphorspiegel senken können. Es empfiehlt sich daher, den behandelnden
TA darauf anzusprechen. Auch Infusionen wirken sich positiv aus, denn
oftmals sind CNI-kranke Katzen bereits sehr ausgetrocknet. Was genau
gemacht wird, hängt auch von den Blutwerten ab.
Am wichtigsten ist es, die Nieren nicht unnötig zu belasten: Der TA
wird wahrscheinlich bereits erwähnt haben, dass von jetzt an
(ausschließlich, auch keine Leckerchen mehr!) eine Nierendiät gefüttert
werden muss. Warum? Eine schwere Belastung für die Katzennieren sind die
Stoffwechselprodukte aus pflanzlichen und damit für Katzen
minderwertigen Eiweißen. Diese finden sich häufig in Billigfuttern (vgl.
2.1 und 2.2) und müssen von nun an
gemieden werden, ebenso wie ein Zuviel an Phosphor, Calcium und
Magnesium. Diese (oft unter Rohasche zusammengefassten) Mineralien
können die Nieren zusätzlich belasten.
Nierendiäten sind in der Zusammensetzung auf die Bedürfnisse einer
Katze mit CNI abgestimmt. Sie sind deshalb die wichtigste Hilfestellung,
die man einer CNI-kranken Katze geben kann. Niemals sollte statt der
Diät vom TA eine so genannte "Nieren-Schonkost" aus dem Handel gefüttert
werden; diese Schonkosten mögen zur Vorbeugung geeignet sein, zur
Behandlung aber nicht. Sollte die Katze die Diät nicht akzeptieren,
hilft es oft schon, das Futter leicht anzuwärmen.
Katzen mit Niereninsuffizienz können ebenso alt werden wie gesunde
Tiere, wenn sie entsprechend behandelt werden: mit richtiger Fütterung,
den nötigen Medikamenten und regelmäßigen Checks beim TA.
3.2.8 Diabetes mellitus
Wie der Mensch können auch Katzen an Diabetes mellitus, der
"Zuckerkrankheit" erkranken.
Was ist Diabetes?
Das Verdauungssystem spaltet Nahrung auf und wandelt einen Teil
davon in Glukose um, die ins Blut aufgenommen wird. Die Zellen des
Körpers absorbieren diese Glukose und gewinnen daraus Energie. Insulin
ist das Hormon, das den Zellen signalisiert, die Glukose aufzunehmen -
fehlt das Insulin, bleibt die Glukose im Blut. In einem gesunden System
regt die Aufnahme von Nahrung die Bauchspeicheldrüse dazu an, Insulin
auszuschütten. Je mehr Nahrung aufgenommen wird, desto mehr Insulin wird
ausgeschüttet. Stark vereinfacht handelt es sich bei Diabetes um eine
Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse kein Insulin produziert.
Ein Teil des Schadens, den Diabetes im Körper anrichtet, basiert
darauf, dass die Glukose im Blut bleibt, aber größtenteils entsteht er
dadurch, dass die Zellen wegen des Glukosemangels nicht mehr richtig
funktionieren. Der Körper beginnt zu verhungern, weil die Zellen sich
nicht erneuern können, wenn ihre Lebenszeit abgelaufen ist.
Die Anzeichen
Diabetes wird manchmal als Resultat eines routinemäßigen Bluttests
diagnostiziert, und Katzen, die sehr viel Glück haben, werden behandelt,
bevor sich Symptome zeigen. In den meisten Fällen wird die Diagnose
jedoch gestellt, weil der Katzenhalter eines oder mehrere der folgenden
Hauptmerkmale beobachtet:
- PU = Polyurie (häufiges oder exzessives Urinieren)
- PD = Polydipsie (häufiges oder exzessives Trinken)
- Gewichtsverlust trotz ausreichender Nahrungsaufnahme
Der Diabetiker ist hungrig und nimmt mehr Nahrung auf, verliert aber
trotzdem Gewicht. Einige Organe versuchen, das Problem zu korrigieren:
Die Nieren beispielsweise reagieren auf das Überangebot an Glukose im
Blut, indem sie sie ausfiltern. Sie arbeiten deswegen ständig auf
Hochtouren und benötigen dafür eine Menge Wasser. Deshalb ist der
Diabetiker ständig durstig und scheidet große Mengen verdünnten Urins
mit hohem Zuckergehalt aus. Durch die ständige Überlastung sind die
Nieren oft die ersten Organe, die geschädigt werden. Schäden an Augen
oder Nerven werden wegen ihrer Auffälligkeit jedoch oft eher
wahrgenommen. Wenn bei der Diagnose bereits Schäden festgestellt werden,
existiert der Diabetes schon eine ganze Weile und hat ein kritisches
Stadium erreicht.
Die Behandlung
Diabetes mellitus ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die
unbedingt behandelt werden muss, da sie sonst langsam und zunehmend
qualvoll zum Tode führt. Leider raten immer noch manche TÄ davon ab,
eine Behandlung auch nur zu versuchen, obwohl die Prognose gut ist, wenn
die Blutzuckereinstellung gelingt.
Das Ziel der Behandlung ist, den Blutzucker so unter Kontrolle zu
bringen, dass er sich innerhalb (oder nahe) der Normal-Werte bewegt, die
bei funktionsfähiger Bauchspeicheldrüse vorlägen.
Bei leichten Formen des Diabetes kann man versuchen, durch eine
Nahrungsumstellung auf spezielles Diätfutter eine Besserung und
Einstellung zu erreichen. In den meisten Fällen wird man jedoch
zweimal täglich zu festen Zeiten Insulin spritzen müssen.
Gliptizid-Tabletten wirken bei Katzen praktisch nicht. Sie sollen die
verbleibenden Insulin produzierenden Zellen zu verstärkter Arbeit
anregen, aber dies ist bei einer degenerativen Krankheit nicht sinnvoll.
Für veterinärmedizinische Zwecke ist außerdem die
Marktzulassung abgelaufen, so dass sie üblicherweise nicht
mehr erhältlich sein sollten. Es könnte aber durchaus ein
humanmedizinisches Präparat "umgewidmet" werden (d. h. in diesem
Fall für Tiere eingesetzt), da es nichts Vergleichbares gibt. Damit tut
man seiner Katze aber keinen Gefallen, auch wenn es zuerst nicht so
abschreckend klingt wie zweimal täglich die Spritze.
Am Anfang ist die Behandlung sehr aufwändig, da die richtige Dosis
Insulin gefunden werden muss. Das bedeutet häufige Besuche beim TA,
Blutentnahmen und damit jedes Mal Stress für die Katze. Obendrein können
die Werte verfälscht werden, da bei Katzen durch den Stress der
Blutzucker in die Höhe schießen kann. Man sollte in Absprache mit dem TA
versuchen, Blutzuckermessungen zu Hause durchzuführen. Dies geht mit
einem in der Apotheke erhältlichen Glucometer. Man braucht hierfür nur
einen einzigen Tropfen Blut, den man durch einen Stich mit einer
Lanzette in die kleine Ader am Ohrenrand gewinnen kann. Dies bedeutet
für alle Beteiligten weniger Stress.
Das Spritzen selbst wird vom TA gezeigt und einige Male unter
Kontrolle geübt. Es ist nicht sehr schwer, tut dem Tier nicht weh und
wird sehr schnell zur täglichen Routine. Wichtig ist es nur, die Zeiten
genau einzuhalten, da sonst entweder zu wenig oder zu viel Insulin im
Körper ist. Zu wenig ist kurzfristig nicht so schlimm, nur sollte dies
nicht zum dauerhaften Zustand werden, da man sonst wieder beim
unkontrollierten Diabetes mit allen bereits beschriebenen Folgen
anlangt. Gefährlich ist eine Überdosierung, da es hierbei zur
Unterzuckerung kommt: Desorientierung, Krämpfe, Koma und u. U. schneller
Tod sind die Folgen, wenn nicht eingegriffen wird. In solchen Fällen
muss man der Katze schnellstens etwas Traubenzuckerlösung (zur
Not tut es auch Honig) auf die Lefzen schmieren, sie gut einpacken und
sofort zum (Not-) TA bringen. Dieser Zustand ist akut
lebensbedrohlich, und je schneller man etwas unternimmt, desto besser
sind die Chancen für die Katze.
Wenn es anfangs auch schwierig aussieht: Im Lauf der Zeit wird die
tägliche Insulingabe schnell zur Routine, und eine gut eingestellte
Katze mit Diabetes kann noch viele glückliche Jahre erleben. Man sollte
nie vergessen, dass man mit den täglichen zwei kleinen Pieksern und der
gelegentlichen Blutzuckerkontrolle das Tier nicht quält, sondern ihm im
Gegenteil Lebensqualität zurückgibt.
3.2.9 Toxoplasmose
Wir erwarten ein Kind, müssen wir unsere Katze nun abschaffen?
Nein, es müssen nur gewisse Dinge beachtet werden. Toxoplasmen sind
Einzeller, Endwirt ist die Katze, jedoch werden auch andere Lebewesen
als Zwischenwirte genutzt. In diesem Fall bilden die Toxoplasmen im
Fleisch der Zwischenwirte Zysten, in denen sie sich bis zum Erreichen
des Endwirtes Katze verkapseln.
Die häufigste Toxoplasmeninfektionsquelle für Menschen ist nicht
etwa die Katze, sondern der Verzehr von rohem oder unzureichend gegartem
Fleisch (von allen Tieren, darunter fallen auch Rohwürste und Schinken),
ebenso von ungewaschenem Obst, Gemüse und Salat. Die meisten Erwachsenen
haben sich längst mit Toxoplasmen infiziert und sind daher immun: In
Mitteleuropa weisen 60-70 Prozent der Bevölkerung Antikörper (die
mütterlichen Antikörper schützen auch das Ungeborene) gegen Toxoplasmen
auf. Die Infektion verläuft meist unbemerkt oder mit unspezifischen
Merkmalen einer allgemeinen Infektion.
Nur wenn eine Frau keine Antikörper (Frauenarzt nach
Blutuntersuchung auf Toxoplasmen-Antikörper fragen!) aufweist, kann eine
Toxoplasmeninfektion während der Schwangerschaft ein Risiko für
das Ungeborene (Organschäden, Entwicklungsverzögerungen, Früh- und
Totgeburten) darstellen. In dem Fall sollte man seine Katze beim TA auf
Toxoplasmen-Antikörper testen lassen, denn nur eine frisch infizierte
Katze kann die für den Menschen gefährlichen Oozysten über den Kot
ausscheiden, der übrigens erst nach einer gewissen Zeit infektiös ist.
Wenn der Antikörper-Test der Katze negativ ist, auf keinen Fall rohes
Fleisch verfüttern (und natürlich auch selber keines essen!), um nicht
doch noch eine Infektion herbeizuführen.
Bei Freigängern, die noch keine Infektion durchgemacht haben, steht
man vor dem Problem, dass sie sich z. B. bei der Mäusejagd infizieren
können. Das bedeutet: Katze drinnen behalten (sehr schwierig) oder
penibel auf die Hygiene achten (häufiges Händewaschen).
Ist der Test der Katze positiv, der eigene aber negativ ausgefallen,
sollte Frau die Reinigung der Katzentoilette jemand anderem überlassen
oder zumindest Handschuhe dabei tragen. Nach Gartenarbeit (Kot der
Nachbarskatzen!), Katzentoilettenreinigung und intensivem Schmusen
(Kotreste im Fell -> Schmierinfektion) die Hände sorgfältig waschen,
Salat, Obst und Gemüse nicht ungewaschen essen (auch Schnecken und
Insekten können Toxoplasmenträger sein) und natürlich rohe und halbgare
Fleisch- und Wurstwaren meiden. Wer diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet,
darf auch während der Schwangerschaft Freude an seinem Fellbüschel
haben.
Weiterführendes zum Thema: http://www.laboklin.de/rat_tat/rt_toxop.htm
Katzenseuche (siehe 3.2.1)
Grundimmunisierung: In der neunten oder zehnten Lebenswoche erste
Impfung, zwei bis vier Wochen später zweite Impfung. Der Impfschutz hält
je nach Impfstoff ein bis zwei Jahre vor. Notwendig für: Alle Katzen,
auch wenn sie weder Freigang noch Kontakt zu fremden Katzen haben. Die
Erreger sind äußerst widerstandsfähig und werden vom Menschen in die
Wohnung eingeschleppt.
Katzenschnupfen (siehe 3.2.2)
Grundimmunisierung: Ab der neunten Lebenswoche erste Impfung, vier
Wochen später zweite Impfung. Der Impfschutz hält ein Jahr vor. Danach
sollte jährlich nachgeimpft werden. Notwendig für: Alle Katzen,
Katzenschnupfen kann sehr schnell chronisch werden. Probleme: Es gibt
inzwischen Resistenzen, so dass immer häufiger auch geimpfte Tiere an
Katzenschnupfen erkranken. Zudem wird diese Erkrankung durch
verschiedene Erreger ausgelöst: vor allem Caliciviren und Chlamydien.
Chlamydien stellen derzeit nur ein Problem in größeren Beständen, also
in Zuchten und Tierheimen, dar. In Ein- oder Zwei-Katzen-Haushalten
braucht nicht unbedingt gegen Chlamydien geimpft zu werden. Wer trotzdem
dagegen impfen lassen möchte, kann auf einen Kombiimpfstoff gegen beide
Erreger zurückgreifen.
Feline Leukämie ("Leukose", siehe 3.2.3) Grundimmunisierung: Ab der zwölften
Lebenswoche erste Impfung, zwei Wochen später zweite Impfung. Danach
jährliche Auffrischung. Geimpft werden sollten nur FeLV-negative Tiere.
Vor der ersten Impfung muss also ein Bluttest gemacht werden. Notwendig
für: Freigänger und Katzen, die in größeren Gruppen leben.
Wohnungskatzen, die allein oder zu zweit gehalten werden und garantiert
nicht in Kontakt mit fremden Katzen kommen, brauchen nicht gegen Feline
Leukämie geimpft zu werden. Probleme: Die Impfung bzw. die
Trägersubstanz des Impfstoffes (Adjuvans) steht im Verdacht, bei älteren
Katzen sehr aggressive Tumoren auszulösen - das so genannte
impfinduzierte Fibrosarkom. Das Risiko scheint mit der Häufigkeit der
durchgeführten Impfungen, der Anzahl verschiedener Impfungen an einer
Impfstelle und dem Lebensalter des geimpften Tieres zu steigen. Da
ältere Katzen anscheinend einen höheren Eigenschutz aufweisen und der
Impfschutz ohnehin länger als ein Jahr anzuhalten scheint, empfehlen
manche TÄ, die Impfung nicht jährlich, sondern nur alle zwei bis drei
Jahre zu wiederholen und ab dem siebten Lebensjahr gar nicht mehr
durchzuführen. Unabhängig davon sollte auf keinen Fall im Nacken,
sondern auf den hinteren Oberschenkeln geimpft werden, weil dort ein
evtl. auftretendes Fibrosarkom wesentlich erfolgversprechender operiert
werden kann. Außerdem sollte die Leukose-Impfstelle nicht für andere
Impfungen genutzt werden (Empfehlung: hinten links).
Tollwut (siehe 3.2.4)
Grundimmunisierung: Einmalige Impfung ab der zwölften Lebenswoche.
Danach jährliche Auffrischung (amtstierärztlich vorgeschrieben, länger
als ein Jahr zurückliegende Tollwut-Impfungen werden nicht als gültiger
Impfschutz anerkannt). Notwendig für: Freigänger und Wohnungskatzen mit
Kontakt zu Freigängern. Diese tödliche Virus-Infektion ist auf Menschen
übertragbar. Gerät eine Katze ohne nachgewiesenen Impfschutz (Impfpass)
unter Tollwutverdacht, kann sie getötet werden. Probleme: Auch die
Tollwut-Impfung steht unter Verdacht, das impfinduzierte Fibrosarkom
auszulösen. Da sie jährlich wiederholt werden muss, kann man nur eines
tun, um das Risiko gering zu halten: Immer auf den hinteren
Oberschenkeln impfen (Empfehlung: hinten rechts).
Feline infektiöse Peritonitis (FIP, siehe 3.2.5) Erste Impfung frühestens ab der 17.
Lebenswoche, danach jährlich. Notwendig für: Ein halbwegs wirksamer
Schutz konnte bisher nur bei FCoV-negativ getesteten Jungtieren
nachgewiesen werden. Bei älteren und/oder FCoV-positiven Tieren macht
die Impfung keinen Sinn.
FIV ("Katzen-Aids", siehe 3.2.6) In
Europa gab es bisher keine wirksame Schutzimpfung. Im März 2002 hat
jedoch die FDA (US-amerikanische Gesundheitsbehörde) die kommerzielle
Produktion des ersten Katzen-Aids-Impfstoffes genehmigt. Er soll in den
USA bereits im Sommer 2002 für Tierärzte verfügbar sein. Laut den
Entwicklern Niels Pederson und Janet Yamamoto haben Studien nachweislich
die Wirkung des Impfstoffes bestätigt: 67 Prozent der geimpften Katzen
blieben gesund, als sie ein Jahr nach der Impfung infiziert wurden,
verglichen mit 26 Prozent bei ungeimpften Katzen.
Weiterführende Informationen zur Impfproblematik allgemein sind zu
finden unter http://www.barfers.de/cats/peichlHF.htm
Im Folgenden sind die wichtigsten Symptome und die Krankheiten
aufgelistet, auf die sie am ehesten hindeuten können. In jedem Fall
gilt: Lieber einmal "zu oft" zum TA, um abklären zu lassen, was genau
hinter einem Symptom steckt, als einmal zu wenig! Diese Liste ist nicht
vollständig. Sie zeigt nur einige Möglichkeiten auf, die zutreffen
können.
3.4.1 Erbrechen
Man sollte zwei Arten von Erbrechen unterscheiden:
Zum einen das physiologische, also normale Erbrechen, bei welchem
die Katze Haare z. B. in Verbindung mit Gras erbricht; zum anderen das
krankhafte Erbrechen. Teilweise sind die Übergänge fließend, z. B. kann
auch häufiges Fressen von Gras mit danach folgendem Erbrechen mit
Schleim auf eine Erkrankung hindeuten.
Krankhaftes Erbrechen kann sich sowohl in Leererbrechen mit oder
ohne Schleim als auch in Erbrechen von Futter äußern.
Beide Arten von Erbrechen sind häufig begleitet von
Übelkeitsgefühlen, die sich in Form von Schmatzen, vermehrtem Speicheln
und/oder evtl. Unruhe äußern.
Die Ursachen sind vielfältig: Magenschleimhautreizung oder
-entzündung, Verstopfung (siehe auch 3.4.2),
verschluckte Fremdkörper (siehe auch 5.11), Tumoren,
Probleme mit Bauchspeicheldrüse, Leber oder Niere, massiver
Spulwurmbefall, Vergiftungen und nicht zuletzt Futtermitteltunverträglichkeiten. Im Zweifelsfalle, v. a. bei täglichem
oder sehr häufigem Erbrechen und bei schlechtem Allgemeinbefinden also
immer zum TA.
Zur Selbsthilfe siehe 3.4.2 (Fastenzeit, Diät).
Als eher harmlos zu deuten ist das nicht selten vorkommende
Erbrechen nach Aufnahme großer Mengen an Trockenfutter. Es quillt im
Magen auf, dieser signalisiert Überfüllung, und das Futter kommt
kurzerhand retour. Mitunter wird auch Feuchtfutter zu hastig
verschlungen und wieder erbrochen.
Abhilfe schafft eine Portionierung des Futters. Zu langsamerem
Fressen können auch ein oder mehrere große Steine im Futternapf
animieren, um die herumgefressen werden muss. Die Steine sollten aber so
groß sein, dass sie nicht verschluckt werden. Unter Umständen hat die
Katze auch nicht genügend Ruhe beim Fressen, fühlt sich z. B. durch
Mitkatzen gestört. In dem Fall sollte man getrennt füttern.
Hält das Erbrechen weiter an, sollten organische Ursachen abgeklärt
werden.
3.4.2 Durchfall
Wenn die Katze mehrmals täglich breiigen oder wässrigen Kot mit oder
ohne Blut und/oder Schleim absetzt, können verschiedene Ursachen
dahinter stecken: Wurmbefall (dabei können sich Durchfälle mit normal
geformtem Kot abwechseln), Gärungsprozesse im Darm (Blähungen), virale,
bakterielle oder parasitäre Infektionen, Hormon- und
Stoffwechselstörungen (z. B. Schilddrüsenüberfunktion), Futtermitteltunverträglichkeiten
bzw. Allergien, Tumoren, Probleme mit
der Bauchspeicheldrüse und/oder der Leber und nicht zuletzt, wenn auch
selten, Vergiftungen.
Als Grundregel gilt: Auf jeden Fall den TA konsultieren, wenn der
Durchfall länger als zwei Tage anhält, wässrig ist, viel Blut
abgesondert wird, das Allgemeinbefinden schlecht ist oder es sich um
einen Katzenwelpen handelt! Anhaltender Durchfall führt durch Wasser-
und Nährstoffverlust zu Austrocknung sowie Abmagerung und kann
Elektrolytverschiebungen im Blut bewirken.
Als erste Maßnahme bei erwachsenen Katzen, die sich ansonsten
ungestört verhalten, sollte 24 Stunden nicht gefüttert werden, um den
Magen-Darm-Trakt zu entlasten. Danach entweder eine selbst gekochte Diät
oder eine beim TA erhältliche Schonkost füttern, damit die
angeschlagenen Darmwände geschont werden. Handelsübliches Futter ist
nicht geeignet, da die Darmwände jetzt durchlässiger sind, so dass
größere Moleküle in die Blutbahn übertreten, vom Immunsystem als fremd
erkannt werden und eine Futtermittelallergie auslösen können. Wichtig
über die ganze Zeit ist, dass die Katze genügend trinkt! Dazu kann man
neben Wasser auch Kamillen- oder verdünnten Schwarztee anbieten, wenn
die Katze dies mag. Die Diät bzw. Schonkost sollte mindestens drei bis
vier Tage lang gegeben werden, auch wenn der Durchfall bereits
abgeklungen ist. Und zwar in möglichst kleinen, aber häufigen Portionen,
um Magen und Darm nach dem Futterentzug langsam wieder an Nahrung zu
gewöhnen und nicht gleich wieder zu überlasten.
3.4.3 Verstopfung
Setzt eine Katze seit mindestens einem Tag bei eigentlich gutem
Fressverhalten keinen Kot ab, spricht man bereits von Verstopfung. Diese
sollte so bald wie möglich behandelt werden, da sie zu einer
lebensbedrohlichen Situation führen kann!
Mögliche Ursachen: Darmträgheit bei eher faulen Katzen,
Darmverschluss durch Fremdkörper, Würmer, Tumoren oder
Darmverschlingungen, Störungen im Nervensystem z. B. nach Unfällen oder
Störungen des Stoffwechsels bzw. Hormonhaushaltes.
I. d. R. äußert sich eine Verstopfung neben dem Nichtabsetzen von
Kot in Abnahme der Futteraufnahme bis hin zu Futterverweigerung,
häufigem Leererbrechen und einem verhärteten Bauch, der auch schmerzhaft
sein kann. In vielen Fällen wird sich die Katze lustlos zeigen.
Durch den im Darm liegenbleibenden Kot und seine Giftstoffe kann
sich eine Vergiftung entwickeln; ferner kommt es zu einer
Darmerweiterung, evtl. auch zu einer Schädigung des darmeigenen
Nervensystems. Bekannt in diesem Zusammenhang ist das Megacolon, bei dem
aus noch weitgehend ungeklärten Ursachen der Dickdarm dauerhaft
erweitert ist. Hier ist u. U. lebenslang immer wieder mit Verstopfungen
zu rechnen, eine Operation ist möglich. Befinden sich Fremdkörper im
Darm, hängen die möglichen Folgen von der Art des Fremdkörpers ab:
Spitze können den Darm durchbohren, was eine schwere Bauchfellentzündung
mit Fieber nach sich zieht, stumpfe können die Darmpassage blockieren.
In beiden Fällen kann eine Operation nötig werden.
Handelt es sich um eine reine Verstopfung, also eine Kotansammlung
meist im Dickdarm, wird zunächst abgeführt: Die Katze bekommt einen
Einlauf durch den After, um ihr die Entleerung zu vereinfachen. Wenn die
mangelnde Wasseraufnahme im Darm bereits zur Austrocknung geführt hat,
wird der TA eine Infusion von Elektrolyten unter die Haut vornehmen,
gegebenenfalls auch röntgen, um nach möglichen Ursachen zu forschen. In
den nächsten Tagen muss der Katze z. B. Laktulose oder auch Milch bzw.
Milchzucker verabreicht werden, damit der Kot weich bleibt. In Absprache
mit dem TA kann der Katzenhalter selbst einen Einlauf mit Klistieren für
Säuglinge, z. B. Mikroklist, durchführen.
3.4.4 Schmerzen beim Wasserlassen
Schmerzen beim Wasserlassen äußern sich i. d. R. durch häufige
Toilettengänge mit Lautäußerungen bis hin zum Schreien und geradezu
zwanghaftes Absetzen nur kleiner Urinmengen. Evtl. wird die Katze auch
unsauber. Bei diesen Symptomen ist Vorsicht angezeigt, und es sollte so
schnell wie möglich durch einen TA nach der Ursache geforscht werden. In
Frage kommen v. a. Blasenentzündungen und Harngrieß oder Harnsteine
(Urolithiasis, siehe 3.4.5 und 3.4.6).
Als Komplikation können vorwiegend Folgen für die Nieren durch
aufsteigende Entzündungen bzw. durch einen möglichen Harnrückstau in das
Nierenbecken auftreten, schnelles Handeln und Behandeln ist also
erforderlich!
Bei einer Urolithiasis ist es u. U. notwendig, eine dauerhafte
Futterumstellung (Diätfutter, nur beim TA erhältlich, siehe auch 2.10) vorzunehmen, da der Urin dabei häufig zu
alkalisch ist. Beim TA gibt es auch diverse Mittel zur Senkung des
pH-Wertes (Säuerung) des Urins (Paste, Pulver, Tabletten). Für genügende
Wasseraufnahme ist in jedem Fall zu sorgen (siehe auch 2.11).
3.4.5 Blut im Urin
Für Blut im Urin gilt das Gleiche wie unter 3.4.4: Ursachenforschung!
Neben Entzündungen und Harngrieß/-steinen kann die Ursache v. a. bei
älteren Katzen auch ein Tumor der Blase sein; eine
Ultraschalluntersuchung ist hierbei zur Diagnosestellung hilfreich. Eher
selten: Vergiftungen.
3.4.6 Harnverhalten
Harnverhalten ist ein Symptom, das dringender Aufklärung bedarf, da
durch den zurückgehaltenen Harn zum einen Nierenschäden auftreten
können, zum anderen der im Urin enthaltene Harnstoff in das Blut
übertritt und den Organismus regelrecht vergiften kann. Übelkeit,
Brechreiz, Futter- und Wasserverweigerung sowie schlechtes
Allgemeinbefinden sind die Folgen.
Die Ursachen liegen i. d. R. entweder in einem teilweisen bis
vollständigem Verschluss der ableitenden Harnwege durch z. B.
Entzündungen, Harngrieß bzw. -steinbildung, Tumoren oder in einer
Störung der Nervenfunktion der Blase. Diese Störung kann durch ein
Trauma bedingt sein, also eine Verletzung der Nerven. Man kennt bei der
Katze aber auch eine - mit Behandlung vorübergehende - Lähmung
unbekannter Ursache, die auch nach Operationen bzw. Narkosen auftreten
kann.
In nahezu jedem Fall wird über einen Blasenkatheter Urin abgelassen
und/oder ein entkrampfendes Mittel gespritzt. Die weitere Behandlung
richtet sich nach der Ursache. Siehe auch FUS.
3.4.7 Sehr häufiges Wasserlassen
Häufiges Wasserlassen mit Produktion von insgesamt viel Urin ist i.
d. R. ein Zeichen schwererer Erkrankungen, allen voran Erkrankungen der
Nieren (siehe 3.2.7) und Diabetes mellitus
("Zuckerkrankheit", siehe 3.2.8). Sie alle gehen mit
starkem Durst sowie vermehrter Wasseraufnahme einher und führen schnell
zu einer Austrocknung.
Sehr selten liegt die Ursache in einer Störung der Nebennierenrinde
(Morbus Cushing bzw. Cushing-Syndrom) bzw. der übergeordneten
Schaltstellen im Gehirn (Morbus Cushing; Morbus Addison). Diese, wie
auch die vorgenannten Erkrankungen, gehören unbedingt in tierärztliche
Behandlung.
Bei häufigem Wasserlassen immer nur kleiner Mengen siehe 3.4.4.
3.4.8 Schlittenfahren
Wenn eine Katze auf etwas seltsame Weise ihren Hintern über den
Boden zieht, wird dieses Rutschen oft als "Schlittenfahren" bezeichnet.
Es zeigt gewöhnlich an, dass das Tier unter einem heftigen Juckreiz am
After leidet. Dieser ist fast immer einem von zwei Gründen zuzuordnen:
Wurmbefall (siehe 3.5.4) oder Probleme mit den
Analbeuteln.
Hinterlässt die Katze beim Schlittenfahren eine bräunliche,
unangenehm, aber nicht nach Kot riechende Spur, dann hat sie vermutlich
Probleme mit den Analbeuteln. Rechts und links neben dem After sitzen
zwei Drüsen, die einen Geruchsstoff produzieren. Dieser wird in den
Analbeuteln gesammelt und beim Koten abgegeben. Verunreinigungen oder
erbliche Veranlagung können dazu führen, dass sich die Beutel nicht
regelmäßig entleeren. Der dadurch entstehende Stau ist für die Katze
sehr unangenehm, da er Druckschmerz und Juckreiz verursacht. Durch das
Schlittenfahren versucht sie sich Erleichterung zu verschaffen. Wird ein
solches Verhalten beobachtet, sollte unbedingt ein Besuch beim TA
erfolgen. Ohne vollständige manuelle Entleerung und anschließende
Kontrolle kann es zu schweren Entzündungen kommen. Als Warnung sei
angemerkt, dass der tierärztliche Eingriff kurzfristig schmerzhaft sein
kann und das Tier nicht gerade erfreut darauf reagiert. So manche
normalerweise ganz liebe Schmusekatze hat dabei schon das Personal der
TA-Praxis demoliert...
3.4.9 Appetitlosigkeit
Appetitlosigkeit kann durch sehr viele sehr unterschiedliche
Erkrankungen ausgelöst werden. Sie ist oft das erste Anzeichen dafür,
dass es der Katze nicht gut geht - also in jedem Fall abklären lassen!
Als Appetitlosigkeit bezeichnet man völlige Futterverweigerung,
"Mäkelei" (wenn z. B. die Katze über einen längeren Zeitraum die
aufgenommene Futtermenge immer weiter reduziert oder nur noch mit
besonders leckeren Dingen zum Fressen zu überreden ist) oder auch
erkennbaren Hunger, der einfach nicht gestillt wird (wenn sie z. B.
fressen möchte, es aber aufgrund von Schmerzen oder weil sie ihr Futter
nicht riechen kann, sein lässt).
Häufig bestehen Probleme in der Maulhöhle: Zahnstein, Zahnfleisch-
oder Rachenentzündung, abgebrochene und/oder entzündete Zähne, Geschwüre
(siehe auch 3.4.11), Verletzungen, seltener Tumoren
können schuld sein. Oder im Verdauungstrakt: Magen- oder
Darmschleimhautentzündungen, Verstopfung oder Fremdkörper (siehe auch 3.4.3), Tumoren, seltener Vergiftungen. Auch bei
schwereren Erkrankungen tritt Appetitlosigkeit ein: Nierenerkrankungen
(siehe 3.2.7), Diabetes mellitus (siehe 3.2.8), Erkrankungen von Leber,
Bauchspeicheldrüse oder Herz, Infektionen aller Art (vom einfachen
Schnupfen bis hin zur tödlich endenden FIP, siehe 3.2.5). Auch schlechtes Allgemeinbefinden
(Fieber, Schmerzen) kann der Grund sein.
Wichtig ist - neben einem alsbaldigen TA-Besuch -, der Katze das
Futter möglichst schmackhaft zu machen, sei es durch Anwärmen oder
Zerkleinern. Nötigenfalls kann auch auf "Leckerchen" und/oder zur
normalen Ernährung eher wenig geeignete Lebensmittel wie Käse, Wurst o.
ä. ausgewichen werden. In Absprache mit dem TA kann auch eine
Zwangsernährung nötig sein, denn bei Katzen führt eine längere
Nahrungsabstinenz durch Abbau körpereigenen Fettgewebes zu einer
übermäßigen Anflutung von Fettsäuren in der Leber. Da diese nicht
adäquat verarbeitet werden können, kommt es zum Fettleber-Syndrom, das -
je nach Grad der Leberschädigung - tödlich enden kann.
3.4.10 Starker Durst
Trinkt die Katze plötzlich oder schleichend wesentlich mehr als
vorher, ist ein TA-Besuch dringend angeraten. Sehr häufig liegen
Nierenerkrankungen (siehe 3.2.7) oder ein Diabetes
mellitus vor (siehe 3.2.8). Nur selten liegt die
Ursache in einem Diabetes insipidus.
Keinesfalls sollte das Wasser rationiert werden, da durch das
vermehrte Trinken i. d. R. ein Flüssigkeitsverlust über den Urin
ausgeglichen wird. Bekommt die Katze jetzt weniger zu trinken, droht sie
sehr schnell auszutrocknen!
3.4.11 Mundgeruch
Fällt ein vorher nicht dagewesener Geruch aus der Maulhöhle auf,
sollte ein TA konsultiert werden.
Als Ursachen kommen Probleme in der Maulhöhle (Zahnstein,
Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen, Karies), Entzündungen im
Bereich der Speiseröhre oder der Magenschleimhaut (evtl. nach einer
Verletzung durch einen möglicherweise verschluckten Fremdkörper) in
Frage. Bei diesen Erkrankungen nimmt man i. d. R. einen
unangenehm-fauligen Geruch wahr.
Bei Nierenfunktionsstörungen (siehe 3.2.7) fällt
häufig und leider meist erst im Endstadium durch eine Absonderung von
Ammoniak über die oberen Verdauungswege ein stechend-scharfer Geruch
auf, während bei einem Diabetes mellitus (siehe 3.2.8) in einem ebenfalls fortgeschrittenen
Stadium ein eher süßlich-scharfer Geruch auftritt.
3.4.12 Niesen, Schnupfen
Niest eine Katze mehrere Tage hintereinander mehrmals täglich, liegt
die Ursache in den häufigsten Fällen in einer Infektion (siehe auch 3.2.2). Hierbei unterscheidet man
Virusinfektionen mit klarem, meist wässrigem Sekret und bakterielle
Infektionen mit gelblich-grünem, meist zähem Sekret. Erstere bilden i.
d. R. durch Abwehrschwächung die Grundlage für zweitere. Beide können
mit einer Allgemeinerkrankung einhergehen, so dass ein TA-Besuch
angezeigt ist, bevor sich Schlimmeres entwickeln kann.
Seltener ist die Ursache eine Allergie (siehe 3.7.3), Tumoren oder Fremdkörper im Nasen-Rachenraum
(sehr beliebt: Grashalme).
Liegt eine Infektion vor, sollte die Katze in jedem Fall warm
gehalten werden. In Absprache mit dem TA kommen bei einer verstopften
Nase auch Inhalationen (Vorsicht bei ätherischen Ölen, siehe 3.9.2; am besten geeignet erscheint
Kamillentee), Nasentropfen für Säuglinge (nicht länger als sieben Tage!)
oder Schleimlöser als unterstützende Maßnahme in Frage. Katzen sind, was
das Futter angeht, stark auf ihren Geruchssinn angewiesen; deshalb muss
auf regelmäßige Futteraufnahme geachtet werden (siehe auch 3.4.9).
Besondere Vorsicht ist bei jungen Katzen geboten aufgrund des
Katzenschnupfenkomplexes (siehe 3.2.2). Dieser stellt
eine schwere Erkrankung dar, die zwingend tierärztlich behandelt werden
muss!
3.4.13 Husten
Hat eine Katze häufig Husten mit oder ohne Auswurf, sollte die
Ursache möglichst rasch abgeklärt werden. Dabei sollte man darauf
achten, in welchen Situationen dieses Symptom bevorzugt auftritt.
Meist liegen Infektionen im Bereich des Kehlkopfes bzw. der
Luftröhre oder Lunge vor. Recht häufig spielen aber auch Allergien
(siehe 3.7.3) oder Fremdkörper im Bereich der
Atemwege oder der Speiseröhre eine Rolle. Darüber hinaus kann Husten ein
erstes Anzeichen einer Herzerkrankung sein, die schnellstmöglich
entsprechend behandelt werden sollte.
3.4.14 Verklebte Augen
Ein- oder beidseitig verklebte Augen entstehen durch eine i. d. R.
übermäßige Absonderung von veränderter Tränenflüssigkeit. Meist geht
damit ein Anschwellen und eine Rötung der Bindehäute einher. Werden die
Augen zusammengekniffen, deutet das auf Schmerzen hin. Die häufigsten
Ursachen sind Infektionen, wobei meist beidseitiger Ausfluss mit
Bindehautentzündung und Schmerzen auftritt. Ferner kommen vor allem bei
einseitigem Ausfluss Fremdkörper (Getreidegrannen u.ä.) in Frage.
In jedem Fall sollte schnell der TA aufgesucht werden, da sowohl
Fremdkörper als auch Infektionen zu einer Schädigung der Hornhaut führen
können. Mitunter kann sich eine Infektion auch tiefer in das Auge
fortpflanzen, so dass die Sehfähigkeit beeinträchtigt werden kann.
Bei Veränderungen im Inneren des Auges, insbesondere Trübung,
Gerinnseln oder Flocken in der vorderen Augenkammer, aber auch bei
dauerhafter Weit- oder Engstellung der Pupille sollte schnellstmöglich
ein TA aufgesucht werden!
Bitte unterlasst jede selbsttätige Verabreichung von Augensalben
oder -tropfen! Sie können je nach Erkrankung des Auges kontraindiziert
sein und die Sache eher noch verschlimmern. Bitte auch keine Salben oder
Tropfen anwenden, die noch von einer eventuellen früheren Behandlung im
Schrank liegen: Medikamente, die ins Auge eingebracht werden, dürfen
längstens sechs Wochen nach Anbruch verwendet werden
(Verkeimungsgefahr!). Auch Kamillentee hat nichts im Auge zu suchen,
obwohl es als "altes Hausmittel" gilt. Die darin enthaltenen
Schwebeteilchen können die Augenbindehäute zusätzlich reizen; ferner
steht Kamillentee im Verdacht, am Auge allergische Reaktionen
hervorzurufen.
Einzig zu empfehlen als Erste-Hilfe-Maßnahme bei stark verklebten
Augen ist das Entfernen der Krusten mit einem in lauwarmem Wasser oder
einer speziell dafür gedachten Lösung (z. B. Camillosan aus der
Apotheke) getränkten weichen, nicht fusselnden Läppchen. Das ersetzt
allerdings nicht den Gang zum TA!
3.4.15 Häufiges, heftiges Kratzen
Juckreiz bei Katzen führt zu vermehrtem Kratzen, aber auch Beißen
und hastigem Lecken an den betroffenen Körperstellen bis hin zur
Verletzung der Haut (erkennbar an Krusten) und Ausriss oder -fall der
Haare. In einigen Fällen fühlen sich die Katzen durch den Juckreiz so
belästigt, dass das Allgemeinbefinden leidet und sie schlecht fressen.
Die häufigsten Ursachen sind Parasiten, insbesondere Flöhe (siehe 3.5.1), aber auch Grasmilben (sitzen meist an den Pfoten
und im Kopfbereich), Ohr- und andere in der Haut lebende Milben (siehe
3.5.3); hin und wieder sind auch Haarlinge oder Läuse
zu beobachten. Hier sind nach Konsultation eines TA entsprechende
Insektizide bzw. Akarizide anzuwenden. Bitte keine Mittel aus dem freien
Handel ausprobieren, die ätherische Öle enthalten (siehe 3.5.2)!
Vor allem bei langhaarigen Katzen tritt nicht selten ein Pilzbefall
der Haut auf, der zu umschriebenem Haarausfall mit und ohne Juckreiz und
Krustenbildung führt und unter allen Umständen behandelt werden muss.
Zum einen übertragen sich die entsprechenden Pilze (meist
Microsporum-Arten, seltener Trichophyton) auch auf den Menschen und
andere im Haus lebende Tiere, zum anderen kann sich der Pilz in inneren
Organen einnisten! Die Behandlung ist i. d. R. recht langwierig, und man
sollte in dieser Zeit vermehrt auf Hygiene achten (z. B. die Hände nach
Streicheln der Katze hin und wieder mit Sagrotan oder ähnlichen
desinfizierenden Mitteln behandeln). Vorsicht ist v. a. bei Kindern,
älteren Menschen und Immungeschwächten geboten.
Auch Allergien jeglicher Art können zu Juckreiz führen, siehe dazu
3.7.
3.4.16 Belag in den Ohren
Gerade bei jungen, aber auch bei älteren Katzen findet man häufig
Beläge in den Ohren, i. d. R. im Zusammenhang mit einem mehr oder
weniger intensiven Kratzen.
Ursache sind v. a. Ohrmilben (siehe 3.5.3). Bei
Befall mit selbigen findet sich typischerweise ein krümelig-schwarzes
Ohrsekret, das meist in großen Mengen die Gehörgänge ausfüllt. Ferner
kommen hin und wieder Pilzinfektionen vor, wobei sich das Sekret eher zu
braun und schmierig verändert. Mitunter kann dann auch ein unangenehmer,
hefeartiger Geruch auffallen. Eher selten sind bakterielle Infektionen
mit eitrigem, also gelblich-stinkendem Ausfluss.
Bei allen Veränderungen des Ohrsekretes ist dringend angeraten,
einen TA aufzusuchen; zum einen können Entzündungen durch Milben u. a.
durch das Trommelfell zum Mittelohr, im schlimmsten Fall zum Innenohr
hin durchbrechen. Zum anderen ist der Juckreiz sehr unangenehm für die
Katze; durch anhaltendes Kratzen am Ohr kann sie sich außerdem
erhebliche Verletzungen zuführen.
Der TA wird eine Untersuchung und Reinigung des Ohres vornehmen und
eine Salbe oder Tropfen mitgeben, die regelmäßig gegeben werden müssen.
Ohrmilben sind sehr hartnäckig, und man muss mit einer mindestens
14-tägigen Behandlung rechnen. Seit einiger Zeit gibt es auch ein
wirksames Spot-on gegen diese Parasiten, das vier Wochen vorhält. Eine
eingehende Säuberung zu Behandlungsbeginn ist dennoch notwendig.
Achtung, wenn noch andere Tiere im Haushalt leben: Die Milben sind
von Katze zu Katze sowie von Katze zu Hund und umgekehrt übertragbar.
Deshalb: Auch bei den übrigen tierischen Mitbewohnern auf entsprechende
Anzeichen achten.
Vielfach wird versucht, die Ohren selbst zu reinigen. Dies ist
durchaus erlaubt, solange es sich um den sichtbaren Teil der Ohrmuscheln
handelt. Aber bitte nicht mit Q-Tips o. ä. im Gehörgang herumstochern.
Die Gefahr, das Trommelfell zu verletzen, ist nicht groß, solange man
nicht am Ohr zieht und damit den abgewinkelten Gehörgang "begradigt".
Aber man kann das Ohrsekret dadurch weiter in den Gehörgang
hineinschieben. Die daraus resultierende Verstopfung stellt eine
willkommene Brutstätte für Bakterien dar.
3.4.17 Humpeln, Hinken, Schmerzen beim Bewegen
Hinkt eine Katze, können viele Ursachen dahinter stecken. Sehr
häufig sind speziell bei Freigängern Abszesse in den Gliedmaßen (aber
auch an anderen Körperstellen) aufgrund von Biss- und Kratzwunden durch
andere Katzen, seltener aufgrund eingedrungener Fremdkörper. Dabei
werden krankheitserregende Keime in die Wunde getragen, die zuerst zu
einer massiven Verdickung des umliegenden Gewebes und nach Ausreifung zu
einem eitergefüllten Raum (Abszess) führen. Das Problem: Im Laufe der
Abszessreifung kommt es häufig zu einer Allgemeininfektion mit Fieber
(Symptome können Appetitlosigkeit und Mattigkeit sein). Die Bakterien
können sich schlimmstenfalls in wichtige Organe wie Niere, Herz oder
Leber absiedeln und dort Erkrankungen mit nachfolgenden
Funktionsminderungen verursachen. Deshalb bitte gerade bei solchen
eitrigen Entzündungen nie zu lange mit der Konsultation eines TA warten!
Ebenfalls recht häufig sind Knochenbrüche, die nicht nur bei
Freigängern, sondern auch bei Wohnungskatzen auftreten können, sowie
Reizungen der Nerven im Bereich der Wirbelsäule meist durch
"Verrenkungen" bei Sprüngen usw., die sich in Bewegungsunlust mit
"komischem Gang", Vermeiden von Springen, hin und wieder auch
Appetitlosigkeit aufgrund der Schmerzen äußert. Die Schmerzen entstehen
hierbei durch den Druck auf die Nerven, die aus dem Rückenmarkskanal in
den Körper abgehen.
Verschleißerscheinungen der Gelenke (Arthrosen), auch im Bereich der
Wirbelsäule (Spondylosen) treten bei Katzen seltener auf; es können aber
durchaus ältere Katzen betroffen sein bzw. solche, die in jüngeren Jahren
Gelenksentzündungen oder Brüche hatten. Hierbei ist es sinnvoll, den TA
auf eine Begleittherapie mit Wirkstoffen, die den Stoffwechsel der
Gelenkflüssigkeit unterstützen, anzusprechen (als Handelsname und
Beispiel sei hier Felistro Locomotion mit Muschelextrakten genannt).
Andere, eher seltene Ursachen sind z. B. Gelenksentzündungen und
Knochenentzündungen.
Bei Lahmheiten, die beide Hintergliedmaßen betreffen, kann ein durch
eine Herzerkrankung verursachter Thrombus verantwortlich sein, der den
hinteren Teil der Aorta oder die zu den Gliedmaßen abgehenden Arterien
verstopft. Dadurch erfolgt eine Mangelversorgung mit sauerstoffreichem
Blut, die Hinterbeine werden kalt und schlaff. In einem solchen Fall
muss sofort (!) der TA konsultiert werden, da es sich um eine
lebensbedrohliche Erkrankung handelt, die nur schwer behandelbar ist.
Bei Humpeln oder Hinken ist also immer Abklärung durch den TA
notwendig.
3.4.18 Knoten
Knoten sind nicht automatisch Tumoren, also Geschwulste. Weit
häufiger sind Entzündungen in Form von Abszessen (entstehen meist
binnen weniger Stunden bis Tage) oder Verstopfungen der Talgdrüsen (=
Grützbeutel). Bei älteren Katzen können auch Warzen vorkommen.
Bei Knoten, die schon länger vorhanden sind, ist eine Abklärung zu
empfehlen, zumal wenn sie plötzlich größer werden. Im Zweifelsfalle
sollte der Knoten entfernt und histo-pathologisch (auf die Art des
Gewebes) untersucht werden, da bei Katzen einige bösartige Tumorformen
verbreitet sind (u. a. das Fibrosarkom, das besonders im Zusammenhang
mit der Leukose- und der Tollwutimpfung, siehe 3.3,
auftreten kann). Schnelles Handeln erfordern auf jeden Fall Knoten im
Gesäuge und an den Ohrrändern, da es sich hier oft um bösartige Tumoren
handelt, die recht schnell in die Lunge oder andere Organe metastasieren
können.
Als eher harmlos einzustufen sind Blutergüsse, die sich unter der
Haut als weiche bis festelastische Knoten abzeichnen können, oder
"Beulen", die noch bis zu zwei Wochen nach einer erfolgten Injektion
bestehen bleiben können.
3.4.19 Plötzliche starke Gewichtsabnahme Verliert eine Katze in sehr kurzer Zeit merklich an Gewicht, steckt
i. d. R. eine schwere Erkrankung dahinter, die dringend abgeklärt werden
muss (bei gleichzeitigem Erbrechen, Durchfall oder Appetitlosigkeit
siehe 3.4.1, 3.4.2 bzw. 3.4.9)! Neben starkem Wurmbefall (siehe 3.5.4) sind Diabetes mellitus (siehe 3.2.8), Nieren- (siehe 3.2.7), Bauchspeicheldrüsen- oder
Lebererkrankungen die häufigsten Ursachen; aber auch Herzerkrankungen,
Schilddrüsenüberfunktionen, FIP (siehe 3.2.5;
insbesondere die trockene Form) oder FIV (siehe 3.2.6) können für den Gewichtsverlust
verantwortlich sein.
Also: Katze gut auf andere Krankheitsanzeichen beobachten, um dann
schnell beim TA vorstellig zu werden.
3.4.20 Plötzliche starke Gewichtszunahme
Hinter einer plötzlichen starken Gewichtszunahme verbirgt sich
in der Regel eine ernsthafte Erkrankung, weshalb man zu deren
Abklärung unbedingt einen TA aufsuchen sollte. So können bspw.
eine Gebärmutterentzündung, ein Flüssigkeitserguss in Körperhöhlen (aufgrund von FIP, siehe 3.2.5, oder einer Herzerkrankung) oder ein
schnell wachsender Tumor hierfür verantwortlich zeichnen. Auch eine
mögliche Schwangerschaft bei unkastrierten Freigängerinnen
sollte erwogen werden.
3.4.21 Krämpfe
Krämpfe können vielfältiger Natur sein und
bedürfen immer einer Überprüfung durch den TA. Sie
können bspw. auf eine akute Vergiftung, eine Unterzuckerung bei
einem Diabetes (siehe 3.2.8), eine Niereninsuffizienz
im Endstadium, eine Herzerkrankung, eine Lebererkrankung, Kalziummangel
oder einen epileptischen Anfall (siehe www.katzenepilepsie.de
für Einzelheiten) zurückzuführen sein.
Der TA braucht genaue Angaben für die Diagnose. Wenn irgend
möglich, sollte man also auf die Uhr schauen, um festzustellen, wie
lange die Krämpfe dauern, und auf die genauen Begleitumstände
(Erbrechen, Speicheln, Einnässen, erweiterte Pupillen, Lichtscheu,
Lärmempfindlichkeit, Orientierungslosigkeit usw.) achten.
Es gibt zwei Gruppen von Parasiten: die Ekto- (ekto = außen) und die
Endoparasiten (endo = innen). Zu den Ektoparasiten zählen Flöhe, Milben,
Zecken und andere auf der Katze sitzende "Mitesser", zu den
Endoparasiten vor allem die Familie der Helminthen, also der parasitär
lebenden Würmer. Diese wiederum unterteilen sich in Rund- (Nematoden)
und Plattwürmer. Zu den Rundwürmern gehören Spul-, Haken- und
Peitschenwurm. Die Plattwürmer werden durch die Bandwurmarten vertreten.
Im Folgenden wird beschrieben, wie man gegen die unerwünschten "Gäste"
vorgehen kann.
3.5.1 Flöhe
Flöhe sind in zweierlei Hinsicht lästig. Zum einem saugen sie bei
der Katze Blut und verursachen durch ihren Speichel, der einen
Gerinnungshemmer enthält, Juckreiz; im schlimmsten Fall bekommt die
Katze eine Flohspeichelallergie. Zum anderen können sie Bandwürmer
übertragen. Diese gelangen in die Katze, wenn sie einen Floh aus ihrem
Fell holt und zerbeißt. Daher sollten bei Flohbefall nicht nur die Flöhe
selbst bekämpft, sondern auch Kotproben genommen und auf Wurmeier
untersucht werden (siehe 3.5.5.). Je nach Befund ist
dann eine Wurmkur fällig.
Flöhe können Krankheiten übertragen (auch auf den Menschen). Deshalb
sollte man die Flohbekämpfung nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Der geringste Teil der Flohpopulation sitzt übrigens auf der Katze. Wenn
man also auf ihr Flöhe oder, häufiger, Flohkot (kleine schwarze
Krümelchen, die auf ein Stück Papier gelegt und angefeuchtet einen
rötlichen Hof bilden) gefunden hat, liegen in der näheren Umgebung
bereits Unmengen von Eiern und Puppen. Ein einzelner weiblicher Floh
legt nach seiner ersten Blutmahlzeit im Laufe seines ca. dreiwöchigen
Lebens etwa 2.500 Eier. Diese rieseln aus dem Fell der Katze in alle
möglichen und unmöglichen Ecken, Ritzen, Teppiche usw. Die Larven
ernähren sich vom Kot (enthält Blutreste) der erwachsenen Flöhe, bis sie
sich verpuppen. Die Puppen können unbeschadet ein Jahr und länger auf
einen geeigneten Wirt warten. Das erklärt, warum auch reine
Wohnungskatzen ohne Hundebesuch Flöhe bekommen können. Wenn man nämlich
in eine Wohnung zieht, in der vor einem halben Jahr ein Tierhalter mit
einem Flohproblem lebte, hat man die Bescherung: Die Jungflöhe sprengen
die Puppenhülle und attackieren den sehnlichst erwarteten neuen Wirt.
Das bedeutet: Bei Flohbefall muss immer auch eine
Umgebungsbehandlung durchgeführt werden. Wirksame (!) Mittel gegen Flöhe
gibt es nur in der TA-Praxis oder in der Apotheke. Die im Zoohandel
angebotenen Sprays, Puder und Halsbänder haben nur eine gesicherte
Wirkung: Sie füllen die Kassen der Hersteller und des Handels. Die Flöhe
hingegen fühlen sich durch sie wenig bis gar nicht in ihrer Arbeit
gestört. Auch von der "natürlichen Alternative" Teebaumöl sollte man die
Finger lassen: Es enthält Terpene und Phenole, die für die Katze
hochgiftig sind!
Wer mag und sehr sorgfältig arbeitet, kann den Plagegeistern auch
mit Flohkamm und heißem Wasser, in das man die Flöhe entsorgt, zu Leibe
rücken. Dazu muss man aber bei Freigängern täglich penibelste Kontrollen
durchführen. In Gegenden mit vielen Igeln haben Katzen besonders häufig
Flöhe. Igelnester sind immer flohverseucht, und wenn die Katze
hindurchläuft, zieht sie die lieben Tierchen geradezu magisch an.
Die in der TA-Praxis angebotenen Mittel sind meist so genannte
Spot-ons. Sie werden der Katze in den Nacken geträufelt, der Wirkstoff
wird über die Haut aufgenommen und verteilt sich über das Blut auf den
gesamten Organismus. Mittel der neueren Generation sind bei weitem nicht
mehr so gefährlich, wie sie es noch vor ein paar Jahren waren, und
werden in den allermeisten Fällen von der Katze gut vertragen.
Bei noch nicht zu starkem Befall können ein saugkräftiger
Staubsauger (Tipp: Flohhalsband nicht der Katze umlegen, sondern in den
Staubsaugerbeutel stecken!) sowie ein Dampfreiniger gute Dienste
leisten. Dann heißt es fleißig saugen, saugen, saugen :-).
Darüber hinaus gibt es ein Präparat, das man der Katze vorsorglich
einmal monatlich ins Futter geben kann, sozusagen die "Pille für den
Floh". Der Vorteil ist, dass dieses Mittel für Säugetiere völlig
unschädlich ist, da es nur auf die Chitinbildung von Insekten Einfluss
hat: Es tötet ausgewachsene Flöhe nicht, verhindert aber die Vermehrung,
indem es den Zyklus Ei -> Larve -> Puppe -> erwachsener Floh
unterbricht. Der Larven können sich nicht verpuppen, infolge dessen
sterben sie ab. Für Katzen, die bei Medikamenten im Futter den "Braten
riechen" und streiken, gibt es das Mittel als Sechs-Monats -Spritze. Auf
Dauer ist dies bei Freigängern die beste Möglichkeit der Vorbeugung.
3.5.2 Zecken
Zecken sind leider weit verbreitet. Wenn die Katze nur manchmal eine
oder zwei Zecken mitbringt, reicht die mechanische Entfernung mittels
Zeckenzange oder -haken. Bitte niemals mit bloßen Fingern
(Ansteckungsgefahr mit Borrelien!) arbeiten oder zu Hausmitteln wie
Spiritus, Öl und Ähnlichem greifen. Diese Mittel wirken zwar, aber zu
langsam. In ihrem Todeskampf gibt die Zecke vermehrt Speichel und damit
auch darin enthaltene Krankheitserreger in die Bisswunde ab. Nach
heutigem Kenntnisstand können Katzen zwar keine FSME (Gehirnentzündung)
oder Borreliose bekommen, aber Zecken übertragen auch andere
Krankheitskeime. Entgegen landläufiger Meinung hat der Stechapparat der
Zecken kein Gewinde ;-). Man muss sie also nicht aus der Haut
herausdrehen, sondern kann sie mit einem beherzten Ruck einfach
herausziehen. Sollte einmal der Zeckenkopf in der Haut stecken bleiben -
keine Panik: Er wird ähnlich wie ein Holzsplitter herauseitern. Evtl.
Wundsalbe beim TA besorgen.
Von "natürlichen" oder "biologischen" Alternativmitteln sollte man
die Finger lassen. Teebaumöl und andere ätherische Öle (insbesondere
terpenhaltige) sind entweder für die Katze giftig, oder sie vertreiben
die Zecke von der Katze in die Wohnung, wo sie zu einer erhöhten Gefahr
für den Menschen wird. Denn wenn ihr der Wirt Katze zu sehr stinkt,
weicht sie gern auf den Wirt Mensch aus, sowie sich die Gelegenheit
bietet.
Bringt die Katze ständig mehrere Zecken mit, dann sollte man sich in
der TA-Praxis ein Ungeziefer-Spot-on besorgen, das nicht nur gegen
Flöhe, sondern auch gegen Zecken hilft.
3.5.3 Milben
Wenn die Katze schwarze Verkrustungen oder schmierige Beläge in den
Ohren hat, sich häufig in den Ohren kratzt und/oder den Kopf schüttelt,
weist dies mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen Ohrmilbenbefall hin.
Unter den Fleischfressern sind diese Milben stark verbreitet, und die
Ansteckung erfolgt von Tier zu Tier. Auch Hunde können diese Milbenart
auf Katzen übertragen und umgekehrt. Befallen sind meist die Ohrmuschel
und der äußere Ohrenrand, selten auch die Augen- und Stirngegend.
Da Ohrmilben starken Juckreiz auslösen und die befallenen Tiere sich
kratzen, kommt es zu vermehrter Absonderung von Ohrenschmalz und
Wundsekret. Hierdurch können sich dicke schwarze Beläge bilden. Durch
das ständige Kopfschütteln und Kratzen kann es zu einer Entzündung des
Gehörganges kommen, in schweren Fällen sogar zum Durchbruch des
Trommelfelles, zu Mittelohrentzündung und Taubheit. Ein Befall mit
Milben gehört auf jeden Fall tierärztlich behandelt. Der TA wird i. d.
R. das Ohr reinigen und mit einer Salbe/Lotion behandeln, die die Milben
abtötet, den Juckreiz lindert und heilungsfördernd wirkt. Die Behandlung
muss vom Tierhalter mehrere Tage fortgeführt werden und sollte nicht
ohne Rücksprache mit dem TA abgebrochen werden.
3.5.4 Darmparasiten (Würmer)
Würmer leben im Magen und im Darm der Katze und "stehlen" ihr dort
Teile der Nahrung. Bei starkem Befall kann es daher zur Unterversorgung
mit Vitaminen, Mineralien und Eiweiß kommen. Für Katzenwelpen können
Würmer lebensbedrohlich werden.
Es gibt verschiedene parasitär lebende "Wurmfamilien" (Oberbegriff:
Helminthen). Katzen werden von Plattwürmern (Bandwürmer) und
Rundwürmern, auch Nematoden genannt (Spul-, Haken-, Peitschenwürmer),
befallen. Zu sehen bekommt man sie so gut wie nie. Lediglich Bandwürmer
fallen dem Tierhalter gelegentlich als "Reiskörner" auf, wenn einzelne
Wurmglieder am After kleben (erstklassig zu sehen auf den Fotos unter http://www.boerde.de/~matthias/parasit/).
Spulwürmer können erbrochen werden - das allerdings nur bei länger
andauerndem und sehr starkem Befall.
Für den Menschen gefährlich werden können vor allem drei Arten:
- Der Spulwurm, insbesondere für Kinder. Zu den möglichen Folgen gehören Fieber, Muskel-und Gelenkschmerzen, Lungenentzündung, Sehstörungen, nervöse Störungen, Hirnhautentzündungen bis hin zu epileptischen Anfällen.
- Der Fuchsbandwurm, ein besonders "heimtückischer" Parasit. Fuchsbandwurmfinnen nisten sich in Leber und Lunge ein und schädigen diese Organe massiv. Eine Heilung ist kaum möglich, die Übertragung findet jedoch eher über ungewaschene, mit Fuchskot verseuchte Waldbeeren als über die Katze statt. Der bei Katzen viel häufigere, weil durch den Floh übertragene Gurkenkernbandwurm ist für den Menschen relativ harmlos. Bei der Katze hat er bei starkem Befall ein struppiges Fell, Futterverweigerung und schleimigen Durchfall zur Folge.
- Der Hakenwurm. Seine Larven werden durch Auflecken oder über die Haut aufgenommen. Sie bohren sich durch die Haut hindurch, gelangen so in die Blutbahn und über das Herz in die Lunge. Hakenwürmer gefährden vor allem Freigänger. Ein Befall kann erst nach etwa vier Wochen nachgewiesen werden. Bei starkem Befall kann es zu Abmagerung, Apathie, blutigem Durchfall, Darmentzündung, Blutarmut und Immunschwäche bis hin zum Tod kommen. Zu den Folgen beim Menschen siehe z. B.
http://www.reise-tropenmedizin.via.t-online.de/larv.htm . Der Hakenwurm kommt weltweit vor, vor allem aber in den Tropen und Subtropen.
Der einzige für den Menschen ungefährliche Katzen-Darmparasit ist
der Peitschenwurm. Bei der Katze löst er bei starkem Befall Blutarmut,
blutige Darmentzündungen, Abmagerung und Kräfteverfall aus. Bei
Katzenwelpen kann es zu Entwicklungsstörungen kommen.
Während Band-, Haken- und Peitschenwurm meist nur bei Freigängern
und/oder Flohbefall auftreten, können Spulwurmeier auch von uns Menschen
eingeschleppt werden (Schuhsohlen). Deshalb macht es Sinn, auch reine
Wohnungskatzen regelmäßig auf Wurmeier untersuchen zu lassen. Hierzu
sollte man ein- bis zweimal im Jahr eine Stuhlprobe (Kot von drei Tagen,
da Wurmeier nicht ständig ausgeschieden werden!) zum TA bringen.
Wichtig: Die Katze vorher wiegen. Wurmkuren werden nach Körpergewicht
verabreicht, bei Unterdosierung nützt die Kur nichts. Es werden immer
nur die erwachsenen Würmer getötet - Eier und Larven überleben -, so
dass nach ca. drei Wochen erneut der Kot untersucht und gegebenenfalls
nachbehandelt werden muss. Es empfiehlt sich, das Wurmkurmittel häufig
zu wechseln, um Resistenzen vorzubeugen.
Bei Freigängern ist immer eine kombinierte Spul- und Bandwurmkur
angesagt, bei Wohnungskatzen kann dies nach einem Flohbefall ebenfalls
nötig sein. Deshalb: Freigänger alle drei Monate entwurmen (evtl. vorher
Kotproben untersuchen lassen). Wohnungskatzen brauchen nur ein bis
zweimal jährlich untersucht zu werden - es sei denn, es gab einen
Flohbefall (siehe 3.5.1).
Ab wann gilt eine Katze als "alt"? Während Katzen noch vor wenigen
Jahrzehnten selten älter als zehn Jahre wurden, liegt das
Durchschnittsalter heute bei zwölf Jahren, und selbst Tiere mit 15 oder
gar 20 Jahren sind keine Seltenheit mehr. Manchmal findet man sogar
Katzensenioren, die noch mit 25 oder 30 Jahren ein durchaus katzenwertes
Leben führen. Nicht zuletzt, wie bei uns Menschen auch, auf Grund des
medizinischen Fortschritts. Außerdem spielt es natürlich eine Rolle,
dass heutzutage viele Katzen nur in der Wohnung gehalten werden, wo die
größten "Feinde" wie z. B. Autos oder durch Revierstreitigkeiten
erworbene Infektionskrankheiten wegfallen. Im Allgemeinen spricht man
bei Katzen ab ca. acht Jahren von einem älteren Tier.
Ob sich eine Katze auch in hohem Alter noch fit fühlt, hängt von
verschiedenen Faktoren ab. Neben der genetischen Veranlagung spielen
überwundene Krankheiten, Umwelteinflüsse, aber vor allem auch die
Fürsorge des Besitzers eine große Rolle. Gut gepflegte Katzen sind
weniger gebrechlich, wenn sie älter werden. Werden aber Krankheiten oder
Verletzungen nicht beachtet, beschleunigt sich auch der
Alterungsprozess.
3.6.1 Was sind typische Altersbeschwerden?
Ältere Katzen haben ein höheres Schlaf- und Wärmebedürfnis,
Freigänger gehen seltener auf Tour. Weniger Bewegung führt schnell zu
Gewichtszunahme, daher sollte gegebenenfalls die Futtermenge reduziert
werden, um Übergewicht zu vermeiden. Der Stoffwechsel verändert sich,
viele Nährstoffe werden nicht mehr so gut aufgenommen. Wichtig sind
daher hochwertige Futter, die den Stoffwechsel entlasten. Das Gebiss
wird schlechter, es kommt verstärkt zu Zahnstein und
Zahnfleischentzündungen (siehe 3.4.11), und mit
zunehmendem Alter müssen auch Zahnverluste hingenommen werden, die die
Katze in der Regel aber nicht bei der Futteraufnahme behindern. Nicht
selten tritt auch Verstopfung (siehe 3.4.3) auf.
Ballaststoffreiches Futter und Animation zum Spiel können hier Abhilfe
schaffen.
Gelenke, Muskeln, Sehnen und Knochen werden müder, Nässe und Kälte
werden schlechter vertragen. Infolge dessen kann es zu Arthrose kommen.
Viele Katzensenioren haben Probleme, sich zu putzen, weil die
Beweglichkeit nachlässt. Hier kann Mensch mit Kamm und/oder Bürste
unterstützend eingreifen. Vielleicht schafft es die Katze auch nicht
mehr, ihren höher gelegenen Lieblingsplatz zu erreichen. Mit einer
selbstgebauten "Treppe" kann man ihr das dennoch ermöglichen.
Immer häufiger hört man von Katzen mit Niereninsuffizienz (siehe 3.2.7). Wichtige erste Anzeichen sind verstärkter Durst
und Gewichtsabnahme. Leber und Bauchspeicheldrüse werden weniger
leistungsfähig, dadurch kann es zu Verdauungsproblemen kommen. Auch
Herzprobleme, Harnwegsinfektionen, Diabetes mellitus (siehe 3.2.8), chronische Atemwegserkrankungen,
Schilddrüsenüberfunktion und Tumorerkrankungen sind weitere Krankheiten,
die im Alter verstärkt auftreten.
Mit höherem Alter lassen die Sinnesleistungen nach, wobei
Einschränkungen in Sehkraft oder Gehör von Katzen erstaunlich gut
weggesteckt werden. Die Widerstandskraft gegenüber Krankheiten und
Parasiten verringert sich, weil das Immunsystem schwächer wird.
Um Altersbeschwerden rechtzeitig zu bemerken, sollte man die ältere
Katze genau beobachten. Noch wichtiger als bisher ist natürlich der regelmäßige
Besuch beim TA. Viele TÄ bieten Altersuntersuchungen, so
genannte Geriatrie-Checks an. Hier wird die Katze auf "Herz und Nieren"
untersucht, es werden wichtige Bluttests gemacht, die Aufschluss über
die Leistung innerer Organe geben.
3.6.2 Was ist mit dem Narkoserisiko?
Heutzutage gibt es sehr gute Narkosemittel, darunter auch solche,
deren Wirkung mittels "Weckmittel" aufgehoben wird. Daher ist es in
vielen Fällen durchaus vertretbar, auch alte Katzen noch zu operieren.
Ein guter TA wird in so einem Fall über alle Chancen und Risiken
aufklären.
Zusätzliche Informationen zum Thema "Ältere Katze" findet man u.a.
hier: http://www.laboklin.de/rat_tat/rt_geria.htm
. Außerdem ist der Ratgeber: "Meine Katze wird älter" von Saskia Brixner
wärmstens zu empfehlen, erschienen 1996 im Naturbuch-Verlag (ISBN
3-89440-218-0). Der Titel ist leider nicht mehr lieferbar, aber
vermutlich in vielen Bibliotheken auszuleihen.
Auch Katzen haben Allergien und leiden, ebenso wie Menschen, unter
ihnen. Die Symptome sind unterschiedlich und reichen von juckenden
Ekzemen bis hin zu Haarverlust und Atembeschwerden. Bei Allergien
reagiert der Organismus übermäßig auf eigentlich harmlose Substanzen in
der Umgebung wie Blütenpollen, Hausstaub, Hausstaubmilben oder
Futterbestandteile. Die erhöhte Bereitschaft zu solchen Reaktionen gilt
als erblich, doch hängt es von weiteren Faktoren ab, ob es zu
Krankheitserscheinungen kommt oder nicht.
Juckreiz ist eine häufige Reaktion, ist aber leider nicht immer als
solcher zu erkennen. Einige Katzen lecken sich stark (was als
verstärktes Putzverhalten gedeutet werden könnte), bei anderen Katzen
fällt nur unterschiedlich stark ausgeprägter Haarausfall auf. Am
häufigsten betroffen sind alle Stellen, an denen leicht geleckt werden
kann, also Bauch, Beine, bei einigen Tieren auch der Rücken. Da keine
Veränderungen der Haut selbst auftreten und sich die meisten Katzen
selten bis niemals in Anwesenheit oder Sichtweite ihrer Besitzer lecken,
werden zunächst häufig Verhaltensprobleme oder Hormonstörungen vermutet.
Je nach Allergieauslöser können heute auch bei Katzen recht
erfolgreich Hyposensibilisierungen durchgeführt werden.
3.7.1 Futtermittelallergien
Nur rund zehn bis 15 % der Katzenallergien sind auf die Futtermittel
selbst zurückzuführen. Häufiger ist eine allergische Reaktion auf
Futtermilben bzw. deren Ausscheidungen (im Trockenfutter). Gerade bei
der Futtermittelallergie kann es zu Magen-Darm-Problemen kommen, es
tritt aber auch häufig Juckreiz im Gesichtsbereich zwischen Auge und Ohr
auf (nicht verwechseln mit Ohrmilben!) oder sogar am ganzen Körper.
Um herauszufinden, ob und, wenn ja, auf welche Futter-Inhaltsstoffe
die Katze allergisch reagiert, muss eine Eliminationsdiät gefüttert
werden. Eine solche Diät darf nichts enthalten, was die Katze bereits
einmal gefressen hat, denn allergisch reagieren kann man nur auf Stoffe,
die das Immunsystem bereits kennt. Wer sich also die Mühe machen möchte,
selbst zu kochen, sollte dies berücksichtigen (Kartoffeln und
unbehandelter, gekochter Reis sind hier bewährt; als Eiweißquelle: Wild,
Ente, Kaninchen, Ziege). Es gibt auf dem Markt eine nahezu allergenfreie
Fertigdiät, diese ist sehr teuer, aber auch sehr effizient. Ferner gibt
es die Möglichkeit, sich gegen Gebühr (ca. 68 EUR) an der
Tiermedizinischen Hochschule in München Diätpläne erstellen zu lassen
(Ansprechpartner: Dr. Britta Dobenecker, Fach-TÄ für Tierernährung und
Diätetik, Tel. 0 89/15 29 00, Sprechzeiten: werktags 10:00-12:00 Uhr, in
der übrigen Zeit läuft der Anrufbeantworter; Fax 0 89/1 57 49 39). Eine
Ausschlussdiät dauert mindestens sechs bis zwölf Wochen, erst danach
werden einzelne Bestandteile auf ihre allergene Wirkung bei der Katze
getestet und zwar immer ein Futtermittelbestandteil zur Zeit über
ein paar Tage gefüttert. Die Reaktion auf den Stoff erfolgt meist nicht
unmittelbar, sondern erst nach zwei bis drei Tagen.
Eine kurze Anmerkung zu Futtermilben: Vielfach wird empfohlen, das
Katzenfutter einzufrieren, um die Futtermilben abzutöten. Das tötet zwar
die Milben, aber für eine allergische Reaktion sind selbst einzelne
Teile bzw. tote Milben ausreichend. Es bliebe also nur, das Futter zu
entsorgen und das nächste Mal evtl. kleinere Trockenfutterpackungen zu
kaufen oder bei einem Allergiker gänzlich auf Trockenfutter zu
verzichten.
3.7.2 Kontaktallergien
Die häufigste Kontaktallergie bei Katzen ist die
Flohspeicheldermatitis. Ihr kann man recht einfach beikommen, indem man
den Allergieauslöser, nämlich Flohspeichel, ausschaltet. Eine
regelmäßige Behandlung mit Antiflohmitteln (vor allem bei Freigängern)
ist hier angezeigt, damit die Flöhe die Katze nicht beißen und somit
auch ihren Speichel nicht in die Haut bringen können.
Katzen können, ähnlich wie wir, auch auf verschiedene Lacke,
Metalle, Pflanzen, ätherische Öle und Flüssigkeiten allergisch
reagieren. Nur ist der Nachweis einer solchen Allergie ungleich
schwerer. Zum Glück sind sie eher selten. Sollte eine solche Allergie
vorliegen, bleibt einem nichts weiter übrig, als zu versuchen den
Auslöser zu finden. Wurde ein neues Möbelstück gekauft? Gibt es Pflanzen
in der Wohnung, die dafür bekannt sind, ein hohes allergisierendes
Potential zu haben? Wird ein neues Putz- oder Spülmittel verwendet?
Wurden die Gartenstühle im Keller neu lackiert? Manchmal bleibt leider
nur der Ausweg, regelmäßig ein Antihistaminikum zu spritzen oder oral zu
verabreichen. In schweren Fällen können Kortisonpräparate die letzte
Chance sein. Sie dämpfen das Immunsystem und damit die Überreaktion.
3.7.3 Atemwegsallergien
Eine ererbte Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen (Atopie)
gelten als zweithäufigste allergische Erkrankung der Katze. Auslöser
kann z. B. Blütenstaub sein. Die Allergene gelangen auf zwei Arten in
den Körper: durch die Atmung oder über die Haut. Das erste Anzeichen für
eine Atopie ist Juckreiz. Da dies aber für andere Allergien genauso
gilt, muss beim TA abgeklärt werden (durch Blutprobenentnahme und
Laboruntersuchung), ob es sich um eine Atopie handelt. Bei
Nichterkennen verschlimmert sich die Allergie meist mit steigendem
Alter.
Auch hier können kortisonhaltige Medikamente Linderung verschaffen.
Eine weitere Möglichkeit besteht in der Hyposensibilisierung. Sie kann
die Antigentoleranz des Körpers erhöhen, die allergische Reaktion wird
dadurch verzögert oder vermindert. Die Erfolgsquote liegt bei 50 bis 80
%.
Da die Medikamentengabe oftmals erst bei älteren Katzen nötig ist,
"übt" man sie leider nicht bereits am jungen Kätzchen. Wer aber ein noch
junges Kätzchen zu Hause hat, der kann es mal mit Trofu versuchen:
Schnabel auf, Futterbrocken rein, Schnabel zu und warten, das Ganze
täglich üben. Das wäre nämlich das Beste, um die Katze auf spätere evtl.
nötige Dauermedikation vorzubereiten. Da das aber kaum ein Katzenhalter
tut, stehen die meisten von uns irgendwann einmal vor der Frage: Woher
zur Hölle kommen die anderen acht Pfoten bei meiner Katze?
Medikamentengabe (vor allem Pillen) bei Katzen stellt den Halter
immer wieder vor neue Herausforderungen. Was eben noch klappte (Pille in
Thunfisch, Wurst, Käse usw. verstecken), hat Mieze längst durchschaut.
Die Brachialmethode aus der TA-Praxis sieht zwar schlimm aus, ist aber
am effektivsten und am schonendsten für alle Beteiligten: Also Katze
gepackt, Maul auf, Pille in den Schlund geschoben, Maul zuhalten, Kehle
reiben und hoffen, dass Katz das Ding drinnen behält! Wer sich das
zutraut, sollte es genau so handhaben. Wer etwas zarter besaitet ist,
muss sich etwas anderes einfallen lassen.
Bei Tabletten hat es sich bewährt, diese im Mörser zu zermahlen und
das Pulver unter Nassfutter zu mischen oder mit etwas Wasser vermischt
und einer Spritze (ohne Kanüle!) ins Maul zu flößen. Auch die Methode,
eine Pille in einer Kugel aus z. B. Thunfisch einzufrieren und diese
dann, leicht angetaut, der Katze zu präsentieren, funktioniert in
einigen Fällen gut. Ganz wichtig bei all diesen Aktionen: Niemals die
Katze die Pille sehen lassen, nicht mal an das Teil denken! Katzen
scheinen in solchen Fällen nämlich Gedanken lesen zu können ;-).
Etwas leichter gestaltet sich die Gabe von Flüssigkeiten, man kann
sie entweder mit einer Spritze (ohne Kanüle) oder mit dem mitgelieferten
Applikator ins Katzenmaul geben, was meist einfacher als Tablettengabe
ist. Wurmkuren (zumindest gegen Bandwürmer) gibt es mittlerweile als
Spot-on, und gegen Spul- und Bandwürmer gibt es Pasten, seit neuestem
sogar eine, die lecker sein soll.
Wer es sich zutraut, kann seinen TA auch fragen, ob es das
Medikament zum Injizieren gibt, und zu Hause selber spritzen. Für die
ganz schlimmen Fälle, siehe http://www.katzennothilfe.de/felidae/gedichte/humoriges/anleitung.htm
;-)
Wie immer im Leben: Es kommt ganz drauf an. Ein harmloser grippaler
Infekt, eine leichte Magenverstimmung, eine kleine Kratzwunde - dafür
braucht man seine Katze nicht unbedingt dem Stress eines TA-Besuches
auszusetzen (siehe auch die einzelnen Symptome unter 3.4). Voraussetzung ist jedoch immer, dass eine
ernstere Erkrankung oder Verletzung ausgeschlossen ist.
Grundsätzlich gilt: Jede Selbstbehandlung und/oder die tierärztliche
Behandlung begleitende und unterstützende Maßnahme sollte mit dem
behandelnden TA abgesprochen werden. Er wird nur dann etwas dagegen
haben, wenn er der Meinung ist, dass dem Tier damit Schaden zugefügt
wird.
3.9.1 Medikamente der Humanmedizin
Alles, was Mensch für sich selbst im Arzneischränkchen stehen hat,
ist zunächst einmal tabu - und zwar auch dann, wenn es sich nicht um
verschreibungspflichtige Medikamente handelt. Katzen können z. B. durch
eine falsche Dosierung mit Aspirin (ASS, Acetylsalicylsäure) vergiftet
werden, da sie den Inhaltsstoff - im Gegensatz zum Menschen - nicht
schnell genug abbauen können. Deshalb darf Aspirin nur unter
tierärztlicher Anleitung verabreicht werden! Natürlich sind einige
Medikamente der Humanmedizin auch für Katzen geeignet, aber welche das
sind und wie sie dosiert werden müssen, das kann nur der TA im
Einzelfall entscheiden. Der Gang zum TA oder wenigstens der Griff zum
Telefon ist eh angesagt, wenn man der Meinung ist, eine Erkrankung
medikamentös behandeln zu müssen.
3.9.2 Alternative Medizin
Logischerweise gibt es alternative, "natürliche" Heilmethoden nicht
nur für Menschen, sondern auch für Katzen. Und ebenso logischerweise
gilt hier das Gleiche wie bei den chemisch synthetisierten Medikamenten
der Humanmedizin: Was für Menschen gut ist, kann u. U. eine Katze schwer
schädigen oder gar umbringen.
Pflanzliche Heilmittel (Phytotherapeutika): Sie wirken auf
den Organismus der Katze nicht automatisch genauso wie auf den
menschlichen Organismus. Als Beispiel sei hier das ätherische Öl der
Nadelbäume genannt: Was unseren Atemwegen gut tut, kann für die Katze
tödliche Folgen haben, denn die darin enthaltenen Terpene sind für sie
hochgiftig. Noch stärker gilt das für das beliebte und sogar zur Floh-
und Zeckenbekämpfung angebotene Teebaumöl: Finger weg, es ist Gift für
Katzen (Näheres dazu ist unter http://people.freenet.de/sindern/teebaum.html
zu finden)! Pflanzliche Heilmittel sind auch nicht per se harmlos und
unschädlich. In den meisten Fällen handelt es sich um hochwirksame
Medikamente. Unerwünschte Nebenwirkungen sind also möglich, und bei
falscher Anwendung oder Dosierung können sie heftig schaden.
Homöopathika: Die klassische Homöopathie ist nicht zur
Selbstbehandlung geeignet. Der Homöopath sieht sich den Patienten sehr
genau an und wählt anhand einer sehr umfassenden Untersuchung und
Betrachtung das nur für diesen Patienten richtige Homöopathikum aus.
Wenn lediglich aufgrund eines einzelnen Symptoms ein Homöopathikum
empfohlen wird: Finger davon! Ein Symptom wie Husten z. B. kann enorm
viele verschiedene Ursachen haben, von harmlos bis lebensbedrohlich.
Kein echter Homöopath wird aufgrund einer so nichtssagenden Angabe wie
Husten ein Homöopathikum empfehlen.
Allerdings ist nicht alles, was sich Homöopathie nennt, auch
wirklich Homöopathie. Viele pflanzliche Medikamente werden homöopathisch
hergestellt, aber phytotherapeutisch verwendet. Das betrifft vor allem
Urtinkturen und Potenzen im unteren D-Bereich. Hier gilt wieder dasselbe
wie bei den pflanzlichen Heilmitteln: Sie sind wirksam, teils
hochwirksam, können unerwünschte Nebenwirkungen haben und bei falscher
Dosierung oder Anwendung schaden.
Bachblüten: Bachblüten sind kein Medikament. Sie sind
grundsätzlich nicht zur Behandlung von Krankheiten gedacht und geeignet.
Wer sie zur Bekämpfung übergroßer Ängstlichkeit, Unruhe, Aggression,
Eingewöhnungsschwierigkeiten oder Pinkelproblemen geben will, sollte
sich einschlägige Literatur besorgen und in der Apotheke stets um die
alkoholfreie Variante bitten. Bachblüten sind unschädlich - solange
durch ihren Einsatz eine notwendige tierärztliche Behandlung nicht
hinausgezögert wird. Bei vermeintlich psychischen Problemen sollte daher
immer auch an eine mögliche körperliche Ursache gedacht und diese
abgeklärt werden.
Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, da jeder andere
Maßstäbe für die Auswahl des TA ansetzt. Sinnvoll ist
es sicher, im Freundes- und Bekanntenkreis nachzufragen, ob jemand
positive oder negative Erfahrungen mit einem TA gemacht hat. Wenn
auch auf diesem Wege keine Erfahrungen zu sammeln sind, dann hilft
meistens nur ein Blick in die Gelben Seiten. Sinnvoll ist es, bei dem
ausgewählten Arzt einen Termin auszumachen. Wenn man in die
allgemeine Sprechstunde ohne Voranmeldung kommt, dann kann es durchaus
sein, dass sich der Arzt nicht so viel Zeit nehmen kann, wie man es für ein
erstes Kennenlernen wünscht.
Die Kosten für den TA werden durch die Tierärztegebührenordnung
(GOT) festgelegt. Für eine Behandlung unter "normalen" Umständen muss
mindestens der einfache, maximal der dreifache Satz der GOT bezahlt
werden. Besondere Umstände, wie z. B. ein Nachteinsatz, werden mit
höheren Gebühren abgegolten. Aber auch hier nennt die GOT den Rahmen, in
dem sich die Preise bewegen müssen. Die derzeit gültige Version stammt
vom 1. August 1999 und ist unter http://www.tiermedizin.de/tierme98/taego99/f1.htm
nachzulesen.
Das ist alles andere als einfach, weil sich auf diesem Gebiet eine
Menge Scharlatane und Betrüger tummeln, die nur auf das Geld
gutgläubiger und verzweifelter Tierhalter aus sind.
Zunächst einmal ist die Bezeichnung Tierheilpraktiker kein
geschützter Begriff. Wer immer will, darf sich so nennen und Tiere
"behandeln". Medizinische Kenntnisse sind nicht nötig.
Die Wirksamkeit der meisten Behandlungsmethoden, die von
Tierheilpraktikern praktiziert werden, ist nicht nachgewiesen. Das soll
nicht heißen, dass sie in jedem Fall nutzlos sind. Es gibt aber bisher
keine Beweise für ihren Nutzen.
Für die Wahl des "richtigen" Tierheilpraktikers können hier nur
Anhaltspunkte gegeben werden. Er sollte: - mehr als nur
oberflächliche (tier-) medizinische Kenntnisse haben
- mehrere Jahre Erfahrung in einer Fremdpraxis gesammelt haben,
bevor er seine eigene Praxis eröffnet
- bereit sein, mit
einem TA zusammenzuarbeiten
- von vornherein auf die
Grenzen seiner Möglichkeiten hinweisen - ein seriöser
Tierheilpraktiker behauptet niemals, z.B. FIP, feline Leukämie
oder eine chronische Niereninsuffizienz heilen zu können
- umgehend an einen TA verweisen, wenn eine Krankheit
vorliegt, gegen die er nichts ausrichten kann
- sich den
Patienten auf jeden Fall selbst ansehen und gründlich
untersuchen - Fernbehandlung ist immer und in jedem Fall
Scharlatanerie und außerdem nach dem Heilmittelwerbegesetz (HWG
§ 9) verboten
- nicht gleich auf jeden "neuen Zug"
aufspringen. Wenn er jede in der aktuellsten Illustrierten als
sensationelle Neuentdeckung angepriesene Methode noch am selben
Tag aufgreift und als Nonplusultra verkauft, weiß er mit
Sicherheit nicht, was er tut.
Ideal wäre ein
guter TA mit naturheilkundlicher Zusatzausbildung.
Manchmal kommt der Augenblick, an dem man am Ende aller Heilkunst
angelangt ist. Hier steht der Mensch vor der sehr schweren Entscheidung,
ob er seine Katze einschläfern lassen soll. Bei einer Krankheit ist
häufig der Rat eines zweiten TA sinnvoll, um eine endgültige
Entscheidung mit größerer Sicherheit treffen zu können. Letztlich sollte
immer das Wohl des Tieres, nicht das des Menschen im Vordergrund stehen.
Es ist nicht leicht, sich von einem langjährigen Lebensbegleiter zu
trennen, aber dies wird durch die ersparten Leiden der Katze aufgewogen.
3.13.1 Der Tod eines Tieres
Leider gehört der Tod zum Leben. Und uns ist immer nur eine kurze
Zeit mit den Tigern vergönnt. Wenn es so weit ist, müssen wir sie gehen
lassen, auch wenn es schwer fällt. Wenn ihr noch andere Tiere habt,
gebt ihnen bitte die Gelegenheit, sich ebenfalls zu verabschieden. Lasst
sie den leblosen Körper beschnuppern und auf ihre Art Lebewohl sagen.
Nach einer gewissen Zeit denkt ihr bestimmt auch an eine andere
Katze. Es ist kein Ersatz, und es ist keine Treulosigkeit, wenn ihr
einer anderen Katze ein Zuhause gebt. Im Gegenteil, viele Katzen warten
sehnsüchtig auf eine neue Heimat. Und euer Herz ist groß genug.
3.13.2 Meine Katze muss eingeschläfert werden? Wie geht das vor sich?
Um das Leben einer Katze zu beenden, benutzt der TA gewöhnlich eine
von drei Methoden.
Die einfachste Variante ist die Überdosierung eines normalen
Narkosemittels. Nach der Injektion schläft das Tier langsam ein, bis
alle Lebensfunktionen erlöschen.
Die zweite Variante besteht aus der Gabe von zwei Spritzen: Die
erste enthält ein Narkosemittel in normaler Dosierung, die zweite das
eigentliche Gift (häufig T61 oder Eutha77). Die Narkose ist in diesem
Fall unbedingt erforderlich, da die Gifte ohne Narkose zu einem
qualvollen Ersticken führen würden.
Die dritte Methode ist umstritten. Bei dieser wird das Gift direkt
in das Herz gespritzt. Wenn es funktioniert, ist das Tier binnen
Sekunden gestorben. Jedoch setzt diese Methode große Erfahrung beim TA
voraus. In drtk wurde schon mehrfach von Vorfällen berichtet, bei denen
der TA das Herz nicht richtig getroffen hatte und die Katze noch
unnötige Schmerzen vor ihrem Tod erleiden musste.
3.13.3 Darf ich meine Katze im Garten begraben?
Viele Katzenhalter wollen ihr totes Tier nicht einfach beim TA
zurücklassen, da dieser es normalerweise in eine
Tierkörperbeseitigungsanstalt bringen lässt. Grundsätzlich ist das
Begraben des Tieres im eigenen Garten erlaubt, wenn dieser nicht in
einem Wasserschutzgebiet liegt. Zusätzlich gilt, dass das Tier mit einer
mindestens 50 cm starken Erdschicht bedeckt werden muss. Geregelt wird
dies durch den Paragraf 5 des Tierkörperbeseitigungsgesetzes, das in
Deutschland bundesweit gültig ist.
Wenn man keinen eigenen Garten hat, in dem man sein Tier begraben
könnte, dann existiert noch die Möglichkeit, das Tier einäschern zu
lassen (TA nach entsprechenden Unternehmen fragen) oder ein Grab auf
einem Tierfriedhof zu kaufen.
3.13.4 Wo finde ich die Geschichte von der Regenbogenbrücke?
Die "Regenbogenbrücke" ist ein kleines Gedicht, welches den Halter
eines verstorbenen Tieres in seinem Schmerz etwas trösten möchte.
Christel Wysocki hat das englischsprachige Gedicht eines unbekannten
Autors ins Deutsche übersetzt und auf http://www.christelw.de/katzen/rainbow/
veröffentlicht.
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Ein populärer Irrtum ist, dass Kater kastriert und Kätzinnen
sterilisiert werden. Die beiden Begriffe bezeichnen unterschiedliche
Operationen: Bei der Kastration werden die Keimdrüsen (Eierstöcke,
Hoden) entfernt. Bei der Sterilisation hingegen bleiben sie erhalten,
jedoch werden Ei- oder Samenleiter durchtrennt. Bei Katzen ist die
Kastration seit Jahren allgemein üblich. Im Gegensatz zur Sterilisation,
bei der lediglich Verhinderung von ungewollten Schwangerschaften im
Vordergrund steht, wird bei der Kastration auch in den Hormonhaushalt
und damit in das Verhalten des Tieres eingegriffen. Hiermit wird zum
einen ein dem Menschen unangenehmes Verhalten unterdrückt (z. B. das
Markieren mit Urin), zum anderen wird ernstzunehmenden
Gesundheitsschäden wie Krebs vorgebeugt, die z. B. eine Dauerrolligkeit
verursachen kann (umfassendere Ausführungen dazu sind unter http://www.odo.in-berlin.de/kastration.html
zu finden).
Die meisten Tierärzte kastrieren etwa bei Erreichen der Geschlechtsreife
oder kurz davor. Aber auch ein früherer Kastrationszeitpunkt ist in der Regel
unproblematisch und bietet sich insbesondere bei Freigängern oder
Geschwisterhaltung an.
Eine Frühkastration erhöht übrigens nicht das Risiko, Harnsteine oder
Harnwegserkrankungen zu bekommen.
4.2.1 Kater
Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife setzt auch das Markieren ein.
Der Kater wird dann ca. sechs bis zehn Monate alt sein. Meist fängt
vorher der Urin an, streng zu riechen. Daher ist es bei Drinnenkatern
auch nicht schwer, diesen Zeitpunkt zu treffen. Hat das Markieren erst
angefangen, wird es allerhöchste Zeit. Manchmal behalten kastrierte
Kater ein einmal angefangenes Markieren bei. Aber keine Sorge, das muss
nicht so sein.
4.2.2 Katze
Die Katze sollte spätestens kurz nach der ersten Rolligkeit
kastriert werden. Grob wird das so zwischen sechs und zwölf Monaten der
Fall sein. Es gibt allerdings auch Spätzünder. Während einer
Rolligkeitsphase sollte möglichst keine Kastration durchgeführt werden,
da Eierstöcke und Gebärmutter stark durchblutet sind. Ist es
unumgänglich, muss auf jeden Fall der Tierarzt von dem Zustand
unterrichtet werden, damit er sich darauf einstellen kann.
Auch eine trächtige Katze kann noch kastriert werden. In dem Fall
(möglichst frühzeitig, wenn die Föten noch klein sind) wird die
Gebärmutter komplett entfernt. Das hört sich nicht gut an, ist aber
manchmal für die Katze besser. Eventuell ist sie noch zu jung, oder es
drohen Missbildungen aufgrund von Inzucht.
4.2.3 Besondere Berücksichtigung von Pärchen
Bei Pärchen sollte ebenso wie bei Draußenkatzen darauf geachtet
werden, dass eine Kastration frühzeitig passiert, um ungewollten
Nachwuchs zu verhindern.
Bei einer Kater-Kastration ist zu bedenken, dass der Kater trotz
Kastration noch ca. sechs Wochen - in Einzelfällen auch länger -
zeugungsfähig sein kann!
Es gibt viele Katzen, die in Tierheimen und bei privaten
Tierschützern auf ein neues Zuhause warten. Und es gibt viele Katzen,
die ungeliebt und allein auf sich gestellt versuchen, durch ihr viel zu
kurzes Leben zu kommen. Es muss nicht sein, dass nur, weil jemand gern
mal Katzenbabys haben möchte, noch mehr Tiere produziert werden.
Kommen wir zu "handfesteren" Gründen:
Der unkastrierte Kater... - markiert sein Revier. Und
die Duftmarke wirkt auf die Menschen ziemlich penetrant.
- kämpft
hart um Reviergrenzen und rollige Weibchen. Das hat häufig hohe
TA-Rechnungen zur Folge, abgesehen von den schmerzenden Wunden, die sich
der Kater mitunter durch diese Kämpfe einhandelt. Dazu kommt ein
erhöhtes Risiko, sich durch die Kämpfe mit FeLV (Felines Leukämie Virus,
also Leukämie/Leukose) oder FIV (Felines Immunschwäche Virus) zu
infizieren.
- stromert auf der Suche nach rolligen Weibchen.
Die unkastrierte Katze... - wird regelmäßig rollig. So
eine Rolligkeit mag ja ganz putzig auf die Menschen wirken. Aber für die
Katze ist es Stress. Wird ihre Rolligkeit nicht befriedigt, wird sie
schnell wieder rollig. Es droht eine Dauerrolligkeit. Sie isst kaum
noch, wird nervös, vernachlässigt ihre Körperpflege.
- trägt als
Draußenkatze ebenfalls ein erhöhtes FeLV-Risiko durch die Nachstellungen
der Kater (insbesondere durch den Nackenbiss des Katers bei der
Paarung).
- kann krankhafte Veränderungen an der Gebärmutter
bekommen (Krebs, dazu siehe auch 4.1).
Der Kater beginnt oft damit, sein Revier zu markieren. Das kann
leider auch in der Wohnung passieren. Beim Markieren wird Urin mit
Duftstoffen (recht penetrant für Menschennasen) meist schräg nach oben
gegen eine Fläche (Wand, Schrank, Sofa, Baum, Hausecke...) gespritzt.
Der Schwanz ist nach oben abgespreizt, und die Hinterpfoten treteln
(oder pumpen). Auch der Urin in der Katzentoilette riecht durch die
Duftstoffe streng.
Dazu kommt häufig ein typisches Revierverhalten, d. h. es beginnt
die Zeit der Katerkämpfe um Revier und Weibchen.
Eine Kätzin wird rollig. Dieser Begriff ist durchaus wörtlich zu
nehmen. Jeder wird eine rollige Katze erkennen, auch wenn er nicht weiß,
wie das im Detail aussieht: Die Katze rollt sich auf dem Boden, streckt
das Hinterteil hoch und spreizt dabei den Schwanz ab. Sie bietet sich
förmlich an. Dazu kommt ein lautes Gurren und Rufen nach einem potenten
Kater, was durchaus schon mal als Lärmbelästigung aufgefasst werden
kann.
Auch rollige Katzen markieren. Es kommt sogar vor, dass sie in
Katermanier gegen Flächen spritzen. Meist sind es aber kleine Pfützen,
die der Katzenmensch an unerwünschten Stellen findet.
Eine Rolligkeit dauert ca. fünf bis sieben Tage.
Für eine Katze sind Trächtigkeit und Geburt ein völlig natürlicher
und meistens unkomplizierter Vorgang. Trotzdem sollte man auf
ungewöhnliche Anzeichen achten, die andeuten könnten, dass etwas nicht
ganz richtig läuft. Im Zweifelsfall ist der TA der richtige
Ansprechpartner - vor, während und nach der Geburt.
4.5.1 Unsere Katze ist trächtig. Wie sorgen wir für sie?
Handelt es sich um eine Rassekatze, die zu diesem Zweck zum Kater
gebracht wurde, ist die Errechnung des Geburtstermins sehr einfach. Die
Tragezeit einer Katze beträgt durchschnittlich 62-65 Tage (die
Extremwerte sind 58-71 Tage). Schwieriger wird es, wenn die
(freilaufende) Katze, die eigentlich demnächst hätte kastriert werden
sollen oder eigentlich noch viel zu jung für Derartiges ist, plötzlich
ruhiger wird und ein immer dickeres Bäuchlein bekommt. Dann kann man den
Wurftag nur ungefähr schätzen. Allerdings kann der TA auch eine
trächtige Katze kastrieren (siehe 4.2.2).
Während der Trächtigkeit wird die Katze mit dem gewohnten,
hoffentlich hochwertigen Futter gefüttert wie immer (sie braucht ebenso wenig wie eine Schwangere "für zwei" zu essen). Allerdings ist der
erhöhte Kalziumbedarf zu berücksichtigen, ein geeignetes Präparat
empfiehlt evtl. der TA. Sollte die Katze während der Trächtigkeit
Krankheitsanzeichen zeigen oder gar Blut verlieren, ist sofort der TA
aufzusuchen.
4.5.2 Geburt
Man sollte auf jeden Fall zu Hause sein, wenn die Katze wirft.
Urlaubstage sind entsprechend einzuteilen. Auch bei einer Katze, die
schon öfter problemlos geworfen hat, können unerwartete Schwierigkeiten
auftreten. Am besten bespricht man sich vorher mit dem TA, um ihn bei
Problemen erreichen zu können. Wenn man zum ersten Mal eine Katzengeburt
erlebt, ist es am günstigsten, sich des Beistandes einer erfahrenen
Person zu versichern und diese mit Versprechungen von Kaffee und Kuchen
ins Haus zu locken.
Als Wurflager und Kinderstube eignet sich sicher ein entsprechend
großer Pappkarton (mit abnehmbarem Deckel und Eingang), aber ein Korb,
mit einem Polster und einem selbstgemachten abnehmbaren Himmel sieht als
Katzenkinderstube doch hübscher aus. Als Einlage während der Geburt
eignen sich am besten Bettnässereinlagen, die man in der Apotheke
erhält. Desinfektionsmittel (am besten Sterillium, Apotheke), saubere
Tücher (und Küchenrollen) und eine kleine scharfe Schere sollten zur
Hand sein. Wichtig ist auch eine Gramm-genaue Waage.
Obwohl in Katzenbüchern oft zu lesen ist, dass Katzen die
bevorstehende Geburt durch Unruhe oder Einstellen der Futteraufnahme
anzeigen, ist das nicht immer so. Ich kenne eine Katze, die sich zehn
Minuten vor der Geburt ihres ersten Kindes (insgesamt waren es dann
sieben) noch kräftig den Bauch vollgeschlagen hat. Knapp vor dem
Geburtstermin wird die Katze nun wirklich unruhig, hechelt und putzt
sich vermehrt die Geschlechtsteile.
Normalerweise wird das Kätzchen in der Fruchtblase geboren, die die
Kätzin sofort aufreißt, um das Kleine trockenzulecken. Die Nachgeburt
wird gefressen und dabei die Nabelschnur abgekaut (länger als 2 cm
sollte sie nicht sein, damit sie sich nicht um ein Beinchen des
Neugeborenen wickeln kann). Hört die Katze nicht auf zu kauen und kommt
zu nahe an das Bäuchlein des Kleinen, nimmt man es ihr weg. Wenn sie das
Kleine nicht auspackt, Fruchtblase aufreißen, abnabeln (die Nabelschnur
möglichst ein wenig massieren vor dem Abschneiden) und, wenn das
Kätzchen nicht atmet, ausschütteln (bitte vorher unbedingt zeigen und
erklären lassen). Übertragene Kätzchen überleben Sauerstoffmangel nach
der Geburt viel schlechter (geringe Herzglykogenreserve), deshalb
sollten spätestens am 69. Tag die Kätzchen notfalls durch einen
Kaiserschnitt geholt werden.
Meist kommen die Jungtiere in Abständen von einer halben bis einer
Stunde, es können aber auch Stunden dazwischen sein. Wenn die Kätzin in
diesen Pausen keine Wehen hat, verläuft alles normal. Sollte sie aber
über längere Zeit (ab ca. 1 Std.) Wehen haben, ohne dass ein Kind
erscheint, bitte den TA anrufen!
Zu jedem Kätzchen gehört eine Nachgeburt; wenn eine fehlt, TA
kontaktieren. Eine im Körper verbliebene Nachgeburt kann schlimme Folgen
haben.
4.5.3 Aufzucht
Nun ist die Geburt vorbei, das Körbchen mit einer frischen Einlage
versehen, im Idealfall trinken alle Kätzchen tretelnd, dabei geschwind
ihre Geschwister wegschubsend, und die junge Mutter schnurrt beruhigend.
Die Kätzchen sind gewogen und ein Geburts- und Aufzuchtprotokoll
angelegt, denn die Kleinen sollen die ersten Wochen täglich zur selben
Zeit gewogen werden, damit man sofort sieht, wenn eines nicht zunimmt.
Waage, Wurfkorb, Menschenhände - alles wird peinlich sauber gehalten und
desinfiziert. Besucher der Wöchnerin schauen mit den Augen, nicht mit
den Händen. Ebenso Kinder, die zwar beobachten und die Mama streicheln,
jedoch die Kätzchen nicht herausnehmen und herumtragen dürfen. Die
Kätzin verliert einige Tage noch ein wenig Blut. Bis das vorbei ist und
solange die Nabelschnüre noch nicht abgefallen sind (nach ca. sechs
Tagen), wird die Einlage des Wurflagers täglich gewechselt. Bei den
geringsten Anzeichen von Erkrankungen von Mutter oder Kindern muss
sofort der TA kontaktiert werden.
In der ersten Lebenswoche nehmen die Kleinen etwa 1-2 g täglich zu.
Mit vier Wochen sollten sie zwischen 350 und 500 g schwer sein, wobei
die Mädchen meist leichter sind als die Kater. Mit neun bis zehn Tagen
öffnen sie die Augen (sollten sie sich nicht öffnen oder gar die Lider
anschwellen, TA kontaktieren). Die Mutter nimmt beim Putzen Kot und Urin
auf (dadurch bleibt das Nest sauber und geruchlos für Feinde), solange
die Kleinen sich nur von Muttermilch ernähren. Die Mutter sollte
weiterhin Kalzium erhalten und ausreichend fressen. Wenn meine Anna
nicht fressen wollte, stellte ich ihr das Futter in den Wurfkorb. Da sie
es als nicht geeignet für ihre Kinder einstufte, futterte sie sofort das
Schüsselchen leer.
Ehe die Kleinen vier Wochen alt sind, sollten sie neben dem Wurfkorb
ein Kinderklo (flache, kippsichere Schale, kein Klumpstreu, da es gerne
gefressen wird) finden. Ich weiß noch, wie so ein kleiner Mann laut
jammernd und entsetzt das Würstchen anstarrte, das da plötzlich aus ihm
herauskam. Meist wird das Klo gerne benutzt, vor allem zum Spielen.
Dafür benutzte eines unserer Katzenkinder hartnäckig die
Trockenfutterschale als Klo (hat sie sich aber bald wieder abgewöhnt).
Ab etwa vier Wochen verlassen sie ihr Körbchen und beginnen, ihre
Umgebung zu erforschen. Da sie aber die Gewohnheit haben, den Menschen
auf Schritt und Tritt zu folgen, ist es am besten, ihre Aktivitäten
vorerst auf einen Raum zu beschränken, damit man nicht auf sie tritt.
Wir haben deshalb in die offene Türe eines Zimmers ein ca. 20 cm hohes
Brett geklemmt, über das die Mutter hüpfen konnte, nicht aber die
Kinder, und dadurch verhindert, dass die Kleinen in der Wohnung
herumlaufen und sich an den unmöglichsten Stellen zum Schlafen
niederlassen.
Als Erstfutter eignet sich gutes Katzenfutter (siehe Kapitel 2). Wenn die Mutter nicht mehr so viel säugt,
sollte man die Kleinen fünfmal am Tag füttern: abwechselnd Futter und
Brei aus Kondensmilch und Hefeflocken, versetzt mit Kalzium und
Vitaminen.
Zum Impfplan siehe 3.3. Der Zeitpunkt der ersten
Entwurmung richtet sich nach den Lebensumständen der Mutterkatze. Welpen
von Freigängerinnen sollten so früh wie möglich, evtl. schon mit zwei
Wochen, erstmals entwurmt werden, alle anderen kurz vor den ersten
Impfungen.
Wenn die Kleinen abgegeben werden sollen, sieht man sich rechtzeitig
(d. h. sobald sie geboren sind) nach geeigneten Plätzen um. Ihre neuen
Halter dürfen sie zwar besuchen, aber erst mitnehmen, wenn sie zwölf
Wochen alt sind. Dass nur der beste Platz mit den nettesten Menschen gut
genug ist, versteht sich von selbst. Auch bei Hauskätzchen sollte man
sich zumindest die Impfkosten ersetzen lassen. Dieser Beitrag ist für
gute künftige Katzeneltern sicher selbstverständlich.
Kommt man in die Verlegenheit, ein mutterloses Kätzchen aufziehen zu
wollen oder müssen, gibt es einige Dinge, die unbedingt zu beachten
sind. Grundsätzlich allerdings unterscheidet sich die Versorgung eines
Katzenbabys nicht sehr von der eines menschlichen Kindes.
Als obersten Grundsatz (wie immer bei der Tierhaltung) sollte man
wohl nehmen, dass der TA einer deiner besten Freunde ist! Mit dem
Kätzchen sollte man sich also schnellstmöglich zu ihm begeben. Erst mal muss das Kleine gründlich untersucht werden und dann mit Sicherheit eine
Behandlung gegen Parasiten - innere wie äußere - bekommen. Auch eine
Unterstützung des Immunsystems ist in vielen Fällen anzuraten
(Baypamun).
Hat man das solcherart grundversorgte Kätzchen dann zu Hause,
braucht es viel Wärme. Eine schlichte Wärmflasche ist nicht so gut, weil
die Wärme nicht gleichbleibend ist und relativ schnell nachlässt. Am
besten hat sich eine so genannte "Ferkellampe" bewährt; das ist eine
große Rotlichtlampe, die man für wenig Geld z. B. im
landwirtschaftlichen Handel bekommt. Diese Lampen können, im Gegensatz
zu "normalen" kleinen Rotlichtlampen, auch im Dauereinsatz sein, ohne
dass sie schmelzen. Die Ferkellampe wird mit ihrer Kette etwa 60
Zentimeter über dem Kätzchen aufgehängt (Temperatur im Auge behalten!)
und spendet tage- oder auch wochenlang gleichbleibende Wärme. Wenn das
Kleine ein bisschen größer ist und nicht mehr ganz so viel Wärme
benötigt, sollte es allerdings eine Ausweichmöglichkeit haben und sich
auch außerhalb des unmittelbaren Strahlbereichs der Lampe hinlegen
können. (Übrigens sind diese Ferkellampen auch bei erwachsenen kranken
oder angeschlagenen Tieren sehr hilfreich!)
Als Aufenthaltsort für das Kätzchen haben sich z. B. große
Kaninchenkäfige bewährt. Dort ist es sicher untergebracht, kann am Leben
der Familie teilnehmen und hat genügend Platz, sich ein wenig zu
bewegen. Auch ein Mini-Katzenklo und später Futter- und
Wasserschüsselchen finden darin Platz.
Je nachdem, wie alt das Kätzchen ist, benötigt es etwa alle zwei
Stunden Milch. Am besten besorgt man sich spezielles
Katzenaufzuchtmilchpulver beim TA. Es wird für jede Fütterung frisch mit
warmem Wasser angerührt. Wie bei menschlichen Babys ist die richtige
Temperatur sehr wichtig! Sehr kleine Katzenwelpen muss man vielleicht
erst mit einer kleinen Einwegspritze (ohne Kanüle) füttern, ihnen
jeweils ganz wenige Tröpfchen vorsichtig ins Mäulchen träufeln, bis pro
Mahlzeit etwa 5-10 ml getrunken wurden. Etwas größere Babys kommen meist
mit speziellen Aufzuchtsfläschchen (aus dem Tierbedarfshandel) prima
zurecht. Vielfach werden auch einfach die kleinen Milchfläschchen
benutzt, in denen Liebesperlen angeboten werden. Bei beiden
Flaschenarten muss man auf eine angemessene Größe des Schnullerloches
achten. Wenn es zu groß ist, verschlucken sich die Kleinen leicht. Man
muss natürlich peinlich auf Hygiene achten, immer sauber ausgewaschene
Flaschen und Schnuller sind sehr wichtig!
Nach der Mahlzeit gilt es, eine weitere, wichtige Aufgabe der
Katzenmama zu übernehmen: Die Verdauung des Kätzchens anregen! Dazu muss
das Bäuchlein sanft massiert werden, mit kleinen, streichelnden
Bewegungen, immer nach unten, dem Schwänzchen zu. Nimmt man dazu in
warmem Wasser ausgedrückte Wattebäusche, kann man damit gleich prima den
abgegebenen Urin und Kot aufnehmen und das Hinterteilchen schön
abwaschen. Das Kleine bitte danach gleich wieder trocknen, sonst
entzieht die Verdunstungskälte zu viel Körperwärme.
Im Alter von etwa drei Wochen ist das Katzenkind dann so weit,
langsam mit festerer Nahrung bekannt gemacht zu werden. Eine gute
Methode besteht darin, dem Kleinen erst mal seine gewohnte Milch auf
einer Untertasse anzubieten. Es wird zunächst hineintapsen, schnuppern
und gar nicht wissen, was es damit anstellen soll. Wenn man immer
wieder seine Fingerspitze in die Milch taucht und dann zum
Ablecken/Absaugen anbietet, wird das Tierchen irgendwann begreifen. Aber
bitte nicht von einem Moment zum anderen erwarten, dass das Katzenkind
"umsteigt". Es wird sicherlich ein paar Tage dauern, bis es die
Fläschchen gar nicht mehr braucht!
Hat das Kleine begriffen, worum es geht, kann man anfangen, ganz
langsam vermustes Katzenkinder-Dosenfutter unter die Milch zu mischen
und den Anteil allmählich zu steigern. Manche Tierchen lernen das sehr
schnell und mögen dann auch bald kein Fläschchen mehr. Manche tun sich
schwer damit. Evtl. muss man tricksen, indem man dem Katzenkind
beispielsweise winzige Bröckchen des Dosenfutters in die Mundwinkel
schmiert und darauf wartet, dass es beim Putzen auf den Geschmack kommt.
Ein wichtiges, auch in dieser Phase immer wieder benötigtes Utensil ist
ein weiches Handtuch. Bei kleinen Kätzchen muss man eigentlich ständig
irgendwas abwischen und säubern.
Die Erziehung zur Sauberkeit läuft fast von allein. Bis zum Alter
von etwa drei Wochen muss man mittels Wattebäuschen und ständigem
Wechseln der Unterlagen nachhelfen, aber dann geht es gewöhnlich ganz
schnell, dass das Kleine selbstständig das Katzenklo aufsucht: Sowie es
mobil genug auf den eigenen Beinchen ist, muss man es ihm eigentlich nur
ab und zu zeigen.
Wenn man auf seinen gesunden Menschenverstand hört, das Kleine jede
Woche dem TA vorstellt und nicht erwartet, dass immer alles nach (Zeit-)
Plan geht, ist die Katzenaufzucht eine lohnende und schöne Sache.
Nein. Das ist Unsinn.
Es ist zwar selten, kann aber leider passieren. Wenn neben den
Eierstöcken noch versprengtes Eierstockgewebe vorhanden ist, werden
weiterhin Hormone produziert, die die Katze rollig werden lassen. Eine
erneute Operation ist aus den unter 4.3 genannten
Gründen angebracht. Unter Umständen nimmt der TA auch die Gebärmutter
heraus.
Die Pille ist recht umstritten. Für einen kurzen begrenzten Zeitraum
ist es sicher kein Problem. Aber zum einen wurde bei manchen Katzen
festgestellt, dass die Pille mit der Zeit keine Wirksamkeit mehr zeigt.
Und zum anderen können sich bei permanenter Pillengabe hormonabhängige
Krebserkrankungen oder Gebärmuttervereiterungen entwickeln. Daher sollte
man eine Katze besser kastrieren lassen.
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Wenn eine Katze plötzlich unsauber wird, sollte man zu Ergründung
folgenden Fragenkatalog beantworten:
- Seit wann tritt das Problem auf? Um den Grund eines möglichen
Protestpinkeln herauszufinden, muss man einfach so genau wie möglich
die Katze beobachten.
- Besuch beim TA. Es könnte z. B. eine Blasenentzündung vorliegen,
die Katze gibt dem Klo die Schuld an den Schmerzen beim Wasserlassen und
hofft, es sei anderswo angenehmer.
- Ist die Katze kastriert? Wird die Katze geschlechtsreif kann es
zum Markieren des Reviers kommen. Nach der Kastration sollte dieses
Problem behoben sein, nur in seltenen Fällen wird trotzdem weiter
markiert. Dann muss man wohl damit leben.
- War die Katze vorher Freigänger? Oftmals zeigt eine Katze ihren
Unmut über gestrichenen Freigang mit Protestpinkeln an. Abhilfe kann
hier fast nur durch erneuten Freigang geleistet werden. Es ist mir aber
auch ein Fall bekannt, wo das Füllen des Katzenklos mit ganz profanem
Kies das Problem gelöst hat.
- Veränderungen im Wohnbereich; Katzen sind Gewohnheitstiere, und
oftmals hassen sie nichts mehr als Veränderungen in ihrem Revier.
Darunter können fallen:
- Umzug in eine neue Wohnung
- Kauf
neuer Möbel
- Umstellen der Möbel
- Umstellen der
Katzenmöbel
- neue(r) Lebensgefährte/-in
- neues Katzenklo
- anderer Aufstellort desselben
- Umstellung der Katzenstreu
- Ist ein neuer Spielkamerad eingezogen? Oftmals zeigt eine
Katze Abneigung oder Eifersucht gegen einen neuen Kumpel durch
Protestpinkeln an. Da hilft eigentlich nur: Augen zu und durch. Wenn es
gar nicht geht, muss ein neuer Platz für den Kumpel gefunden werden.
- Ist das Katzenklo der Katze sauber genug? Als Abhilfe könnten
wirken:
- Reinigung des Katzenklos mehrmals täglich
- Aufstellen eines weiteren Klos
- Verschiedene Streu ausprobieren
- Ist das Katzenklo zu sauber? Dagegen
hilft Auswaschen nur mit heißem Wasser und evtl. wenig Neutralseife.
Keine scharfen Putz- oder Desinfektionsmittel verwenden, die die
Katzennase beleidigen.
Eine Katze kann auf die unter 5.1 genannten Punkte
auch mit Aggressivität reagieren. Auch hier gilt: So genau wie möglich
beobachten.
Es könnte natürlich auch sein, dass sie aus Angst aggressiv
reagiert. Dann hilft Geduld, Geduld und noch mal Geduld. Ist die Katze
neu eingezogen, muss sie sich natürlich erst an die neue Umgebung, die
dort lebenden Tiere und Menschen gewöhnen. Am besten lässt man der Katze erst mal
ihre Ruhe. Empfehlung: In gewissen Abstand hinsetzen, die
Blickrichtung nicht direkt zur Katze, und mit ruhiger, leiser Stimme
irgendwelche Geschichten erzählen, aus einem Buch oder der Zeitung
vorlesen. Sobald sich die Katze akklimatisiert hat, siegt i. d. R. ihre
Neugier.
Weniger Aggressivität denn kindliche Verspieltheit sind die
Kampfspiele von jungen Katzen. Auch wenn sie dabei die Hände ihrer
Menschen anfallen, deren Beine zerkratzen oder ihnen nachts in die Zehen
beißen - das ist nicht bös gemeint, sondern für ihre Entwicklungsphase
normales Spielverhalten. Abhilfe schafft hier am ehesten ein kätzischer
Spielkamerad - dann wird mit dem gekämpft. Oder feste Zeiten und
Gewohnheiten für Kampfspiele, zu denen der menschliche Spielkamerad sich
mit dicken Lederhandschuhen bewaffnet, die nackten Hände mit einem
Handtuch umwickelt oder sie in einer Plüsch-Handpuppe versteckt. Jeder
(!) Versuch, die nackte Haut zu attackieren, sollte sofort gestoppt
werden: still halten, laut "Nein" sagen, laut jammern, bis das Tierchen
los lässt, und das Spiel umgehend beenden. Notfalls "zurückbeißen" - ein
leichtes (!) Zwacken ins Ohr kann wahre Wunder wirken.
Das Kratzen an Tapeten und/oder Möbelstücken kann u. U. daran
liegen, dass der Kratzbaum - an einer ungünstigen Stelle steht:
Der optimale Standpunkt liegt zwischen Lieblingsschlafplatz
und Katzenklo.
- zu klein ist
- nicht sicher genug
ist, sprich keinen festen Stand hat oder bereits umgekippt oder
zusammengekracht ist
- der Katze völlig neu ist und sie
den Zweck dieses Katzenmöbels nicht kennt
Um nicht wochenlang immer wieder den Kratzbaum ab- und aufbauen zu
müssen, kann z. B. mit einer Art Kratzbrett der beste Standort
ausgetestet werden. Dazu empfiehlt sich entweder ein fertiges zu kaufen
oder aber einen Regalboden aus dem Baumarkt mit einem Stück Teppichboden
zu bespannen. Wird das Kratzbett an einer bestimmten Stelle angenommen,
empfiehlt es sich, den Kratzbaum dort aufzubauen.
Ist der Kratzbaum zu klein, entweder einen größeren kaufen oder,
falls möglich, den vorhandenen erweitern. Kratzbaumsysteme gibt es zu
kaufen. Wer handwerklich begabt ist, kann eine schöne
Kratzbaumwohnlandschaft selbst entwerfen.
Ob ein Kratzbaum sicher ist oder nicht, lässt sich schnell
herausfinden. Wird vorsichtig dran geruckelt, und er beginnt zu
schwanken, so wird es nicht lange dauern, und das Ding fällt mitsamt
Mieze um. Sicherer kann der Baum z. B. gemacht werden, indem er mit
Winkeln an die Wand geschraubt wird. Manchmal hilft es auch schon, den
Deckenspanner zusätzlich mit Schrauben in der Decke zu verankern.
Gerade jungen Katzen muss man möglicherweise erst mal zeigen, wofür
der Kratzbaum gut sein soll: Immer wieder geduldig Katze nehmen, an den
Baum setzten und mit den Pfötchen an einer Säule kratzen. Bei älteren
Katzen führt womöglich die Sisalbespannung zu Verwirrung, wenn sie dies
nicht kennen. Dann hilft u. U. ein Gang zum Förster oder Bauern, der
einem sicherlich gern einen starken Ast überlässt.
Katzen sprechen zwei Sprachen mit jeweils mehreren Ebenen:
Lautsprache, Mimik, Körpersprache und Duftsignale. Die eine Sprache
dient der Verständigung untereinander und ist artspezifisch, d.h.
gleiche Signale haben bei jeder Katze die gleiche Bedeutung. Die andere
dient der Verständigung über Artgrenzen hinweg und ist
individuell, denn sie entwickelt sich erst im Zusammenleben der Katze
mit ihrer Familie, zu der neben dem Menschen auch andere Haustiere
gehören können.
5.4.1 Verständigung zwischen Katzen
Wenn befreundete Katzen einander begegnen, begrüßen sie
sich meistens mit einem kurzen leisen Erkennungslaut, gefolgt vom
"Nasenkuss". Dabei legen sie ihre Nasen und manchmal auch die Stirn
aneinander. Gelegentlich geben sie auch Köpfchen - die eine
stößt der anderen sanft den Kopf in die Seite und streicht
anschließend mit der Wange oder sogar dem ganzen Körper an
ihr entlang - und kontrollieren die Analregion. Einander fremde
Katzen taxieren sich zunächst. Sind sie freundlich gestimmt, folgt
eine vorsichtige Kontaktaufnahme, die bis auf eine ausgeprägte
Zögerlichkeit genauso aussieht wie bei befreundeten Katzen. Sind
sie eher feindselig gestimmt, starren sie sich zunächst einfach nur
an, fauchen vielleicht auch. Wenn keiner dem Blick des anderen
ausweicht, werden größere Geschütze aufgefahren. Die
Kontrahenten umkreisen einander im Zeitlupentempo, machen einen Buckel,
sträuben das Fell, plustern den Schwanz auf, drehen die Ohren zur
Seite und beginnen abwechselnd zu fauchen und zu grollen. Dieses
Grollen, einem Knurren nicht unähnlich, geht in einen kehligen
Gesang über, der unmittelbar vor dem eigentlichen Angriff in einem
schrillen Schrei kulminiert, wenn der andere sich nicht freiwillig
zurückzieht. Der Kampf selbst ist meist heftig und kurz, von
Spucken und schrillem Kreischen untermalt. Wenn der Sieger feststeht,
wenden beide den Blick voneinander ab. Der Sieger bleibt an Ort und
Stelle und beginnt sich zu putzen, der Unterlegene schleicht in
geduckter Haltung davon. "Gesprochen" wird bei Katzen vor allem in
der Beziehung zwischen Katzenmutter und ihren Jungen. Die Katzenmutter
benutzt spezifische Lock-, Beruhigungs-, Achtung- und Warnlaute, mit
denen sie ihre Jungen lenkt, bei der Jagd anleitet, auf Gefahren
aufmerksam macht und erzieht. Das Schnurren wird gezielt zur Beruhigung
und Förderung der Entspannung eingesetzt - von beiden Seiten. Die
Jungen benutzen darüber hinaus ein Angst- und
Verlassenheits-Fiepen, um ihre Mutter zu rufen.
5.4.2 Verständigung zwischen Katze und Mensch
Um sich mit dem Menschen zu verständigen, bedient sich die
Katze hauptsächlich der gleichen Kommunikationsmittel, die ein
Katzenjunges gegenüber seiner Mutter verwendet, baut diese aber aus
bzw. verfeinert sie. Dadurch variieren Form und Bedeutung der Signale
stark, und es kann vorkommen, dass nur der Halter bestimmte Signale
seiner Katze versteht, ein anderer Mensch sie aber nicht zu deuten
weiß, obwohl er Katzenerfahrung hat. Die Bedeutung des
Schnurrens ist die gleiche wie zwischen Katzen untereinander. Es soll
beruhigen, manchmal auch beschwichtigen, und Zufriedenheit sowie
Wohlbefinden ausdrücken. Ebenso eindeutig ist das Fauchen. Es
heißt immer: "Lass das, geh mir vom Leib, zieh dich zurück."
Angelegte Ohren, ein peitschender Schwanz, gesträubtes Fell sagen
das Gleiche. Wenn die Katze ihren Menschen zu etwas animieren will,
ist das meist am Tonfall zu erkennen: Das Maunzen klingt auffordernd bis
fordernd, manchmal auch jammernd oder lockend. Bei manchen Katzen geht
der fordernde, mit offenem Maul hervorgebrachte Maunzton in ein mit
geschlossenem Maul hervorgebrachtes "mmmrrrut" über, wenn die
Katze ungeduldig wird oder meint, der Mensch habe endlich begriffen, was
sie will. Unterstrichen wird das Ganze häufig durch
Begrüßungsgesten, die gezielt zur Überredung eingesetzt
werden: Die Katze streicht ihrem Menschen um die Beine, richtet sich an
ihm auf, stupst ihn mit dem Kopf an, reibt Stirn, Oberkopf, Wangen,
Kinn, Lippen und Flanken an ihm und umschlingt zum Abschluss seine Beine
mit dem Schwanz. Da dabei fast alle Duftdrüsen der Katze zum
Einsatz kommen, dient dieser Vorgang nebenbei auch dazu, einen
Besitzanspruch zu verdeutlichen: "Mein Mensch!" Ein trillerndes
"prrrrruit" ist meistens eine Begrüßung oder eine freundliche
Aufforderung, der Katze zu folgen, gemischt mit Vorfreude. Dieser
Triller wird folgerichtig fast nur dann eingesetzt, wenn die Katze
sicher ist, dass ihr Wunsch gleich erfüllt wird. Begleitet wird er
häufig von einem steil in die Höhe gestreckten, leicht
zitternden oder an der Spitze umgebogenen Schwanz. Ebenfalls
freundliche, etwas nachdrücklichere Aufforderung oder Frage ("Was
ist los?" - "Was willst du?" - "Darf ich ...?" - "Gibst du mir ...?")
ist das "stumme Miau", bei dem die Katze den Menschen direkt anschaut
und das Maul öffnet wie beim Maunzen, ohne allerdings einen Ton von
sich zu geben. Redselige Katzen, vor allem Orientalen, geraten
regelrecht ins Erzählen. Was sie damit jeweils ausdrücken
wollen, wird meistens nur - und auch nicht immer - vom Halter des
Tieres verstanden. Wirft sich eine Katze auf die Seite oder den
Rücken und wälzt sich hin und her, blinzelt einen an und
maunzt dabei evtl. mit lockendem Unterton, so ist das eine Aufforderung.
Mit dieser Gestik zeigt die rollige Katze dem Kater ihre Bereitschaft
zur Paarung. Dem Menschen hingegen signalisiert sie damit Wohlbefinden
und fordert zum Spiel oder zu Zärtlichkeiten auf, allerdings nicht
unbedingt zum Bauchkraulen! Auch Katzen, die absolut nicht am Bauch
berührt werden mögen, präsentieren ihn so verlockend - um
dann ziemlich unwirsch klarzustellen, dass hier ein
Missverständnis vorliegt. Dieses Signal ist deshalb bei
fremden Katzen mit Vorsicht zu genießen. Wenn eine Katze
irgendetwas mit den Augen fixiert, ein paar Mal kurz "mäk" oder
"mäk-mäk" sagt und/oder mit den Zähnen "klappert", hat
das nichts mit Kommunikation zu tun. Hier handelt es sich um eine
Ersatzhandlung: einen angedeuteten Tötungsbiss für
eine (unerreichbare) Beute.
Eine Katze lässt sich nur sehr begrenzt erziehen. Anders
als beim Hund, sieht die Katze im Menschen vor allem ein Mittel zum
Zweck, keinen Rudelführer, dem sie sich unterordnet. Man kann
praktisch nur versuchen, ihr beizubringen, dass einige Dinge nicht
erwünscht sind.
5.5.1 Verbote
Um Verbote durchzusetzen, haben sich folgende Mittel bewährt:
- Wasserspritze oder -pistole
- Katze anpusten
- strenger Blick, erhobener Zeigefinger, energisches Nein
- Klatschen mit den Händen
- absolute Konsequenz
Dabei ist es wichtig, die Katze auf "frischer" Tat zu erwischen.
Eine nachträgliche Bestrafung macht keinen Sinn, weil die Katze den
Zusammenhang zu einer längere Zeit zurückliegenden Tat nicht erkennen
kann.
5.5.2 Erzieherische Maßnahmen
Völlig falsch ist es, eine Katze, die an falscher Stelle ihren Urin
abgegeben hat, z. B. mit der Nase in die Pfütze zu drücken oder gar zu
schlagen. Mit Schlägen (und sei es nur ein Klapps) kann die Katze wenig
bis nichts anfangen. Außerdem riskiert man ihr Vertrauen, wenn die
Hand, die Futter reicht und streichelt, auch schlägt. Katzen sind sehr
reinliche Tiere und pinkeln niemals ohne Grund irgendwo hin (siehe 5.1).
Soll der Katze z. B. beigebracht werden, nicht am Tisch zu betteln,
hilft nur konsequentes (!) Runterschubsen, Anpusten oder Aussperren.
Jede Ausnahme wird von der Katze als Aufhebung des Verbots betrachtet.
Eine gesäuselte Diskussion wie: "Bitte, liebe Katze, würdest du so
freundlich sein und mir mein Frühstück überlassen?", löst bei der so
Angesprochenen nur einen Lachkrampf aus. Kommandos wie "Runter da!" oder
"Geh weg da!" haben sich nicht bewährt, die Katzen nehmen das als Spitznamen.
Während eines Katzenlebens kann in der Familie viel passieren. Neue
Menschen oder Tiere kommen, andere verlassen die Familie. Die Katze
sollte immer einbezogen werden. Stell der Katze neue Familienmitglieder
vor, und lass sie sich von Gehenden verabschieden. Katzen mögen keine
Veränderungen, und daher sollte der Tiger in einer solchen Zeit immer
möglichst liebevoll umsorgt werden.
5.6.1 Wenn eine andere Katze/ein anderes Tier einzieht
Die Frage, ob es Sinn macht, einen Spielkumpanen zu holen, kann kein
anderer beantworten als der Halter selbst. Jede Katze hat einen eigenen
Charakter. Es gibt gesellige Katzen, aber auch Einzelgänger. Hier gilt
die Devise: Versuch macht klug. Am besten ist es, schon von vornherein
ein Geschwisterpärchen aufzunehmen. Da fällt die Eingewöhnungsphase weg.
Allgemein sollte man nicht unbedingt völlig verschiedene Charaktere
mischen, und der Neue sollte möglichst nicht der Dominantere sein. Man
sollte einer älteren, ruhigen Katze nicht einen jungen Fellball vor die
Nase setzen, wobei ein junges Pärchen den Alltag durchaus wieder
interessant machen kann. Bei kleinen Fellbällen spricht man oft von
einem "Welpenbonus". Aber auch den kennt nicht jede erwachsene Katze.
Wie auch immer die Wahl ausfällt, die vorhandenen Katzen haben
Priorität vor den Neuankömmlingen. Sie sollten immer zuerst gefüttert,
gestreichelt und bespielt werden. Die neuen müssen sich unterordnen. Das
fällt gerade bei süßen kleinen Babykatzen schwer, ist aber sehr wichtig,
damit die Erstkatze sich nicht zurückgesetzt fühlt.
Will man eine neue Katze in eine bestehende Gruppe integrieren, gibt
es prinzipiell zwei Möglichkeiten:
- Man lässt die Katzen das unter sich austragen. Da durch eine
neue Katze die Rangfolge neu diskutiert werden muss, sollte man nur
eingreifen, wenn Blut fließt. Alles andere sieht schlimmer aus, als es
ist.
- Man trennt vorhandene Katzen und Neuankömmlinge. Kontakt
ist erst mal nur durch Schnüffeln unter der Türspalte möglich. Nach
einer Weile (ein oder mehrere Tage) wechselt man die Zimmer, so dass
der Neuankömmling in Ruhe das Rest-Revier beschnuppern kann. Derweil
kann die Gruppe der Alteingesessenen das Zimmer des Neuankömmlings
inspizieren.
Bei beiden Variationen kann der Dosi natürlich helfend eingreifen.
Er streichelt erst die eine Gruppe und geht dann zur anderen. Er reibt
die eine Gruppe mit einem Handtuch ab und gibt es der anderen zum
Schnüffeln. Das geht auch mit Schlafkissen sehr gut, die man
zwischendurch austauscht. Es hat auch schon geholfen, beide Parteien mit
einem gemeinsamen Duft zu versehen, z. B. Vanille (keine Öle nehmen!),
Malzpaste oder einfach ein vom Dosi getragenes T-Shirt.
5.6.2 Wenn es menschlichen Nachwuchs gibt
Eine Schwangerschaft ist eine aufregende Sache. Aber ein Baby ist
kein Grund, ein Mitglied der Familie, zu der ja auch die Katzen gehören,
rauszuwerfen. Alle müssen sich neu arrangieren. Natürlich auch die
Katze.
Dabei braucht sie Hilfe. Sie versteht nicht, was da vorgeht. Lasst
sie alles abschnuffeln und bepfoteln, was für das Baby angeschafft wird.
Lasst sie tagsüber auch mal mit euch ins Babyzimmer gehen.
Die Kuschelstunden mit der Katze sind für die werdende Mutter schön
und entspannend. Genieße sie, und informiere dich über Toxoplasmose
(siehe 3.2.9), bevor die Verwandtschaft oder der
Frauenarzt dich darauf anspricht. Auch das Allergierisiko für Babys wird
durch eine Katze nicht größer. Im Gegenteil.
Katzen bringen keine Babys um und stehlen ihnen auch nicht den Atem.
Trotzdem solltet ihr die Katze nicht mit dem Baby allein lassen, wenn
dieses schläft. Hat das Baby ein eigenes Zimmer, kann man die Tür
schließen. Mit einem schmalen Gitter (Marke Eigenbau), das man in den
Türspalt einhängen kann, kann man auch bei offener Tür die Katze
aussperren. Schläft das Baby im Elternschlafzimmer, wird es schwierig,
denn dass die Katze auf einmal nicht mehr dort schlafen soll, ist für
sie nicht zu verstehen, geschweige denn einzusehen. Macht ihr ein
anderes Zimmer angenehm, z. B. durch einen kuscheligen Schlafkorb oder
eine Decke, die nach euch riecht.
Manche Katzen finden Dinkel- oder Kräuterkissen unwiderstehlich. In
diesem Fall sollte man so etwas nicht für das Babybett kaufen.
Wenn das Baby da ist, sollte es der Katze vorgestellt werden. Schon
in der Klinik kann der Vater das Babyschreien aufnehmen und ein
Spucktuch mitbringen. So hat Katz schon mal was zu hören und zu riechen.
Zu Hause kann die Reaktion ganz unterschiedlich ausfallen. Viele Katzen
mögen das Schreien und Strampeln nicht. Es ist ihnen nicht geheuer, und
sie machen einen Bogen um das Baby. Wird die Katze eifersüchtig, kümmert
euch bitte möglichst viel um sie. Beschmust und bespielt den Tiger, wenn
das Baby euch Ruhe lässt.
Wenn das Menschenbaby anfängt zu krabbeln, ist es doch wunderschön,
dass statt einer tutenden Plastiklok ein Kätzchen zum Krabbeln animiert.
Ihr werdet sehen, Katze und Baby sind sehr gut verträglich. Allerdings
gibt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten, insbesondere, wenn das Kind
ins Krabbelalter kommt:
- Futter: Klaut Baby mal vom Katzenteller, ist das kein Problem.
Solange der Fressplatz sauber gehalten wird und kein altes
Feuchtfutter rumsteht, besteht kein Grund zur Panik.
- Katzenklo: Na ja, ein Sandkasten draußen wäre für das Baby besser.
Aber von ein bisschen Buddeln in der Katzenkiste geht die Welt nicht
unter. Haltet das Klo sauber, sammelt die Klumpen möglichst sofort
raus, bevor es das Kind tut, und achtet darauf, dass Wurmbefall bei
der Katze umgehend behandelt wird.
- Kratzen: Gelegentliche
Kratzer werden sich nicht vermeiden lassen. Meist sind die Katzen
vorsichtig. Vermutlich haben auch Menschenbabys den Welpenbonus. Aber
es kann mal passieren, dass ein Kind keine Ruhe gibt und die Katze
sich wehren muss. Dann wird das Kind schnell begreifen, dass die Katze
nicht am Schwanz gezogen werden will.
Die meisten Katzen spielen für ihr Leben gern. Mit sich selbst, mit
ihren Leuten, mit anderen Tieren, mit Blättern, Papierkugeln,
Lichtreflexen... Zu geeignetem Spielzeug siehe 1.4.4.
- Sie benutzt das Klo, pieselt aber über den Rand: Abhilfe
schafft ein größeres Klo mit breiterem Rand oder ein Klo mit
Haube.
- Sie scharrt die ganze Streu raus: Ein größeres Klo
oder eines mit Haube könnte helfen. Evtl. eine andere Streu
ausprobieren.
- Sie verscharrt ihr Häufchen nicht: Vielleicht
hat sie's nie gelernt. Vielleicht zeigt sie damit aber auch: "Mein
Revier, hier bin ich der King/die Queen, ich brauch mich nicht zu
verstecken." Dann lässt sich an diesem Verhalten nichts ändern.
- Sie setzt den Kot im Klo ab, pieselt aber woanders hin: Organische
Ursachen (z. B. Harnwegsentzündung) ausschließen. Zweites Klo
aufstellen - manche Katzen möchten großes und kleines Geschäft
trennen.
- Sie verlässt das Klo mit so viel Tempo und Schwung,
dass sie die Streu sonst wohin trägt: Dieses Verhalten ist drtk-intern
als PFEG (postfäkaler Erleichterungs-Galopp) bekannt und normal. Evtl.
schwerere Streu verwenden. Ein Klo mit Haube könnte auch ein wenig
gegen die großflächige Verteilung der Streu helfen.
Katzenbabys treteln bei ihrer Mutter, um den Milchfluss anzuregen.
Im Erwachsenenalter wird das gern beim Dosi gemacht und drückt
Wohlbefinden aus. Ob, wann und wie intensiv getretelt wird, ist von Tier
zu Tier völlig unterschiedlich.
Neben den Milchtritt (treteln) haben manche Katzen die "Eigenart",
stundenlang an etwas rumzunuckeln. Das kann z. B. der eigene Schwanz
sein, ein pelziger Kollege, eine Hautfalte vom Dosi. Häufig deutet
dieses Verhalten auf zu frühe Trennung von der Katzenmutter hin und ist
einfach nur eine Macke.
Die meisten Katzen sind sehr menschenbezogen und suchen vor allem
nachts die menschliche Nähe. Meine persönliche Empfehlung: Tür einfach
auflassen und sich mit der pelzigen Gesellschaft im Schlafzimmer oder
gar im Bett arrangieren :-).
Wenn das nicht in Frage kommt, muss die Katze von Anfang an draußen
bleiben und das Schlafzimmer für sie zur Tabuzone erklärt werden. Die
Durchsetzung dieses Verbots kann etliche schlaflose Nächte kosten (evtl.
auch für die Nachbarn in der Wohnung nebenan!), weil die Katze an der
Schlafzimmertür kratzt und die ganze Nacht durchjammert. Trotzdem hilft
nur ignorieren, nicht reagieren, nicht reinlassen, nicht irgendwie
bestechen oder trösten, wenn sie wirklich nicht ins Schlafzimmer soll.
Am besten lässt man sie dann auch tagsüber nicht hinein - Katzen nehmen
gern die ganze Hand, wenn ihnen der kleine Finger geboten wird.
Am besten spielt man die Katze abends richtig müde, damit sie nachts
auch durchschläft. Das nützt jedoch bei kleinen Katzen nicht viel. Sie
gewöhnen sich erst mit der Zeit an den Rhythmus des Dosis.
Zusätzlich sollte man Alternativen zum kuscheligen Schlafen und zur
Beschäftigung bieten. Das kann ein Fensterbrett mit interessantem
Ausblick in den Morgenstunden sein oder ein wenig Spielzeug, das
wahrscheinlich sowieso in der Wohnung verstreut herumliegt.
Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der Katze in der
Waschmaschine. Die Katze selbst erkennt die Situation nicht als
gefährlich, sie befriedigt nur ihre Neugier oder sucht einen ihr
genehmen Schlafplatz. Deshalb sollte man darauf achten, dass
entsprechende Gerätschaften immer geschlossen und vor in Betriebnahme
auf kätzische Inhalte zu überprüfen sind. Darunter fallen:
- Mikrowelle
- Backofen
- Geschirrspülmaschine
- Waschmaschine
- Wäschetrockner
Weitere Tipps zur Entschärfung von Gefahrenquellen im Haushalt siehe
3.1: Unfällen vorbeugen.
Wenn eine Katze vor dem Fressnapf scharrt, ist das der natürliche
Instinkt, übrig gebliebenes Essen zu vergraben, - weil "alles
meins und wehe, es klaut ein anderer"
- um es zu einem
späteren Zeitpunkt bei Hungergefühl wieder auszuscharren und
sich weiter dran zu laben...
Manche Katzen
"verscharren" so auch Futter, das sie nicht mögen.
Normalerweise ist dies keine Bösartigkeit der Pelzgurke, sondern es
handelt sich um den so genannten Liebesbiss. Wie der Milchtritt
(Treteln) und das Nuckeln drückt es absolutes Wohlbefinden aus.
Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass die Katze damit zum
Ausdruck bringen möchte: "Das waren jetzt genügend Streicheleinheiten,
also nun geh bitte, und überlass mir das ganze Sofa."
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